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NFL: Die wichtigsten Regeln für einen erfolgreichen Draft

Der NFL Draft 2021 findet in Cleveland/Ohio statt.

Der NFL Draft 2021 ist in Sichtweite (29. April bis 1. Mai jeden Tag im LIVETICKER). Doch wie gestaltet sich ein erfolgreicher Draft? Was müssen Teams beachten, um letztlich mit gutem Gewissen aus den drei Drafttagen hervorzugehen? SPOX nennt die goldenen Regeln des Drafts.

NFL: Die wichtigsten Regeln für einen erfolgreichen Draft

NFL Draft: Trades nach oben nur für Quarterbacks

In nahezu jedem Draft sehen wir zahlreiche Trades, und das vor allem für Quarterbacks, aber eben auch für andere Positionen. Doch hier greift ein ganz wichtiger Grundsatz: Es gibt keinerlei Garantien im Draft. Das heißt: Jeder Spieler, der letztlich gezogen wird, kommt mit teils gehörigen Fragezeichen.

Insofern sollte sich jeder General Manager oder Teampräsident die Frage stellen, ob es ein potenzieller Draftpick wirklich wert ist, für ihn nach oben zu traden, speziell wenn es nicht um einen Quarterback geht. Quarterbacks sind bekanntlich die wichtigste Position im Football, weshalb hier gewissermaßen andere Regeln gelten.

Für Quarterbacks lohnt es sich in aller Regel eben schon, nach oben zu traden, weil damit am ehesten das Schicksal einer Franchise über die folgenden fünf bis zehn Jahre im Erfolgsfall positiv beeinflusst werden kann.

Doch diesen Impact hat eigentlich keine andere Position, weshalb davon abzuraten ist, für hohe Preise ein paar Plätze vorzurücken.

NFL Draft: Vorsicht ist bei Trades für Quarterbacks dennoch geboten

An dieser Stelle sei erwähnt, dass ein Trade nach oben für einen Quarterback allerdings keineswegs ein Allheilmittel ist. Es kann auch ganz schön schiefgehen!

Seit 2016 sahen wir im Draft acht Trades, die zu Quarterback-Picks in den Top 15 geführt haben. Von diesen acht kann man mit gutem Gewissen aber immerhin drei als sehr gute Picks bezeichnen - sie erbrachten nämlich Josh Allen, Patrick Mahomes und Deshaun Watson.

Die anderen fünf wiederum sind 2021 schon nicht mehr bei den Teams, die sie ursprünglich gedraftet hatten. Grundsätzlich ergibt es Sinn, den Quarterback zu holen, den man für sich am besten einschätzt, aber man sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass dies ein teurer Fehler werden könnte.

NFL Draft: Quarterback-Uptrades seit 2016 (Top 15)

JahrDraftpick in Runde 1SpielerTeamUrsprünglicher Inhaber des Picks
20161Jared GoffL.A. RamsTennessee Titans
20162Carson WentzPhiladelphia EaglesCleveland Browns
20172Mitchell TrubiskyChicago BearsSan Francisco 49ers
201710Patrick MahomesKansas City ChiefsBuffalo Bills
201712Deshaun WatsonHouston TexansCleveland Browns/Eagles
20183Sam DarnoldNew York JetsIndianapolis Cotls
20187Josh AllenBuffalo BillsTampa Bay Buccaneers
201810Josh RosenArizona CardinalsOakland Raiders

NFL Draft: Jeder Pick ist ein Lotterieticket

Das bringt uns nahtlos zum zweiten wichtigen Grundsatz eines jeden (NFL-)Drafts: Nichts ist sicher! Man kann den besten verfügbaren Spieler im Draft ziehen und am Ende doch keinen positiven Ertrag mit ihm erzielen. Man denke an Ryan Leaf. Im Draft 1998 gab es eine ernsthafte Diskussion darüber, dass Leaf vielleicht besser sein könnte als ein gewisser Peyton Manning.

Genauso gut kann man zum Beispiel in der sechsten Runde einen soliden Spieler ziehen, der aber eigentlich kaum Upside mitbringt und sich 20 Jahre später als größter QB der Geschichte herausstellt. Es ist aber schlicht nicht vorauszusagen vor dem Draft.

Das bringt uns zur Erkenntnis, dass Draftpicks per se Lotterietickets sind. Sprich: Jeder kann wertvoll sein, es könnte sich aber auch eine Niete daraus ergeben. Wie in einer Lotterie erhöhen sich aber auch die Chancen auf Erfolg, je mehr Tickets man kauft.

Auf den Draft übertragen bedeutet dies, dass mehr Picks durchaus die Möglichkeiten erhöhen, einen guten Spieler zu ziehen. Aus diesem Grund hat es durchaus großen Wert, so viele Picks wie möglich zu akquirieren. Das geht durch Trades, aber auch durch einen cleveren Kaderbau. Verliert ein Team in der Free Agency einen guten Spieler, besteht die Chance auf einen Compensatory Pick im übernächsten Draft. Die Ravens oder Patriots ergattern so eigentlich jährlich zusätzliche Draftpicks ab Runde 3.

Ebenso aber kann eine Vielzahl an Picks natürlich auch helfen, wenn sich ein Team doch mal sehr sicher ist, was einen bestimmten Spieler angeht, der von allen hoch angesehen wird. Wer viele Picks hat, kann diese auch mal bündeln und damit nach oben traden.

Dass es auch anders geht, demonstrieren derweil die Los Angeles Rams, die seit Jahren ihre Picks eher dazu nutzen, Trades für etablierte Spieler einzufädeln, anstatt ihr Glück im Draft zu versuchen. Das kann auch zum Erfolg führen, wird aber schnell teuer, denn der Vorteil von eigenen Draftpicks ist es, Spieler für mindestens vier Jahre zu moderaten Preisen zu bekommen.

Der Rams-Weg jedoch erleichtert die Evaluation der potenziellen Zugänge, da sie schon im Umfeld NFL gespielt haben und somit ihre Feuertaufe schon hinter sich haben.

NFL Draft: Wählt den besten verfügbaren Spieler!

Es ist ein Kampf der Philosophien, doch letztlich geht es im Draft darum, sein Team so gut es geht zu verbessern. Wie macht man das? Indem man sich den jeweils besten verfügbaren Spieler auf seinem Draft Board sichert.

Freilich gibt es auch eine andere Meinung, nach der nach Need gedraftet werden sollte. Das bedeutet: Ich brauche dringend einen Linebacker, aber der beste Spieler an meiner aktuellen Position im Draft ist laut meines Boards ein Defensive Lineman oder ein Cornerback zum Beispiel. Sollte ich dann dennoch den Linebacker nehmen? Oder vielleicht doch den Spieler, den ich selbst weiter oben auf dem Board habe?

Beides kann in der jeweiligen Situation Sinn ergeben, doch grundsätzlich befindet sich ein Team per se in keiner guten Position, wenn es eine wichtige Rolle in seinem Kader mit einem Rookie besetzen muss. Einer der Gründe, warum die Free Agency vor dem Draft steigt, ist, dass hier zunächst mal die wichtigen Baustellen beackert werden können, ehe die Jagd auf Spieler startet, die noch keinen Snap in der NFL gesehen haben.

Entsprechend sollte niemand zu viel von einem Rookie verlangen und solche eher behutsam heranführen. Sollten sich diese dann etwa im Training Camp oder im Laufe der Saison an den etablierten Kräften vorbeikämpfen - um so besser!

Insofern ist es sinnvoller, sich gerade früh im Draft nicht allzu sehr auf seine Needs zu konzentrieren, sondern vielmehr die Spieler zu ziehen, die insgesamt den besten Eindruck in der Zeit bis zum Draft gemacht haben. Auf lange Sicht dürfte damit höherer Ertrag erzielt werden als mit Leuten, die nur gezogen wurden, weil ihre Position im Kader gerade schwach besetzt war.

NFL Draft: Wenn man keinen Quarterback hat, sollte man sich nach einem umsehen

Grundsätzlich gibt es nur zwei Arten von Teams in der NFL. Welche, die einen etablierten Franchise-Quarterback haben. Und welche, die keinen solchen in ihren Reihen haben.

Wer einen hat, steht gut da und kann sich auf andere Baustellen stürzen. Die Teams, die keinen haben, wissen genau, dass ihre aktuelle Übergangslösung nicht zu langfristigem Erfolg führen wird. Entsprechend sind sie gefordert, aktiv zu werden.

Das heißt nicht, dass nun alle Teams panisch versuchen sollten, hoch zu traden. Es gibt genügend Situationen, in denen ein alternder Star immer noch etwas im Tank hat und schon deshalb noch keine Eile geboten ist. Man denke etwa an die Atlanta Falcons oder Pittsburgh Steelers. Doch gerade solche Teams sollten zumindest mal den Markt sondieren und schauen, wie sie die eigene Zukunft mit einem neuen QB auf Sicht gestalten könnten.

Das kann unter Umständen auch ein Pick am zweiten oder dritten Tag des Drafts sein. Gerade wer in dem Bereich gezogen wird, hat zunächst Ruhe und Zeit, sich hinter dem noch etablierten Starter weiterzuentwickeln, um eines Tages das Zepter zu übernehmen. Auch eine gute Lösung ist es, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen, wenn einem der potenzielle QB der Zukunft in den Schoß fällt.

Bestes Beispiel hierfür sind sicherlich die Chiefs, die 2017 an Position 10 die Chance sahen, mit Mahomes ihren künftigen Starter zu bekommen. Natürlich war dafür ein Trade mit Buffalo erforderlich, aber es zeigt, das gute Teams proaktiv agieren sollten in Sachen QB. Seinerzeit waren die Chiefs auch ein Top-Team mit einem sehr verlässlichen QB in Alex Smith. Das hielt sie aber nicht davon ab, ihre Augen offen zu halten für eine Chance, den nächsten Schritt zu machen. Ein Beispiel für den Rest der Liga!

Abgesehen davon kann immer etwas passieren, ein QB verletzt sich und dann ist es ratsam, einen ordentlichen Backup zu haben. Einen solchen gibt es mitunter auch im Draft. Gardner Minshew ist da ein gutes Beispiel. Und gerade er könnte ja auch als Tradechip herhalten, wenn sich die Situation ergibt.

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