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NFL

Power Ranking nach Woche 8: Wer ist hier überhaupt der Favorit?

SPOX-Redakteur Adrian Franke zieht sein Zwischenfazit: Das Power Ranking nach Woche 8.

 

16. Los Angeles Chargers (2-5)

Platzierung nach Woche 4: 19.

Die Defense müsste eigentlich besser sein, und die Chargers als Team müssten besser stehen als 2-5. Die Defense ist gut gegen den Run, wackelt aber zu häufig in Coverage - könnte die Rückkehr von Chris Harris hier wieder mehr Stabilität geben? Dass die Offensive Line nicht gut ist, ist kein Geheimnis und in der Folge hat L.A. auch kein gutes Run Game und Justin Herbert muss viel gegen Druck arbeiten. Das macht der Rookie aber deutlich besser als erwartet, und das vertikale Passspiel muss sich ligaweit vor niemandem verstecken. Das Kernproblem für die Offense ist, dass es den Chargers aktuell nicht gelingt, konstant den Ball zu bewegen. Zu häufig sind es Big Plays - oder nichts. Immerhin ist auch auf dieser Seite des Balls ein wichtiges Comeback in Sicht: Austin Ekeler sollte etwa Mitte November zurückkehren. Das könnte Herbert auch dabei helfen, den Ball konstanter zu bewegen. Für die Big Plays hat er mit Keenan Allen und Mike Williams ein absolutes Top-Receiver-Duo.

15. Chicago Bears (5-3)

Platzierung nach Woche 4: 21.

Die Defense ist absolut spektakulär, und sie ist auch ein Hauptgrund dafür, dass Chicago bereits fünf Siege auf dem Konto hat. Khalil Mack spielt sich in die Defensive-Player-of-the-Year-Diskussion, Kyle Fuller ist ohne jede Diskussion ein Nummer-1-Corner und Roquan Smith spielt deutlich besser als letztes Jahr. Die Bears haben defensiv Stars auf allen Ebenen und sind auch ein gut gecoachtes Gesamtkonstrukt - was man über die eigene Offense allerdings nicht sagen kann. Allen Robinson ist hier über jede Kritik erhaben, aber sonst? Matt Nagys Play-Calling muss zunehmend deutlich hinterfragt werden, die Offensive Line spielt deutlich schlechter als noch zu Saisonstart, und auch Nick Foles war nicht ansatzweise das erhoffte Upgrade gegenüber Mitch Trubisky. Und so sind die Bears letztlich - fünf Siege hin oder her - ein Team im Niemandsland der NFL.

14. Cleveland Browns (5-3)

Platzierung nach Woche 4: 13.

Dass die Browns gegen die Raiders am vergangenen Sonntag offensiv kein ähnliches Spiel aufziehen konnten wie Las Vegas, war zumindest mal verwunderlich. Unter starkem Regen und schwierigen äußeren Bedingungen waren es die Raiders, die ein dominantes Run Game aufzogen - nicht die Browns. Dabei ist das eigentlich Kern der Identität in Cleveland und hätte die Browns in diesem Spiel auch tragen sollen. Und dennoch: die größte Sorge ist das nicht. Das wäre eher das Passspiel, und das nicht nur, weil die Browns mit Odell Beckham gerade ihren individuell besten Playmaker verloren haben. Hier muss der Blick auf Baker Mayfield gehen, der über weite Strecken der Saison einfach enorme Probleme hat, wenn er aus dem regulären Dropback-Passspiel den Ball werfen muss. Das in Kombination mit der Tatsache, dass Cleveland defensiv zwar einen Elite-Pass-Rusher in Myles Garrett sowie einen Top-Corner in Denzel Ward, ansonsten aber gerade in Coverage doch größere Defizite hat, verpasst dem Potenzial der Browns ein klares Limit.

13. Las Vegas Raiders (4-3)

Platzierung nach Woche 4: 16.

Die Raiders haben in der Summe eine der anfälligeren Defenses ligaweit. Wenige Teams lassen gegen den Run mehr zu und gerade in Coverage sind ebenfalls wenige Teams schwächer. Insbesondere die Verpflichtung von Cory Littleton hat bisher so überhaupt nicht funktioniert. Der Pass-Rush ist ebenfalls bestenfalls unterer Durchschnitt. Also lautet die Frage: Wie gut kann die Offense das kompensieren? Überraschend gut, tatsächlich. Die Offensive Line ist stabil, die Raiders können den Ball laufen und im Passspiel haben mehr vertikale Elemente Einzug erhalten. Insbesondere mit Henry Ruggs auf dem Feld macht sich das bemerkbar. Natürlich hat Derek Carr auch weiterhin seine ganz eigenen Limitierungen, und die Anzahl der Shootouts, die Las Vegas gewinnen kann, dürfte begrenzt sein - was wiederum aufgrund der eigenen Defense vermutlich noch häufiger notwendig sein wird, gerade wenn es gegen die Liga-Spitze geht. Und dennoch: Die Raiders sind ein Kandidat für den finalen Wildcard-Platz in der AFC.

12. Buffalo Bills (6-2)

Platzierung nach Woche 4: 5.

Rein vom Bauchgefühl her sind die Bills nach dem furiosen Saisonstart inzwischen mehr in der Range angekommen, die man vielleicht im Vorfeld der Saison antizipieren konnte. Buffalos Offense ist und bleibt inkonstant, und dabei kommt man nicht drum herum, die Debatte mit Josh Allen zu starten. Allen hatte einen exzellenten Saisonstart, die Fehler gingen aber nie komplett weg. Sie wurden seltener, und sie wurden seltener bestraft, aber komplett abstellen konnte er sie nie. Aktuell verfehlt er wieder mehr Würfe und das Run Game der Bills läuft nicht so gut wie letztes Jahr, und dann ist die Offense schnell mal wackliger, oder kann, wie etwa gegen die Jets, Drives nicht beenden. Auffälliger bei den Bills bleibt aber die Tatsache, dass die Defense schlicht nicht ansatzweise auf dem Vorjahres-Level ist. Gerade die Front ist wesentlich anfälliger, die Bills sind deutlich wackliger gegen den Run. Aber eben auch die Coverage, insbesondere wenn man Poyer und White ausklammert, hat zu viele Wackelkandidaten. Und so kann sich die Offense eben schlicht weniger Fehltritte leisten als noch im Vorjahr. Die Bills sind immer noch gut, aber wie weit geht die Reise mit Allen?

11. Tennessee Titans (5-2)

Platzierung nach Woche 4: 14.

Diese Titans-Defense ist ein Problem, und zwar kein kleines. Eigentlich dachte man, dass die Front Tennessee auf dieser Seite des Balls auf ein zumindest durchschnittliches Level heben kann. Stattdessen ist der Pass-Rush sehr durchwachsen, die Secondary anfällig und die Run-Defense nicht mehr als Durchschnitt. Auch das Play-Calling ist hier ein zunehmend ernsthaftes Thema; die Titans sind eine desolate Third-Down-Defense. Besserung ist nicht ausgeschlossen, die individuelle Qualität in der Front ist ja da. Aber garantiert ist sie eben auch nicht, mitnichten. Der Trade für Desmond King gefällt mir in dem Kontext sehr gut, die Titans können auf Cornerback generell, aber gerade auch im Slot jede Hilfe gebrauchen. Sollte sich die Defense in der zweiten Saisonhälfte stabilisieren, wäre das extrem wichtig für die Titans. Denn ehrlicherweise ist es schwer zu sagen, wie sehr sich Tennessee im weiteren Saisonverlauf auf die eigene Offense stützen kann: Der Verlust von Taylor Lewan wiegt schwer, die Passing-Offense ist relativ eindimensional und inkonstant. Je mehr Spiele Tannehill als "regulärer" Dropback-Passer spielen muss, weil das Run Game nicht funktioniert oder weil die eigene Defense zu viel zulässt, desto unwahrscheinlicher wird sportlicher Erfolg im Januar.

10. Indianapolis Colts (5-2)

Platzierung nach Woche 4: 10.

Sieben Spiele haben die Colts inzwischen absolviert, gerade die Lions in Detroit deutlich geschlagen - und trotzdem gibt es für mich kein Team, das ich schwerer greifen kann als diese Colts. Die Defensive Line ist sehr gut, aber keine alles dominierende Elite-Line wie die in Pittsburgh. Die Offensive Line ist gut, aber nicht Top-5-Elite, wie wir vor der Saison dachten. Das Run Game ist deutlich schwächer als erwartet und T.Y. Hilton ist so etwas wie ein schwer erklärbarer Totalausfall. Und Rivers? Rivers spielt gut, mit einzelnen Ausreißern nach oben und weniger Ausreißern nach unten. Gut genug, dass die Colts die Division gewinnen könnten. Aber nicht konstant gut genug, um das Team zu tragen. Und das gilt irgendwo auch für die Defense, die definitiv in die Top-10-Konversation gehört, und trotzdem gleichzeitig keine dominante Unit ist.

9. Los Angeles Rams (5-3)

Platzierung nach Woche 4: 6.

Zu sehen, wie Sean McVay die Offense umgebaut und wieder in eine funktionierende Maschine transformiert hat, ist eindrucksvoll. Die Rams haben hier einen klar erkennbaren Plan, die Offensive Line spielt deutlich besser und abermals wird viel über das Play-Action-Passspiel aufgebaut - nur findet darin deutlich mehr im Kurzpassspiel statt als noch vor zwei Jahren, wo aus Play Action wesentlich mehr vertikal attackiert wurde. Die Offense läuft unter dem Strich rund, beeindruckender ist aber, wie schnell die Defense eine neue Identität gefunden hat. Trotz zahlreichen neuen Startern und einem neuen, unerfahrenen Defensive Coordinator in Brandon Staley haben die Rams hier schnell eine Identität gefunden - als eine sehr flexible, schwer lesbare Secondary mit einer Front, deren Base-Line durch Aaron Donald naturgemäß hoch ist. Das ist eine Top-10-Defense, die auch mal ein Spiel an sich reißen kann. Warum also knapp außerhalb der Top-8-Spitzengruppe? So gut die Offense auch designed ist, Jared Goff hat schlicht seine Limitierungen und über die vergangenen Wochen waren die mehrfach zu sehen - nie deutlicher als gegen Miami, wo Goff gegen die Blitz-Pakete von Brian Flores wie das sprichwörtliche Reh im Scheinwerferlicht wirkte. Die Offense kann noch immer funktionieren, wenn Goff schlecht spielt - aber das Potenzial des Teams nach ganz oben ist dadurch geschmälert, und das konnte man auch dieses Jahr in mehreren Spielen bereits beobachten.

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