Günter Kreissls Plan: Sturm Graz soll nicht das Rapid- und Austria-Schicksal ereilen

Mittwoch, 30.05.2018 | 17:10 Uhr
Günter Kreissl verstärkt die Amateure
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Sturm-Geschäftsführer Günter Kreissl nahm sich am Mittwochvormittag die prekäre Kadersituation zum Anlass, um im Rahmen eines Medientermins Aufklärung zu betreiben und einen Ausblick in die Zukunft zu gewähren. Mit Marvin Potzmann (Rapid), Christian Schoissengeyr und James Jeggo (beide Austria Wien) verabschiedeten sich schon einige Spieler offiziell. Thorsten Röcher und Bright Edomwonyi werden folgen - und könnten nicht die einzigen bleiben.

"Sturm ist ein Verein, der positive Energie braucht, um erfolgreich zu sein. Über den Daumen kann man sagen, dass die Austria über das doppelte Budget verfügt, Rapid über das dreifache. Wenn man sich die Budget- und Umsatzahlen ansieht, erkennt man, dass Salzburg natürlich noch eine Liga drüber ist", sagt Kreissl.

"Sturms Budget beläuft sich auf plus/minus 13 Millionen Euro. Die Vereine hinter uns, wie LASK oder Mattersburg, liegen bei acht bis zehn Millionen Euro. Da ist unser Abstand nach hinten geringer als nach vorne", erklärt Kreissl.

Und weiter: "In der Wahrnehmung liegt Sturm immer unter den vier Großen und das macht uns auch stolz. Der Grund dafür sind die sportlichen Erfolge, unsere Vergangenheit und die Fanbegeisterung."

Kreissl: "Wir waren für Kontinuität fast zu erfolgreich"

In der massiven Kaderfluktuation mit den Abgängen einiger Leistungsträger sieht Kreissl nun ein großes Gefahrenpotenzial, die "positive Energie" zu stören. Seine Grundphilosophie: Einen bestmöglichen Kader und ein bestmögliches Trainer-Team aufzustellen, für Kader-Kontinuität sorgen und im Ernstfall Alternativen parat haben.

"Das Ziel Kontinuität wird uns nicht in jenem Ausmaß gelingen, das wir uns wünschen. Um beinahe alle Spieler, die schon gegangen sind, haben wir uns bemüht", gesteht Kreissl ein. "Ich zitiere Heiko Vogel mit dem Satz: ‚Wir waren zu erfolgreich.' Wir haben international und national so viel Interesse an unseren Spielern geweckt, dass man das durchaus flapsig so formulieren kann. Wir waren für das Ziel Kontinuität fast zu erfolgreich."

Mit den sportlichen Erfolgen weckte Sturm Aufmerksamkeit in zwei Märkten, erklärt der 44-Jährige. Erste und zweite Ligen aus Top-Fußballnationen und Geldmärkte wie Türkei, Japan, Russland oder Kasachstan.

"Beide Märkte bieten unseren Spielern das dreifache bis vierfache Gehalt", sagt Kreissl. Erschwerend kommt zusätzlich hinzu, dass sich "zwei bis drei" Sturm-Spieler einer Ausstiegsklausel bedienen können. Die Aufregung darüber kann der Sturm-Geschäftsführer aber nicht nachvollziehen.

Kreissl: Ausstiegsklauseln sind kein Verbrechen

"Seit ich hier bin habe ich eine Situation erlebt, in der Klauseln mit einem Verbrechen gleichgesetzt werden. De facto arbeiten aber beinahe alle Klubs im Weltfußball mit Klauseln. Viele Spieler, die eine Etage höher spielen wollen, kommen nur in einem Szenario, in dem dieser Schritt auch ermöglicht wird. Das ist nichts Verwerfliches, nichts Böses, sondern ein normales Instrument. Entscheidend ist, in der Höhe der Klausel einen guten Job zu machen", hält Kreissl fest. "Darum gibt es bei uns keine Klauseln im sechsstelligen Bereich. Wir reden von Millionen."

Ein Millionen-Transfer dürfte nun auch Thorsten Röcher werden. Der talentierte Flügelspieler verfügt über eine Klausel und hat ein lukratives Angebot aus Ingolstadt vorliegen. Für Kreissl kein Drama.

"Thorsten hat die Entscheidung, auf das Geld zu verzichten, schon letzte Saison gefällt. Er war bei allen drei anderen Großklubs in Österreich, bis hin zu Red Bull Salzburg, begehrt. Aber unfassbarer Weise hat sich Thorsten nach persönlichen Gesprächen mit mir und Franco Foda für Sturm entschieden. Aber schon damals hat er mich darüber informiert, dass sein Traum Deutschland ist", erinnert sich Kreissl an den vergangenen Sommer.

"Ihn trotzdem zu verpflichten war eine Grundsatzentscheidung, die ich noch einmal so machen würde. Wenn diese Klausel gezogen wird, wird Thorsten ungefähr der dritterfolgreichste Transfer der letzten Jahre. Er wird nicht hergeschenkt. Aber es war ein Instrument, Thorsten vom Wechsel nach Graz zu überzeugen. Jetzt hat mich Thorsten informiert, fast mit Tränen in den Augen, dass er von dieser Klausel vielleicht Gebrauch macht", sagt Kreissl. "Der Transfer ist noch nicht durch, aber er kann sich damit einen Bubentraum erfüllen und ein Mehrfaches verdienen."

Zahlreiche Abgänge für Kreissl auch eine Chance

Nun möchte Kreissl klar Schiff machen und ein Kippen der Stimmung verhindern. Auch wenn die kommenden Tage für Sturm-Fans nicht einfach werden. "Gestern wird Matic verlautbart, zwei Tage später Jeggo, zwei Tage darauf Potzmann, einen Tag später Schoissengeyr, fünf Tage später Röcher, drei Tage später Edomwonyi - das höhlt dich aus und kotzt mich an. Und da lege ich lieber die Situation offen und sage: So schaut es aus. Für Sturm sind so viele Abgänge aber auch nichts Neues und das sagt auch überhaupt nichts darüber aus, wie erfolgreich wir in der nächsten Saison sein werden. Das haben wir in der Vergangenheit bewiesen."

Trotz der Flucht einiger Leistungsträger sieht der Wiener große Chancen für die Zukunft und bedient sich prominenter Beispiele: "Nehmen wir die letzten beiden Vizemeister her. Rapid hat gesagt: ‚Angriff auf den Titel!' Gelandet sind sie im unteren Teil der Tabelle. Der nächste Vizemeister: Austria Wien. Der Trainer hat zum Angriff geblasen, rausgekommen ist Platz sieben. Das wird uns nicht passieren, das nehme ich vorweg. Aber es ist schwer, einen Erfolg zu bestätigen", so Kreissl.

"Ich kenne einen Trainer, der eine erfolgreiche Mannschaft übernahm und sagte: Können wir bitte etwas verändern? Jeder Spieler der da ist, ist nur haß', weil er den Sprung nicht geschafft hat. Sie waren satt."

Für die kommende Saison sieht Kreissl nun ein starkes Grundgerüst rund um Dario Maresic, Lukas Spendlhofer, Anastasios Avlonitis, Fabian Koch, Sandi Lovric, Peter Zulj (der über keine Ausstiegsklausel verfügt und nur für eine astronomische Summe gehen darf), Jakob Jantscher, Philipp Huspek, Deni Alar, Emeka Eze und Stefan Hierländer.

"Selbst wenn da zwei wegfallen, ist das bei Gott nicht schlecht", sagt Kreissl. "Ich sehe in jeder Veränderung eine Chance, das meine ich ehrlich. Vielleicht tut uns frisches Blut in der Situation gut. Mit dem Cup-Sieg, dem Vizemeister, Platz zwei in der Torschützenliste, fünf Teamspielern sind wir relativ nah am Maximum dran", ist sich Kreissl sicher.

"Und darum sage ich: Vielleicht ist es gar kein Fehler, wenn sich drei, vier Spieler mehr verändern. Und ich kann das auch gelassen sagen, weil ich jetzt große Mittel über habe. Mit dem Geld, das für Potzmann, Jeggo und Edomwonyi eingeplant war, bekomme ich richtig gute Spieler. Mit der Ablöse von Röcher kann man vielleicht einen Spieler aus dem Vertrag kaufen. Wir haben Möglichkeiten, frisches Blut reinzubringen", ist Kreissl zuversichtlich. Und weiß aber auch: "Den Beweis, dass wir nächste Saison voll da sein werden, kann ich erst im Winter antreten. Bis dahin muss ich durch ein dunkles Tal streiten."

Die Abschlusstabelle der Bundesliga 2017/18:

PlatzTeamSpieleTordifferenzPunkte
1FC Salzburg36+5283
2SK Sturm Graz36+2370
3SK Rapid Wien36+2562
4LASK Linz36+857
5Admira36-751
6SV Mattersburg36-646
7FK Austria Wien36-443
8SC Rheindorf Altach36-1638
9Wolfsberger AC36-2633
10SKN Sankt Pölten36-4920
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