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NFL

Cowboys schlagen Redskins spät

Beide Teams dominierten mit ihrer Defense - für die Quarterbacks war es ein langer Abend

Die Washington Redskins (5-7) haben die große Chance verpasst, sich an die Spitze der NFC East zu setzen: Zum Abschluss von Week 13 setzte es gegen die Dallas Cowboys (4-8) eine bittere Heimniederlage, so dass sich Dallas seinerseits nochmals im Division-Rennen zurückmeldet. Es war der erste Sieg für die Cowboys in dieser Saison ohne den verletzten Tony Romo.

Von Beginn an sahen die Fans in der Hauptstadt eine Defensiv-Schlacht, begünstigt durch limitierte sowie extrem konservative Offenses: Weder Redskins-QB Kirk Cousins (22/31, 219 YDS, TD), noch Romo-Vertreter Matt Cassel (16/29, 222 YDS) konnten ihr jeweiliges Team tragen. Cousins und auch Cassel litten stark unter der Ineffizienz des Running Games auf beiden Seiten.

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So dauerte es bis in die Schlussminuten, ehe es den ersten Touchdown der Partie gab - doch das Finish entschädigte für einiges: Dallas ging nach einem Bock von DeSean Jackson spät in Führung, Washington glich spektakulär aus. Aber das letzte Wort hatten die Cowboys, die damit wieder ernsthafte Hoffnungen auf den NFC-East-Divisiontitel haben dürfen. Nur ein Sieg trennt die Boys jetzt vom Spitzenplatz.

Die Stimmen:

Jason Garrett (Head Coach Cowboys): "Das war ein toller Sieg für unser Team. Zweifellos haben wir nicht perfekt gespielt, aber wir haben gekämpft. Unsere Jungs haben auch nicht aufgegeben, als Washington unseren späten Touchdown ausgeglichen hat. Ein großes Lob an das Team. Wir müssen daraus lernen und uns jetzt auf Green Bay vorbereiten. Wir schauen nur auf uns."

Matt Cassel (Cowboys-Quarterback): "Definitiv eines der verrückteren Spiele meiner Karriere. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt."

Jay Gruden (Head Coach Redskins): "Wir haben es, abgesehen vom Touchdown, nicht geschafft, Big Plays auf den Rasen zu bekommen. Das war frustrierend. Da hat ihre Defense gute Arbeit geleistet. Die Bilanzen der Teams in unserer Division sind nicht gut, aber es sind gute Teams. Es ist eben, wie es ist. Wir stehen bei 5-7, können aber alle unsere Ziele noch erreichen."

Kirk Cousins (Redskins-Quarterback): "Wir müssen positiv denken. Das Ergebnis ist nicht das, was wir wollten. Aber wir haben einige Dinge gut gemacht. Wir sind in einer Position, in der wir um die Division mitspielen können. Da haben wir uns das Leben heute allerdings selbst schwerer gemacht. Es wird nicht leicht, aber wir spielen noch um etwas."

DeSean Jackson (Redskins-Receiver, über seinen Punt-Return): "Ich bin sehr frustriert und nehme das auf meine Kappe. Ich bin ein erfahrener Spieler und muss da besser aufpassen. Ich wollte einfach ein Play machen, aber ich weiß es eigentlich besser. Dallas hat heute gut gespielt und uns hier zuhause geschlagen. Jetzt müssen wir in Chicago gewinnen."

Der Spielfilm:

Vor dem Kick-Off: Durch die Niederlage der Giants bietet sich Washington in der NFC East eine echte Chance: Gewinnen die Redskins ihr sechstes Heimspiel in Folge, würde sich das Team aus der Hauptstadt vorerst an der Spitze der eigenen Division festbeißen. Ein wichtiger Faktor hierfür dürfte das eigene Running Game, das zuhause deutlich besser funktioniert, werden. Verzichten muss Washington unter anderem auf Linebacker Perry Riley Jr. sowie auf Receiver Andre Roberts. Linebacker Keenan Robinson dagegen kehrt zurück.

Die Cowboys auf der anderen Seite greifen verzweifelt nach dem letzten Strohhalm: Eine Niederlage in Washington würde alle noch verbleibenden Playoff-Träumereien endgültig beenden, während Dallas mit einem Sieg bis auf ein Spiel an die anderen drei Teams ran rücken kann. Daher haben die Verantwortlichen ihren seinen verletzten Quarterback Tony Romo auch noch nicht aufgegeben und auf die IR-Liste gesetzt - er bleibt vorerst im Kader. Matt Cassel soll jetzt im achten Versuch für den ersten Sieg in dieser Saison ohne Romo sorgen.

22.: Es ist von Anfang an eine defensiv geprägte Partie: Dallas gelingen gleich zwei Sacks bei den ersten drei Snaps des Spiels, sinnbildlich für den weiteren Verlauf der Partie bis dahin. Nach den ersten insgesamt sechs Drives bringen beide Teams zusammen genommen nur 29 Yards auf die Anzeigetafel, auch aus einem frühen Fumble von Darren McFadden können die Redskins kein Kapital schlagen. Beiden Teams gelingt nur ein First Down im ersten Viertel. Dazu kommen viele Strafen - 0:0 Mitte des zweiten Viertels.

30.: Dan Bailey sorgt aus 38 Yards für die ersten Punkte des Spiels, weil Cassel zuvor zum ersten Mal am heutigen Abend einen weiten Pass (ein 38-Yarder auf Terrance Williams) anbringt. Im Gegenzug bekommt Washington, trotz erneut vieler Strafen, seinen besten Drive der ersten Halbzeit hin - er endet mit einem 45-Yard-Field-Goal. 3:3 zur Halbzeit.

35.: Dallas kommt mit effektiverem Running Game aus der Pause - nur um den Ball dann nach einigen guten Runs wieder her zu schenken: Jason Hatcher schlägt McFadden das Ei aus der Hand, Mason Foster ist zur Stelle. Doch Washington kommt nur wenige Yards voran, es reicht lediglich zum zweiten Field Goal. 6:3 Washington.

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53.: Unfassbar - Dallas steht sich erneut selbst im Weg! Die Cowboys antworten per Field Goal und gleichen wieder aus, woraufhin Washington per Field Goal seine Führung zurückholt. Touchdowns sucht man in diesem Spiel weiterhin vergebens. Stattdessen bleibt Dallas der Story des Spiels treu: Devin Street lässt sich den Ball nach dem Catch von Mason Foster abnehmen und Washington kommt wieder in guter Field Position in Ballbesitz. Dieses Mal gibt es allerdings gar keine Punkte, weil Hopkins aus 43 Yards daneben zielt. Weiter 9:6 Washington.

55.: Endlich sucht Cassel Dez Bryant mal mit einem weiten Pass, der Top-Receiver der Cowboys fängt den 42-Yarder an Washingtons 3-Yard-Line spektakulär. Es ist Bryants erster (!) Catch überhaupt am heutigen Abend. Doch Washington dominiert Dallas' O-Line zum wiederholten Male und bei drei Versuchen kommen die Cowboys nicht in die Endzone. Bailey gleicht so aus 20 Yards aus. 9:9.

59.: Es passt zum kompletten Spielverlauf, dass ein Special-Teams-Play für den ersten Touchdown sorgt: DeSean Jackson will beim Punt-Return zu viel, läuft weit zurück und will einmal quer über das Feld. Dabei wird ihm der Ball aber aus der Hand geschlagen und Punter Chris Jones hat aufgepasst - Turnover in der Red Zone! Dieses Mal behält die O-Line die Oberhand, McFadden läuft in die Endzone, gibt so aber auch Washington den Ball nochmals zurück. 16:9 Cowboys.

60.: ...und das war ein Fehler! Die Redskins sind durch einen guten Kick-Off-Return schnell an der Mittellinie und aus 28 Yards findet Cousins kurz darauf ausgerechnet Jackson in der Endzone! 16:16, alles wieder offen. Aber jetzt sind es die Cowboys, die den Ball mit noch 40 Sekunden auf der Uhr bekommen und auch Dallas gelingt ein guter Return. Cassel und Co. kommen zwar nicht weit voran, doch Bailey ist eben einer der Besten seines Fachs: Aus 54 Yards kickt er den Game-Winner! Das irre Finish wie aus dem Nichts geht an die Cowboys!

Der Star des Spiels: Demarcus Lawrence und Sean Lee. In einer insgesamt dominanten Vorstellung der Cowboys-Front-Seven stachen Lawrence und Lee ohne jeden Zweifel heraus. Lawrence, der mit drei Sacks in dieser Saison in die Partie gegangen war, packte zwei Sacks drauf. Lee dagegen war überall auf dem Feld zu finden, stopfte alle Löcher und hatte großen Anteil daran, dass Washingtons Running Game nie ins Rollen kam. Natürlich ebenfalls (gewohnt) verlässlich: Kicker Dan Bailey.

Der Flop des Spiels: Kirk Cousins. Es bleibt das bestimmende Thema dieser Redskins-Offense: Wenn Washingtons Running Game nicht funktioniert, kann Cousins der Offense nur wenig geben. Obwohl er mit DeSean Jackson, Pierre Garcon und Jordan Reed über seine drei gefährlichsten Waffen verfügte, kam vom Passing Game, abgesehen vom TD-Drive kurz vor Schluss, so gut wie nichts. Ungenauigkeiten und schlechte Pre-Snap-Reads prägten vielmehr das Bild. Nicht wirklich besser: Sein Gegenüber Matt Cassel, der aber im Laufe des Spiels wenigstens ein paar längere Pässe an den Mann brachte.

Das fiel auf:

  • Washington hätte diese Partie ohne Zweifel frühzeitig zu seinen Gunsten entscheiden können. Doch die Redskins schafften es nicht, aus drei Turnovern in aussichtsreicher Position Kapital zu schlagen und hielten Dallas so im Spiel.
  • Die Cowboys hatten sich offenbar fest vorgenommen, Cousins keine Zeit in der Pocket zu geben - und das gelang ab dem ersten Snap. Dallas sorgte mit ungewöhnlich vielen Blitzen, häufig auch per Safety-Blitz, für enorm viel Druck. Schon im Laufe der ersten Hälfte merkte man Cousins an, dass ihn der Druck auch mental beeinflusste.

  • Dallas' Offensive Line dagegen hatte wieder einmal große Probleme im Run Blocking, auch weil Washington defensiv ebenfalls aggressiv spielte. Umgekehrt konnte aber auch Washington sein Running Game nur schwerlich aufziehen. Zuletzt war das den Redskins gerade zuhause verlässlich gelungen.
  • Es waren, fast folgerichtig, schwache Vorstellungen beider Quarterbacks und das extrem konservative Play Calling auf beiden Seiten half wenig. Wenn man eine Problemzone besonders herausstellen will, so wären es die tiefen Pässe von Matt Cassel: Die waren zum Teil eine Katastrophe und flogen nicht nur ein Mal mehrere Meter zu weit. Da ohne Running Game auch die Play Action nicht funktionierte, waren Cassel und auch Cousins sehr limitiert.
  • Darüber hinaus stand sich Cassel auch auf unerklärliche Weise selbst im Weg: Obwohl Dez Bryant häufig outside Eins-gegen-Eins-Duelle hatte, schien es, als würde der Routinier oftmals überhaupt nicht in die Richtung seines Nummer-1-Receivers schauen. Stattdessen suchte er regelmäßig Terrance Williams. Das änderte sich erst am Schluss - und die Pässe auf Bryant wurden prompt belohnt.
  • Wieder einmal gab es technische Probleme mit den offiziellen Geräten: Weil die Tablets der Cowboys an der Seitenlinie früh im ersten Viertel nicht funktionierten, durfte parallel auch Washington seine Tablets nicht verwenden, um etwa Spielzüge am Spielfeldrand zu analysieren und den Spielern Umstellungen zu erklären. Wenig später fielen auch die Drucker aus, was schnelle Anpassungen schwierig machte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit streikte die Technik erneut.
  • Trotz der defensiven Dominanz erreichte Dallas' Jason Witten einen Meilenstein: Witten knackte bereits in der ersten Hälfte als erst zweiter Tight End (und als zwölfter Spieler insgesamt) in der Geschichte der NFL die Schallmauer von 1.000 Receptions.

Der Schedule: Week 13 im Überblick

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