Tennis

Gegen den angeschlagenen Angstgegner

Dominic Thiem
© getty

Für Dominic Thiem geht es gegen David Goffin (JETZT im LIVETICKER) um den Einzug in sein erstes Halbfinale bei den ATP Finals in London.

Von Florian Goosmann aus London

Dominic Thiem war einfach nur froh. "Ich merke selbst gerade, wie viel besser ich drauf bin, nachdem ich gewonnen habe. Ein Sieg ist einfach viel, viel schöner. Man geht morgen mit einem viel besseren Gefühl ins Training und mit mehr Selbstvertrauen ins Match am Freitag", sagte er nach seinem Triumph über Pablo Carreno Busta am Mittwoch. Ein Sieg, der so verdient war - auch wenn Thiem beinahe an einem schwachen zweiten Satz und einer mangelhaften Ausbeute an Breakchancen gescheitert wäre - 13 Stück hatte er sich in den guten zwei Stunden mit teils tollem, druckvollem Tennis erspielt, nur 4 davon genutzt. "Jetzt muss man nicht großartig rechnen", wusste Thiem direkt, was ihn im letzten Gruppenspiel erwarten wird. "Der Gewinner ist dann weiter."

Bilanz gegen Goffin: 3:6

Auf den nächsten Gegner sind Thiem-Fans naturgemäß nicht gut zu sprechen. David Goffin, ein gerne genommener Trainingspartner und Kumpel von Thiem, hat auf dem Platz noch nicht viel für eine Freundschaft getan. 6:3 führt er im direkten Vergleich, aber, so Thiem: "Ich hab gegen ihn auch zwei sehr wichtige Matches gewonnen. Das Viertelfinale in Paris (2016, Anm. d. Red.) und das Finale in Gstaad (2015, Anm. d Red.). Das ist natürlich besser, als wenn ich noch nie gegen ihn gewonnen hätte. Und das Spiel am Freitag ist mit einem Grand-Slam-Finale zu vergleichen."

In der Halle lautet die Bilanz 1:1, auch wenn diese nicht aussagekräftig sein kann: 2014 in Basel gewann Goffin in zwei Sätzen, 2015 in Marseille profitierte Thiem von der Aufgabe Goffins.

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Fragen um die Fitness

Bei beiden Spielern war der körperliche Zustand zuletzt die große Unbekannte. Thiem schlug sich in den vergangenen Wochen mit offenen Zehen herum, die ihm, so sagt er, aber keine Probleme mehr bereiten würden. Die Szene im Carreno-Busta-Match, in der Thiem einen Schuh auszog und den Fuß schüttelte, hatte keine große Bedeutung. "Das war nur eine kleine Dummheit. Ich hatte die Schuhe zu eng gebunden und mir ist mein großer Zeh eingeschlafen."

Hinter Goffins Fitness steht nach wie vor ein großes Fragezeichen. Probleme am Knie schienen ihn bei seiner Klatsche (0:6, 2:6) gegen Grigor Dimitrov zu behindern, auch wenn er danach nichts davon wissen wollte. "Das Tape habe ich seit den US Open am Knie, das werde ich weiterhin tragen. Aber ich bin bei fast 100 Prozent", versicherte er - eine Zahl, die er schließlich auf "ganze 100 Prozent" erhöhte, als die Frage aufkam, ob ihm das lange Nadal-Match noch in den Knochen gesteckt habe. Es spricht für Goffin, dass er keine Ausreden sucht. Dass jedoch tatsächlich mehr Probleme am Knie vorhanden sind, als er zugeben wollte, hörte man in London aus mehreren Ecken, unter anderem von seinem Trainer. Inwiefern er gegen Thiem wieder bei tatsächlichen 100 Prozent steht? Die große Frage.

Thiem darf sich hiervon natürlich nicht beeindrucken lassen. Für ihn zählt es, und das ist gut so. "Es ist natürlich viel geiler am Freitag zu spielen, wenn man die Chance hat, am Samstag dabei zu sein - und es nicht nur ein halbes Freundschaftsspiel ist", frohlockte er. Denn, so Thiem: "Es ist eins der wichtigsten Spiele. Ein Semifinale hier ist definitiv mit einem Semifinale bei einem Gramd Slam zu vergleichen, vielleicht sogar noch wertvoller, weil man nur gegen Top-Ten-Spieler spielt. Aber das darf mich alles nicht berühren, es wird ein sehr schweres Tennisspiel gegen einen sehr schweren Gegner."

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