Frederic Berthold holt sich Platz drei in Wengen

Hintermann gewinnt Wengen-Kombi

Von APA
Freitag, 13.01.2017 | 14:50 Uhr
Frederic Berthold holte sich Platz drei
© GEPA
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Der Schweizer Niels Hintermann hat sämtliche Favoriten düpiert und die Alpine Kombination in Wengen vor dem Franzosen Maxence Muzaton und dem Vorarlberger Frederic Berthold gewonnen.

Immer stärker werdender Schneefall in der Abfahrt hat ein Sensations-Ergebnis in der Wengen-Kombination gebracht, zudem wurde die kleine Kristallkugel vergeben: Alexis Pinturault wurde 20. und holte sich den Sieg im Kombi-Weltcup.

Aufgrund der Wettervorhersagen war in der Lauberhorn-Kombi zuerst der Slalom ausgetragen worden, diesen entschied der Schweizer Justin Murisier vor dem Slowenen Stefan Hadalin (0,17) sowie den Franzosen Victor Muffat-Jeandet (0,20) und Pinturault (0,57) für sich. Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr hatte 2,25 Rückstand, Romed Baumann büßte 2,51 und Berthold 3,12 Sekunden ein. Zum Start der auf verkürzter Strecke ausgetragenen Abfahrt schneite es nur leicht, nach zehn Läufern wurde der Niederschlag aber immer heftiger, die folgenden Athleten waren chancenlos.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das spätere Siegertrio bereits formiert. "Momentan kann ich noch nicht viel sagen, das ist unbeschreiblich. Klar hatten wir hatten extremes Glück mit dem Wetter. Die ersten Zehn hatten einfach noch nicht so viel Schneefall", sagte der 21-jährige Hintermann, der für den ersten Schweizer Saisonsieg sorgte.

Am Samstag fairer? "Chancen stehen nicht so gut"

Den Kopf schüttelte auch Berthold, der sein Glück nicht ganz fasste. "Das war ganz interessant. Der Slalom war sehr schwierig in der Früh, es war eine ziemlich harte Piste, da habe ich mich runtergekämpft und hatte eine gute Nummer für die Abfahrt", sagte der Vorarlberger, der sich damit aber noch nicht bei der WM sieht. Chancenlos indes waren auch Vorjahressieger Kjetil Jansrud (11.) und Pinturault, der sich mit nur zwei Saisonbewerben aber das kleine Kristall sicherte.

Der sechstplatzierte Baumann lieferte angesichts der Verhältnisse eine starke Abfahrt ab. "Fair wäre auf jeden Fall cool gewesen. Ich bin mit meiner Abfahrt super zufrieden, ich hätte nicht groß gewusst, wo ich noch schneller fahren kann", sagte der Tiroler, der sich damit wohl für die WM qualifizierte. "Es war so abartig, wenn du unter der Fahrt merkst, es bremst, es stoppt, du machst dich klein und es geht trotzdem nix weiter." So Rennen gäbe es immer wieder, er hoffte, dass es in der Spezialabfahrt am Samstag fair zugehen wird. "Aber die Chancen stehen nicht so gut."

Für Kriechmayr wurde es der 17. Platz. "Man braucht nur das Ergebnis sehen, dann weiß man eh, ob es fair war oder nicht. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich alles in der Hocke gefahren, es hat mich die ganze Zeit hergestoppt." Man sei schlicht chancenlos gewesen." Seine Slalom-Performance bezeichnete er als "für einen Abfahrer nicht so schlecht".

Mayer, Franz, Reichelt und Walder im Slalom out

An der Durchführung der Abfahrt am Nachmittag zweifelte er zur Halbzeit nicht. "Wenn das wer schafft, dann der Bauernbua aus Oberösterreich, der Hannes Trinkl, der buddelt da so rein, ich glaube, der trainiert hier heute mehr Kondi als ich den ganzen Sommer", sagte Kriechmayr über den FIS-Rennleiter. Zwar gelang es der Pistencrew, den Neuschnee rauszurutschen, ehe der Schneefall aber wieder stärker wurde.

Matthias Mayer, Max Franz, Hannes Reichelt und Christian Walder schieden im Slalom aus, aus diesem Quartett war Reichelt nur angetreten, weil er ein zusätzliches Abfahrtstraining wollte. Mayer indes hatte auch in der Kombi Ambitionen und lag bei der ersten Slalom-Zwischenzeit sogar eine Hundertstel voran. "Schade, ich habe es bis dorthin super erwischt. Kann man nix machen, ist jedem schon einmal passiert im Slalom", sagte der Abfahrts-Olympiasieger.

Ans Zurücksteigen dachte er nicht. "Ich war schon zwei Tore weiter herunten. Ich bin auf die Kombi gegangen heute, habe mir gedacht, ich muss im Slalom voll andrücken, weil es sowieso eine fifty-fifty-Entscheidung ist, ob die Abfahrt geht.

Franz kam mit den eisigen Verhältnissen nicht zurecht, das habe man im Training nie gehabt. "Ich habe gehofft, ich bekomme am Start gleich ein Gefühl für den Schnee, das war dann nicht so. Aber eine Rennspannung habe ich aufgebaut, das geht auch mit einem Slalom", sagte er vor der Spezialabfahrt.

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