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NFL Power Ranking nach Woche 13: Und wer ist jetzt der Titelfavorit?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt auf den aktuellen Zustand aller 32 Teams in der NFL.

Die Regular Season 2019 biegt auf die Zielgerade ein - wo findet man mit Blick auf die Playoffs die größten Favoriten? Die Patriots und Packers rutschen ab, während Buffalo und Houston klettern. Auch im Liga-Keller gibt es eine neue Hackordnung. SPOX-Redakteur Adrian Franke ordnet in seinem letzten Power Ranking für die diesjährige Regular Season die 32 Teams vor dem Schlussspurt ein.

Power Ranking nach Woche 13:

Zum Power Ranking vor dem Saisonstart geht's hier lang.

Zum Power Ranking nach Woche 4 geht's hier lang.

Zum Power Ranking nach Woche 8 geht's hier lang.

32. New York Giants (2-10)

Platzierung nach Woche 8: 27.

New York glänzt in der Run-Defense, keine Frage; zumindest teilweise wurde dieses Team ja auch mit einem Fokus darauf zusammengestellt. Doch der Pass-Rush ist extrem zahnlos und in der Secondary ist sehr viel unterer Durchschnitt (oder darunter) unterwegs. Das macht die G-Men in der Defense in der Summe sehr anfällig. Die Offense derweil kann den Ball zunehmend überhaupt nicht laufen, das Run-Blocking ist viel schlechter als gedacht und auch Saquon Barkley spielt alles andere als eine gute Saison. Die Giants können den Ball mit Daniel Jones werfen, sie haben im Passspiel auch Waffen - wenn die denn endlich mal konstant gemeinsam auf dem Platz stehen. Doch Jones' einzelne Big Plays kommen Woche für Woche mit enormem Risiko und dadurch mit Turnover-Gefahr, während er, was Pocket-Verhalten angeht, aktuell vielleicht der schlechteste Starting Quarterback in der NFL ist. Das führt zu einer brutalen Anzahl an Fumbles, gegen die Packers kamen weitere haarsträubende Interceptions dazu. So sind die Giants ein Team, das defensiv zu viel zulässt und offensiv trotz gelegentlich sehenswerter Total Stats noch einen sehr weiten Weg vor sich hat.

31. Cincinnati Bengals (1-11)

Platzierung nach Woche 8: 31.

Dass man Ryan Finley jetzt nach drei Spielen wieder auf die Bank setzte, legt zumindest mal nahe, dass die ursprüngliche Entscheidung des Quarterback-Tauschs innerhalb der Franchise nicht gerade einstimmig war. Zumindest wüsste ich nicht, was man von Finley unter diesen Umständen (desolate Offensive Line, kaum Waffen, kein Run Game, auch bedingt durch die Umstände eindimensionales Play-Calling) großartig erwartet hat - was hätte er zeigen sollen, dass er mehr als drei Spiele ran darf? Dalton ist aktuell, das ist keine Überraschung, die bessere Option und vielleicht lautete das neue Ziel in Cincinnati schlicht: "Nicht 0-16!" Das Ziel hat man jetzt erreicht. Vom Talent her gibt es mindestens zwei, drei Teams die schlechter sind als die Bengals und zuletzt sah man das vereinzelt; gerade die Defense hat sich merklich verstärkt und die Offense trat mit Dalton prompt stabilisierter auf. Die Bengals könnten durchaus noch ein, zwei Spiele gewinnen; ich sehe sie mehr und mehr mit den Redskins und Giants auf Augenhöhe.

30. Washington Redskins (3-9)

Platzierung nach Woche 8: 30.

Ich glaube nicht, dass ich aktuell eine Franchise frustrierender finde als die in der Hauptstadt. Der Auftritt von GM Bruce Allen nach der Entlassung von Jay Gruden, als er nahelegte, dass das Team eigentlich in einer guten Situation sei und das Talent habe, um jetzt zu gewinnen. Die Art und Weise, wie Allen und Dan Snyder diese Franchise führen. Interimscoach Bill Callahan, der offen zugibt, dass man die Vorteile einer Analytics-Abteilung nicht nur nicht nutzt - sondern sich auch allem Anschein nach noch gar nicht wirklich damit befasst hat. Und da reden wir noch nicht einmal von all dem, was regelmäßig um die medizinische Abteilung in Washington hochkocht. Diese Franchise hat riesige Probleme - selbst wenn man davon absieht, dass die Secondary ein riesiges Problem ist, dass man trotz O-Line-Problemen stur auf den Run - wenngleich zuletzt auch mal erfolgreich - und meist gar simple Run-Konzepte setzt und Terry McLaurin (Lichtblick!) die einzige wirklich gefährliche offensive Waffe ist. Die spannendste Frage ist, wie sich Dwayne Haskins entwickelt und ob man die Defense um eine nach wie vor sehr gut besetzte Front herum aufbauen kann.

29. Miami Dolphins (3-9)

Platzierung nach Woche 8: 32.

Respekt vor dem, was Ryan Fitzpatrick in South Beach zeigt. Die Offensive Line hat sich im Vergleich zum horrenden Saisonstart stabilisiert, was ein großes Lob an den Trainerstab ist - aber nach wie vor gehört sie ins untere Liga-Viertel, während den Dolphins über die vergangenen Wochen auch zunehmend die offensiven Waffen ausgegangen sind. Fitzpatrick ist der maßgebliche Grund dafür, dass dieses Team drei Siege hat und in mehreren weiteren Spielen konkurrenzfähig waren - neben Brian Flores, der als Head Coach angesichts der Umstände eine spektakuläre Rookie-Saison hat. Die Dolphins gehen Spiele mit einer unterhaltsamen Yolo-Einstellung an, während Mike Gesicki und DeVante Parker individuelle Lichtblicke bereiten. Miamis Defense ist dennoch die schlechteste Defense der Liga, auch das müssen Fitzpatrick und die Offense auffangen. Kein Pass-Rush, keine Power an der Line of Scrimmage und abgesehen von Undrafted-Rookie-Überraschung Nik Needham auch Probleme in Coverage, wo man nur hinschaut. Hier wird die Tiefe des Rebuilds besonders deutlich. Angesichts des Kaders sind die Dolphins dennoch eine positive Überraschung und offensiv seit mehreren Wochen eines der effizientesten Red-Zone-Teams der Liga.

28. Detroit Lions (3-8-1)

Platzierung nach Woche 8: 17.

Irres Thanksgiving-Spiel und NFL-Debüt von David Blough! Der Quarterback, der über seine ersten Jahre im College ein notorischer Kurzpass-QB war, zerlegte die Bears-Secondary prompt mit mehreren Big Plays - die Offense erinnerte, ganz simpel gesagt, mit dem Undrafted Rookie eher an die ursprüngliche Version mit Matt Stafford als das, was Jeff Driskel davor gespielt hatte. Das war ein Lichtblick in einer Lions-Saison, die so etwas dringend gebraucht hat. Detroits angestrebte defensive Transformation unter Matt Patricia wird Zeit brauchen, das hat diese Saison deutlich gezeigt - und selbst dann ist völlig offen, ob Patricias an die Patriots angelehnter Plan auch greift. Die Offensive Line ist in Ordnung, man hat ein sehr gutes Wide-Receiver-Duo in Golladay und Jones und Hockenson sowie Amendola komplettieren ein insgesamt sehr ordentliches Receiving-Corps. Auch Bo Scarbrough macht seine Sache bislang gut. Doch zu häufig sind das nur Tropfen auf den heißen Stein, weil Detroit Quarterbacks nicht unter Druck setzen kann, die Secondary im Laufe der Saison zu anfällig geworden ist und die Big Plays ohne Stafford einfach nicht in der Frequenz da sind, wie sie es sein müssten.

27. Jacksonville Jaguars (4-8)

Platzierung nach Woche 8: 15.

Mein erster Gedanke bei den Jags ist mittlerweile "graue Maus" - und das sollte nicht sein, nicht mit einem Team, das diese individuellen Pass-Rusher hat, mit einem der besten Cornerback-Duos der Liga in die Saison gegangen ist und in Nick Foles einen Big-Play-Quarterback verpflichtet hat. Ramsey ist inzwischen natürlich weg und Foles spielte (wenn überhaupt) graues Mittelmaß - zurück zu Minshew zu gehen, war zumindest mittelfristig der richtige Schritt und könnte Jacksonville auch kurzfristig besser machen. Dabei hilft es natürlich wenig, dass die Pass-Protection nicht gut ist und dass er außer D.J. Chark keine wirklich individuell gefährlichen Waffen hat. Das krampfhafte Festhalten am (selten funktionierenden) Run-Game ist ebenfalls nicht hilfreich und bringt Foles regelmäßig in lange Third Downs. Die Defense derweil hat ebenfalls abgebaut und das nicht nur durch den Abgang von Ramsey. Die Jags haben inzwischen eine der schlechtesten Run-Defenses der Liga und steuern auf eine weitere Saison mit einer zweistelligen Niederlagenzahl zu.

26. New York Jets (4-8)

Platzierung nach Woche 8: 29.

Netter Turnaround, den die Jets zuletzt, bis zur Pleite gegen die Bengals, hingelegt hatten - passenderweise im Prinzip seitdem Head Coach Adam Gase öffentlich eine Jobgarantie ausgestellt wurde. Es scheint, als hätte der Center-Wechsel die Offensive Line insgesamt tatsächlich einigermaßen stabilisiert und wir sehen inzwischen eine explosivere, flexiblere Jets-Offense; kurzum: mehr von dem, was Jets-Fans sich erhofft hatten. Das war natürlich nicht gegen die besten Gegner, aber umso wichtiger ist, dass man die Fortschritte und eine Entwicklung in dieser noch jungen Coach-QB-Beziehung sieht. Dass das alles noch auf wackligen Füßen steht, haben die Bengals, beginnend an der Line of Scrimmage, aber auch gezeigt. Die Defense derweil ist das, was wir von den Jets so oft in der jüngeren Vergangenheit gesehen haben: Exzellent gegen den Run, bestenfalls inkonstant im Pass-Rush. Doch was den wichtigsten Part dieser Jets-Saison - die Darnold-Gase-Beziehung und die Entwicklung der Offense angeht - können Jets-Fans zumindest etwas beruhigter schlafen als noch vor einem Monat.

25. Denver Broncos (4-8)

Platzierung nach Woche 8: 28.

Der Rest der Saison in Denver hat genau einen Sinn: Es geht darum, einen so guten und umfassenden Eindruck wie möglich von Drew Lock zu gewinnen, um zu wissen, wo man auf der wichtigsten Position steht. Das wird unweigerlich mit Rückschlägen und Fehlern verknüpft sein, wie es bei nahezu jedem Rookie-Quarterback der Fall ist. Helfen würde es, wenn sich die Tackle-Situation wieder stabilisieren würde. Zumindest aber hat er in Courtland Sutton einen angehenden Star, der sich dieses Jahr ganz klar als Nummer-1-Receiver in Position gebracht hat, sowie gute Running Backs zu seiner Unterstützung. Die Defense derweil ist gut, es ist in der Regel alles andere als leicht, gegen Denver zu laufen. Die Secondary ist ebenfalls gut, der Pass-Rush dagegen leidet merklich unter dem Ausfall von Bradley Chubb.

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