Fussball

Vaterfigur Ranieri, die NFL und wann in Europa Schluss ist

Von APA
Christian Fuchs freut sich mit Claudio Ranieri

Christian Fuchs hat sich am Montag mit seinem Trainer Claudio Ranieri mitgefreut. Der 65-jährige Italiener wurde nach der sensationellen vergangenen Saison mit Leicester City von der FIFA als Welttrainer 2016 ausgezeichnet. "Mit der Art wie er uns gemanagt hat und uns auch Freiheiten gegeben hat, hat er es sich absolut verdient", sagte der Ex-ÖFB-Teamkapitän am Mittwoch in Wiener Neustadt.

Ranieri hatte die "Foxes" im Juli 2015 übernommen und den vermeintlichen Abstiegskandidaten sensationell an die Spitze der englischen Premier League geführt. "Wenn du von einem Abstiegskandidaten kurz vor Saisonbeginn verpflichtet wirst, ist das normalerweise kein gutes Zeichen. Wenn du dann ein Jahr später englischer Meister bist, wirst du was richtiggemacht haben", erklärte Fuchs.

Fuchs: "Ranieri ist eine gewisse Vaterfigur"

Ranieri zeichne eine gewisse Lockerheit aus. "Er ist ja auch schon Großvater. Er ist eine gewisse Vaterfigur, kann sich gut in Spieler reinversetzen", sagte der Linksverteidiger. Neben ein paar ein bisschen verrückten Jungen gebe es viele Familienväter im Team. Der eine freie Tag pro Woche für die Spieler wird vor allem von diesen sehr gerne gesehen. "Er weiß auch, was der Privatmensch braucht. Das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen hat er sehr gut hinbekommen. Das ist ein ganz ein großer Pluspunkt", sagte der 30-jährige Niederösterreicher.

Obwohl Leicester diese Saison bisher nicht an die Traumsaison anschließen konnte, sogar Abstiegssorgen hat, habe sich diesbezüglich nichts geändert. Ranieri ist 2016/17 kein anderer wie 2015/16. "Ich habe ihn letztes Jahr laut erlebt und dieses Jahr laut erlebt, aber auch einfühlsam. Auch wenn es nicht so gut gelaufen ist, hat er die richtigen Worte gefunden und ist ruhig geblieben", gab Fuchs Einblick.

Leicester liegt nach 20 Spielen mit nur 21 Punkten auf Rang 15, der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt nur sechs Zähler. Vor allem auswärts war die Saison bisher zu vergessen, in zehn Anläufen gab es keinen Sieg und nur drei Punkte. Mit zuletzt drei Pflichtspielen ohne Niederlage ist allerdings aktuell insgesamt ein kleiner positiver Trend erkennbar.

"Es sind natürlich ein paar mehr Niederlagen jetzt dabei, es fühlt sich aber nach wie vor sehr gut an", meinte Fuchs, der 26 Pflichtspiele in den Beinen hat. Genauer wollte er sich zur sportlichen Situation beim Champions-League-Achtelfinalisten wenige Tage vor dem Duell mit Tabellenführer Chelsea am Samstag aber nicht äußern.

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Viel lieber sprach er über die "Fox Soccer Academy Austria", die am Mittwoch in Wiener Neustadt startete. Fuchs ist der Schirmherr der Talente-Förderaktion. Vergangenen Sommer gab es bereits ein Camp in Wien, nun wird in Wiener Neustadt vorerst einmal wöchentlich zwei Stunden am Mittwoch in der Arena Nova bzw. bei besseren Bedingungen im Stadion Wiener Neustadt mit Talenten im Alter zwischen 10 und 16 Jahren gearbeitet. Die Stadt stellt die Einrichtungen zur Verfügung.

"Ich bin überzeugt, dass wirklich viele Kinder fußballbegeistert, aber noch unentdeckt sind", so Fuchs. Ziel ist es, die Camps, die sich vor allem auch an Spieler richten, die den Weg in die Akademien nicht schaffen oder nicht gehen wollen, sukzessive auszuweiten. "Wir probieren uns jetzt einmal zu etablieren", betonte Fuchs. In der Folge sei ein internationaler Austausch der besten Academy-Teilnehmer aus Österreich, England und den USA angedacht. In England und den USA gab es auch bereits erste Kurse.

Der Traum vom American Football

Fuchs versucht immer wieder aktiv dabei zu sein. Noch ist das aber aufgrund seiner Profitätigkeit ein schwieriges Unterfangen. Die wird im Sommer 2019 in Europa wohl definitiv zu Ende sein. "Das ist schon der Plan, danach hält mich eigentlich nichts mehr in Europa. Dann will ich Ehemann und Vater sein und meine Kinder richtig aufwachsen sehen", sagte Fuchs, der seinen Vertrag im Oktober 2016 auch aus finanziellen Gründen ("Absicherung für die Familie") noch einmal verlängerte. Derzeit pendelt er immer wieder zwischen England und den USA, wo seine Familie lebt, hin und her.

Dort könnte er dann sportlich aber noch einmal richtig durchstarten. Fuchs' Traum vom Wechsel zum American Football ist noch lange nicht ausgeträumt. "Die NFL ist noch immer mein Traum, wieso nicht, ich probier's", sagte Fuchs.

Leicester City im Vereinsprofil

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