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NFL: Washington Redskins ändern ihren Teamnamen

SID
Seit Jahren ein Politikum: Logo und Name der NFL-Franchise Washington Redskins.

Die Washington Redskins verabschieden sich nach jahrelanger Kritik von ihrem Namen. Das bestätigte die Frachise in einer Pressemitteilung. Durch die neuerlichen Diskussionen wurde der Druck zu groß und die Änderung unausweichlich.

Die Protestwelle wurde zu groß, die Änderung des umstrittenen Teamnamens unausweichlich: Die Washington Redskins sind eingeknickt und verabschieden sich nach fast 90 Jahren von ihrem Namen. "Dan Snyder und Coach Rivera arbeiten eng zusammen, um einen neuen Namen und ein neues Design zu entwickeln, das unsere stolze und traditionsreiche Franchise aufwerten und unsere Sponsoren, Fans und unsere Kommune für die nächsten 100 Jahre inspirieren wird.

Spekuliert wird über den neuen "nickname" bereits wie wild: von Warriors über Redtails bis hin zu Redhawks. Aus Washington gab es dazu bislang keinen Kommentar. Der neue Headcoach Ron Rivera hatte jüngst zumindest verraten, dass der neue Name die Kultur und Traditionen der amerikanischen Ureinwohner respektieren und eine Hommage an das Militär darstellen solle. Klar ist: Die Klubfarben (Burgunderrot, Gold und Weiß) bleiben erhalten.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Der gewaltsame Tod von George Floyd und die Rassismus-Debatte in den USA hatten auch die Diskussion um die Redskins ("Rothäute") neu entfacht. Kritiker sehen in der Bezeichnung schon lange eine Verunglimpfung der amerikanischen Ureinwohner. US-Präsident Donald Trump dagegen hatte von einer Änderung abgeraten: Er kenne Indianer, "die sehr stolz auf diesen Namen sind".

NFL: Sponsoren setzten Washington unter Druck

Zahlreiche Investoren und wichtige Sponsoren sahen das vollkommen anders. Sie schlossen sich zusammen, forderten eine Namensänderung und drohten mit einem Ende der Unterstützung. Dem dreimaligen Super-Bowl-Champion blieb nichts anderes übrig, als eine "eingehende Untersuchung" anzukündigen.

Die Kontroverse ist für Washington keinesfalls neu. Die Franchise war 1932 als Boston Braves gegründet und kurz darauf in Redskins umbenannt worden, ehe fünf Jahre später der Umzug nach Washington stattfand. Seither scheiterten zahlreiche Klagen gegen den Namen. Selbst der frühere US-Präsident Barack Obama regte während seiner Amtszeit eine Änderung an.

Ein Mann wehrte sich aber lange gegen alle Forderungen: Teambesitzer Dan Snyder. Der Medienunternehmer, dessen Familie 60 Prozent des Klubs besitzt, galt lange als vehementer Gegner einer Umbenennung. Niemals, hatte er zuletzt 2013 gesagt, werde der Name geändert.

Namen, Logos und Fanartikel mit indigenen Bezügen sind in den USA nicht unüblich, in den äußerst beliebten College-Ligen sind sie weit verbreitet. Während die Baseballer der Cleveland Indians eine Prüfung ankündigten, lehnen andere Teams wie die Atlanta Braves (MLB) oder die Chicago Blackhawks (NHL) solche Überlegungen ab.

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