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NFL

Houston Texans vs. Buffalo Bills 22:19 OT - Watt und Watson befeuern Texans-Sieg - Allen implodiert

Deshaun Watson riss das Wildcard Game gegen die Bills in der zweiten Hälfte an sich.

Die Houston Texans haben die Buffalo Bills im ersten Wildcard-Playoff-Spiel der Saison mit 22:19 in der Overtime durch ein Field Goal von Ka'imi Fairbarin geschlagen. Die Bills lagen zwischenzeitlich 16:0 vorn, doch ein Schlüssel-Play von Rückkehrer J.J. Watt und eine beherzte Vorstellung von Deshaun Watson brachte die Hausherren zurück.

Die Bills eröffneten das Spiel mit einem großartig designten Drive, der in einem frühen Touchdown mündete. Die Bills zogen alle Register: Pässe in frühen Downs, viele Touches für Running Back Devin Singletary und schließlich ein Trick-Spielzug zum Score - Wide Receiver John Brown warf einen 28-Yard-Touchdown-Pass auf Quarterback Josh Allen, der zuvor selbst schon mit einem 42-Yard-Lauf das Team in Position gebracht hatte.

Anschließend ließen die Bills weiterhin ihre Balance in der Offense aufblitzen, wurden jedoch zweimal in der Red Zone gestoppt und mussten sich mit zwei Field Goals bis zum Ende der ersten Hälfte begnügen. Besonders der finale Drive war fragwürdig, da die Bills ganz am Ende nach dem 1st Down einen Spike nahmen, um die Zeit zu stoppen, ehe ein Pass in die Endzone versucht wurde - Wide Receiver Duke Williams ließ ihn unter guter Bewachung fallen.

Die Texans wiederum kamen nicht so recht aus den Startlöchern und hatten massive Probleme mit dem Pass Rush der Gäste. Bis zur Pause kassierte Quarterback Deshaun Watson vier Sacks und auch sonst gelangen Houston keinerlei Big Plays.

Der Beginn der zweiten Halbzeit brachte dann jedoch so etwas wie eine Wende im Spiel. Die Texans stoppten die Bills in deren erster Serie nach der Pause an der 40 der Texans, woraufhin die Gäste bei 4th&5 punteten, anstatt den Versuch auszuspielen, was womöglich die weisere Lösung gewesen wäre.

Wenig später ging es für die Bills dann erneut tief in die gegnerische Hälfte, doch bei 3rd Down kam der große Auftritt von Rückkehrer J.J. Watt, der einen so wichtigen Sack gegen Allen schaffte. Buffalo begnügte sich erneut mit einem Field Goal von Steven Hauschka zum 16:0. Die Texans jedoch erlangten dadurch Rückenwind und marschierten anschließend mit mehr Überzeugung übers Feld. Das Ergebnis: Ein Touchdown-Lauf von Deshaun Watson, der mehrere Verteidiger im Schlepptau bis in die Endzone trug. Anschließend konvertierte er auch die Two-Point Conversion selbst zum 8:16-Anschluss.

Texans drehen Spiel im vierten Viertel gegen Bills

Damit nicht genug, denn zum Ende des dritten Viertels erzwang Whitney Mercilus auch noch einen Fumble gegen Allen nahe der Mittellinie. Dieses Mal jedoch gelang den Bills ein Sack kurz vor der Red Zone bei 3rd Down, sodass Houston dieses Mal auch nur ein Field Goal blieb.

Die Texans hielten jedoch den Fuß auf dem Gas und erzwangen erstmals im Spiel ein 3-and-Out - auch dank Pressure von Watt bei 3rd Down! Anschließend marschierten die Texans erneut unwiderstehlich übers Feld und kamen schnell in die gegnerische Hälfte durch einen 41-Yard-Pass von Watson auf Hopkins, der nun besser ins Spiel fand. Am Ende stand dann ein 5-Yard-Touchdown-Pass von Watson auf Running Back Carlos Hyde, der kurz davor noch einen Pitch gefumblet hatte. Die anschließende Two-Point Conversion (Watson auf Hopkins) saß und die Texans gingen erstmals im Spiel in Führung (19:16).

Die Bills schafften es danach schnell wieder in die gegnerische Hälfte, doch dann ging ihnen ein wenig die Puste aus. Bei 3rd Down leistete sich Allen dann den wohl entscheidenden Fehler: Umzingelt von mehreren Gegnern warf er den Ball im Rückwärtsfallen innerhalb der Pocket weg und kassierte damit eine Strafe für Intentional Grounding. Das schob die Gäste zurück an die 42 für einen 4th&27. Anschließend verlor Allen bei einem Sack nochmal mächtig Raum und wurde an der eigenen 39 zu Boden gebracht. Danach versuchten die Texans die Uhr herunterzuspielen, wurden jedoch bei einem 4th Down nahe der gegnerischen Red Zone gestoppt. Die Bills bekamen also nochmal den Ball zurück.

Und sie machten das Beste daraus und glichen Sekunden vor Schluss durch Hauschkas 47-Yard-Field-Goal doch nochmal aus. Es ging somit in die Overtime. Dort bekamen die Texans zuerst den Ball, schafften jedoch kein 1st Down, da Tight End Darren Fells einen 3rd-Down-Pass unbedrängt fallen ließ. Die Bills drohten dann Field-Goal-Reichweite zu erreichen, doch ein Blindside-Block machte diese Chance zunichte, sodass auch die Bills punten mussten.

Dieses Mal ließen sich die Texans nicht lumpen! Ein 3rd&long verwerteten sie, weil die Bills-Defense bei einem Drop-Off zum Running Back viel zu weit hinten spielte. Und später im Drive wich Watson gekonnt heftigem Druck aus und fand Taiwan Jones, der schließlich bis an die 10 lief. Das war die Vorlage für Kicker Ka'imi Fairbairn zur Entscheidung aus 28-Yards zum Sieg!

Houston Texans (10-6) - Buffalo Bills (10-6)

Ergebnis: 22:19 OT (0:7, 0:6, 8:3, 11:3, 3:0) BOXSCORE

Texans vs. Bills - die wichtigsten Statistiken

  • Josh Allen ist erst der dritte Quarterback in der NFL-Geschichte, der in der Postseason einen Touchdown-Pass gefangen hat. Die anderen beiden waren Nick Foles beim "Philly Special" in Super Bowl LII sowie Marcus Mariota 2017 im Wildcard Game gegen die Chiefs.
  • Watsons 20-Yard-Touchdown-Lauf ist der drittlängste in der Postseason in den letzten 15 Jahren für einen Quarterback. Nur Colin Kaepernick (56 Yards) 2012 und Alex Smith (28 Yards) 2011 schafften längere TD-Läufe.
  • Dieses Spiel ist das erste Wildcard-Spiel seit der Saison 2011, das in der Overtime entschieden wurde. Damals schlugen die Broncos die Steelers durch einen 80-Yard-Touchdown-Pass im ersten Play der OT von Tim Tebow auf Demaryius Thomas.

Der Star des Spiels: Deshaun Watson (Texans)

Das Play, das die Wende brachte? Einfach: Der Sack von J.J. Watt, der die Wende bedeutete. Anschließend riss dann Watson, der vor der Pause zu zögerlich auftrat und insgesamt 6 Sacks kassierte, das Spiel an sich und machte im Grunde alle seine Mitspieler besser. Mit nun aggressiverer Einstellung und mutigeren Play-Calls erwachte dann auch DeAndre Hopkins und im Verbund waren sie dann nicht mehr von einer bis dahin starken Bills-Defense zu stoppen. Die Entscheidung lieferte Watson dann durch seinen Escape-Act und anschließendem Pass auf Jones.

Der Flop des Spiels: Josh Allen (Bills)

Josh Allen spielte eine starke Partie - bis zum Sack von Watt! Anschließend gingen bei ihm anscheinend die Lichter aus und die Nerven an, denn er leistete sich einige teils unglaubliche Fehler. Sein Fumble war ganz schlechte Ball Security, seine Grounding-Strafe war pure Panik und der anschließende Sack komplettierte zwei Plays mit 46 Yards Raumverlust. Allen implodierte in der entscheidenden Phase und warf damit fast alleine dieses Spiel aus dem Fenster.

Analyse: Texans vs. Bills - die Taktiktafel

  • DeAndre Hopkins gegen Tre'Davious White sollte das Duell des Spiels werden. Die Texans allerdings entschieden sich, ihren Top-Receiver vermeintlich zu entlasten und stellten ihn daher häufig in den Slot, um White vermehrt aus dem Weg zu gehen. Insgesamt ging der Plan auf, denn White folgte ihm nicht übers Feld, doch die Leistung Hopkins' förderte es auch nicht. Er sah kaum Targets und wurde sogar häufig von Watson übersehen, selbst wenn er offen war. Als er dann doch seinen ersten Catch schaffte, verlor er prompt einen Fumble.
  • Das war allerdings vor der Pause. Nach der Pause änderte sich die Offensiv-Philosophie der Texans jedoch grundlegend. Nach dem Watt-Sack schienen die Hausherren Blut geleckt zu haben und wurden weitaus mutiger und aggressiver in ihren Play-Callings. Speziell Watson wurde selbstsicherer und nicht mehr so zögerlich wie vor der Pause. Sehr viel häufiger schaltete er in den Ego-Modus und lief selbst mit dem Ball, was den Bills merklich zusetzte. Zudem suchte er nun gezielter - auch mit Deep Balls - Hopkins, der sich dann auch direkt gegen White des Öfteren durchsetzte.

  • Spannend war auch, wie die Texans Watt einsetzen würden. Wie angekündigt durfte Watt vor allem bei 3rd Down und später im Spiel dann in offensichtlichen Passing-Situationen ran. Wie üblich spielte er variabel auf beiden Seiten der Line, wurde oft gedoppelt. Wenn man ihm aber mit nur einem Mann - und teilweise auch gar nicht - blockte, machte er auf sich aufmerksam. Neben dem so wichtigen Sack hatte er noch ein paar weitere Pressures, die Allen sichtlich behinderten.
  • "Billy Special"? Nicht ganz, aber der Touchdown-Pass von Brown auf Allen war ein sehr gutes Design: Zunächst täuschte man der Defense vor, ein Play nach rechts anzuvisieren, indem zunächst der Running Back per Motion nach rechts geschickt wurde. Anschließend lief auch Brown von links einen angetäuschten Jet Sweep nach rechts, als er den Ball von Allen per Pitch bekam. Alles orientierte sich also nach rechts aus Sicht der Bills, bis auf Allen, der dann links vor der Endzone völlig offen war. Touchdown!
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