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NFL

Warum findet Kaepernick kein neues Team?

Colin Kaepernick sorgte mit seinem Protest während der Nationalhymne in der vergangenen Saison für Aufsehen

2. Warum findet Kaepernick keinen Job?

Es ist seit Monaten zumindest medial ein offener Diskussionspunkt: Weil sich Kaepernick während der vergangenen Saison bei der Nationalhymne vor den Spielen hinkniete und so offen gegen soziale Ungerechtigkeiten und Polizeigewalt protestierte, sollen sich mehrere Team-Besitzer gegen eine Verpflichtung des Quarterbacks ausgesprochen haben. Dabei geht es längst nicht nur um ideelle Werte - vielmehr spielen die Einflüsse von Sponsoren und die Einstellung der Fan-Basis eine Rolle. Anders gesagt: Wie eigentlich immer geht es vor allem ums Geld.

Im Zuge des offenen Interesses der Baltimore Ravens war es jetzt Ravens-Besitzer Steve Bisciotti, der dieses Thema als erster NFL-Franchise-Boss ganz unverblümt adressierte: "Ich weiß, dass wir damit einige Leute verärgern. Und ich weiß, dass wir andere Leute glücklich machen, wenn wir uns dafür einsetzen. Er hat von seinem Recht Gebrauch gemacht, gewaltloser Protest ist etwas, das wir alle begrüßen. Persönlich mochte ich die Art und Weise wie er es gemacht hat nicht. Aber es hat mir gefallen, als er vom Sitzen (auf der Bank) zum Knien übergegangen ist."

Weiter führte Bisciotti überraschend offen aus: "Sprecht mit euren Nachbarn, Freunden und Mitarbeitern, denn ich denke, dass ihr einen ähnlichen Eindruck bekommen werdet, wie auch ich: Immer, wenn ich negative Meinungen höre, höre ich auch positive Meinungen. Manchmal ist es schockierend, wo die herkommen. Ich hoffe, dass wir das Beste für das Team machen, und dass wir dabei die richtige Balance mit den Fans finden. Eure Meinung ist uns wichtig, und wir konnten da intern auch selbst keinen Konsens finden."

Die Ravens haben außerdem auch mit aktuellen und ehemaligen Spielern sowie Sponsoren gesprochen, um die Auswirkungen einer Verpflichtung des Quarterbacks auszuloten. Bisciotti widersprach damit NFL-Comissioner Roger Goodell, der noch Mitte Juni erklärt hatte, dass die Aspekte abseits des Platzes in der Frage, warum Kaepernick noch keinen Job hat, keine Rolle spielen. "Das sind Football-Entscheidungen. Ich glaube, wenn ein Team das Gefühl hat, dass Colin Kaepernick die Mannschaft verbessern würde, würden sie [ihn verpflichten]", betonte Goodell damals.

Kaepernicks NFL-Statistiken seit 2012:

Jahr
SpieleCompletionsYardsTouchdownsInterceptionsRunsYardsTouchdowns
201612196/3312.241164694682
20159144/2441.61565452561
201416289/4783.36919101046391
201316243/4163.197218925244
201213136/2181.814103634155

Ex-Teamkollegen verteidigen Kaepernick

Kaepernick hat bereits vermelden lassen, dass er in der kommenden Saison nicht mehr während der Hymne protestieren wird und mehrere Mitspieler aus der Vorsaison haben betont, dass sein Protest keine Ablenkung für das Team war.

Jüngst etwa sagte Ex-Niners-Coach Chip Kelly: "Er hat allen Spielern erklärt, warum er das macht. Manche haben ihm zugestimmt, andere haben ihm nicht zugestimmt. Aber nach diesem Punkt haben wir von außerhalb immer wieder gehört, was für eine Ablenkung das doch sei - und in Wirklichkeit war es das nie. Kaepernick hat daraus nie einen Zirkus gemacht, oder was auch immer die Leute denken."

Angst also vor Unzufriedenheit bei Sponsoren und anderen Partnern, Angst davor, dass Kaepernick eine Ablenkung im Team sein könnte, Ablehnung seiner Protest-Form - und doch gibt es noch einen weiteren, ganz praktischen Grund: Die Frage nach dem Gehalt. Bereits seit März kursieren Gerüchte, wonach sich Kaep ein Gehalt in Höhe von rund neun bis zehn Millionen Dollar vorstellt - deutlich mehr als das normale Backup-Quarterback-Gehalt.

Auch hier allerdings gilt es, die Augen offen zu halten und mit Spannung seinen tatsächlichen Vertrag abzuwarten. Zuletzt nämlich hieß es erneut, dass Kaepernick tatsächlich noch gegenüber keinem Team irgendwelche Gehaltswünsche geäußert hat. NFL-Network-Reporter Michael Silver bestätigte das gerade wieder am Wochenende, und das wirft umso stärker die Frage auf, weshalb so wenige Teams Interesse zeigen.

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