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NBA

"Kein Wunder, dass Dirk und Terry so gut waren"

Von Florian Regelmann
Mavs-Shooting-Guard Jason Terry war vor allem im letzten Viertel nicht zu stoppen
© Getty

Im Anschluss an den 101:86-Sieg über die Charlotte Bobcats lobt Dirk Nowitzki die Einstellung des Teams, Coach Rick Carlisle lobt Center Tyson Chandler. Sein Gegenüber Larry Brown ist derweil völlig begeistert vom gegenerischen Point-Guard-Oldie Jason Kidd.

Die Dallas Mavericks haben einen erfolgreichen Saisonstart hingelegt. Dirk Nowitzki und Co. besiegten die Charlotte Bobcats im heimischen American Airlines Center ohne große Probleme mit 101:86. Es war der 13. Mavs-Sieg im 13. Duell mit den Bobcats.

Dirk Nowitzki lieferte mit 28 Punkten und 13 Rebounds eine überragende Vorstellung ab, vor allem seine Quote aus dem Feld (11/13) war außerirdisch gut. Nebenbei baute der Deutsche seine Serie an verwandelten Freiwürfen in der Regular Season auf 78 aus.

Ebenfalls ganz stark präsentierten sich Spielmacher Jason Kidd, der neben seinen 12 Punkten 18 Assists lieferte, und Jason Terry (22 Zähler). Für die Bobcats traf Bankspieler Tyrus Thomas (22) am besten.

Mavericks vs. Bobcats: Die Highlights im Video bei ESPN

Reaktionen:

Rick Carlisle (Headcoach Dallas): "Unsere gute Offense hat uns in die Position gebracht, um gut verteidigen zu können. Es ist erst ein Spiel, aber unsere Stats in der Defense sind besser als zuletzt. Das ist die Basis für Erfolg."

...über Tyson Chandler: "Tyson ist mit seiner Länge sehr wichtig für uns in der Defense. Das sieht man nicht in den Stats, aber er hat einen sehr guten Job gemacht. Er hat extrem hart gearbeitet."

Larry Brown (Headcoach Charlotte): "Jason Kidd hat diesem Spiel seinen Stempel aufgedrückt. Kein Wunder, dass Nowitzki und Terry so gut waren. Sie mussten ja keinen einzigen schlechten Wurf nehmen."

Dirk Nowitzki (Dallas): "Wir haben darüber gesprochen, dass wir besser in die Spiele reinkommen müssen. Mir hat unsere Leistung wirklich gefallen. Die Energie war da."

Tyson Chandler (Dallas): "Unser Team hat alles, was es braucht, außer aggressiver Defense. Deshalb ist es meine Aufgabe, jedes Spiel Intensivität vorzuleben und den Jungs damit den Rücken frei zu halten."

D.J. Augustin (Charlotte): "Wir mussten viel Energie aufwenden, um uns in der ersten Hälfte zurück ins Spiel zu kämpfen. Hinten raus war dann der Tank leer."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Da Rodrigue Beaubois nach seinem Fußbruch noch eine Weile fehlen wird, steht Jason Terry in der Starting Five. Keine Überraschung also im Backcourt der Mavs. Auf der Center-Position gibt es dafür sehr wohl eine kleine Überraschung. Nicht Brendan Haywood, sondern Neuzugang Tyson Chandler ist der Starting-Center.

3.: Es dauert nur 30 Sekunden, da sind die ersten Nowitzki-Punkte der neuen Saison da. Baseline-Jumper, typisch Dirk. 4 Butler-Punkte und ein Fastbreak-Layup von Kidd sorgen für das 8:0. Katastrophaler Start der Bobcats. Larry Brown muss schon die erste Auszeit nehmen.

6.: Terry völlig offen für drei, dann trifft auch Kidd von Downtown. 16:0 Mavs. Keine 5 Minuten gespielt. Dann aber die Sensation: Charlotte punktet. Nach 5:13 Minuten verwandelt Mohammed 2/2 von der Linie.

12.: Erst tankt sich Wallace zum Korbleger durch und dann netzt Jackson vier Sekunden vor Viertelende den Dreier. 15:2-Run der Bobcats. Nur noch 25:21 Mavs nach 12 Minuten. Bei Dallas ist nach den Einwechslungen der Bankspieler komplett der Rhythmus weg.

13.: Die ersten NBA-Punkte von Rookie Dominique Jones. Und es ist kein Drive zum Korb, es ist ein schöner, langer Jumpshot.

15.: Die Bankspieler der Mavs schmeißen die Bälle durch die Halle. Ein Turnover jagt den anderen - und nach einem Thomas-Jumper führt hier plötzlich Charlotte. Von 0:16 und 6:23 auf 28:27. Unfassbar. Auszeit Dallas.

19.: Die Mavs können Wallace nicht im Ansatz verteidigen. Wieder mal zieht er mit Dampf ungehindert zum Korb und schließt ab. Charlotte auf 4 Punkte weg (37:33). Die Dallas-Offense in Viertel zwei besteht ausschließlich aus Barea.

20.: Da haben wir zum ersten Mal das, was die Mavs-Fans in dieser Saison noch häufiger sehen wollen und sehen werden. Kidd mit dem Alley-oop-Pass auf Chandler, Highlight-Dunk!

24.: Die Starting Five der Mavs ist wieder auf dem Feld und schon sieht die Sache wieder anders aus. Ein 10:3-Lauf bringt Dallas eine 49:45-Halbzeitführung. Nowitzki zur Pause bei 10 Punkten. Der Deutsche hat nur 4 Würfe aus dem Feld genommen, dafür hat er seine Freiwurfstreak auf 76 Treffer in Serie ausgebaut. Stand bei 72 zum Ende der letzten Regular Season.

30.: Wunderschöner Back-Cut von Nowitzki, der sich in Richtung Korb absetzt, den perfekten Pass von Kidd bekommt und trifft. Nowitzki und Kidd machen Charlotte jetzt alleine nass. Mavs wieder auf 14 weg. 67:53.

36.: Barea verlegt den Layup, aber der überragende Kidd ist mit dem Offensiv-Rebound zur Stelle und macht die Punkte. Die Mavs haben alles im Griff. 13-Punkte-Führung (80:67) nach drei Vierteln.

43.: Ein kleiner Privatkrieg zwischen Chandler und Wallace endet in Double-Technicals, nach einem Augustin-Dreier und einem Wallace-Freiwurf ist Charlotte auf 8 Zähler dran (78:86), aber ein heiß laufender Terry und Nowitzki haben die richtige Antwort für Dallas. 93:80 Mavs.

46.: Ein weiterer Zuckerpass von Kidd macht endgültig den Deckel drauf. Wieder schließt Terry ab. Jet ist im vierten Viertel gar nicht mehr zu stoppen. Sein nächster Steal führt zu einem Fastbreak-Dunk von Marion. 99:82 Mavs.

Der Star des Spiels: Das magische Mavs-Trio. Jason Kidd/Dirk Nowitzki/Jason Terry. Einen dieser Drei herauszuheben, ist unmöglich. Ihr Arbeitsnachweis: Zusammen 62 Punkte, 26/36 aus dem Feld (72,2 Prozent), eine kumulierte Plus-Minus-Bilanz von +87. Genug gesagt. Besonders stechen die fantastischen 18 Assists von Kidd (ist der wirklich schon 37?!) und die Trefferquote Nowitzkis (11/13) heraus. Eine Big-Three-Version der Mavs ist in bemerkenswerter Frühform.

Triangle Offense: Wieder Aus in Runde eins für die Mavs?

Der Flop des Spiels: D.J. Augustin. Nach dem Abgang von Raymond Felton zu den Knicks hat Augustin die Rolle als Starting-Point-Guard übernommen, aber ob er sie auch zur Zufriedenheit von Coach Larry Brown ausfüllen wird können, muss er erst noch beweisen. In Dallas lief bei Augustin wenig bis nichts zusammen (2/10 aus dem Feld). Er bekam von Altmeister Kidd Anschauungsunterricht, was ganz hohe Spielmacher-Kunst angeht.

Die Analyse: Nowitzkis Touch ist bereits in All-Star-Form, Kidd hat die Assist-Maschine auch schon wieder angeworfen, Terry macht einen extrem energiegeladenen Eindruck und auch Neuzugang Chandler zeigt positive Ansätze - der erste Saisonsieg der Mavs brachte viele positive Erkenntnisse.

Die Starting Five der Mavs lieferte eine sehr überzeugende Vorstellung ab. Headcoach Rick Carlisle wollte in der neuen Saison bessere Defense sehen. Ob das gelingen wird, muss abgewartet werden, aber immerhin trieben die Mavs Charlotte in 20 Ballverluste und kreierten 12 Steals. Der Chandler-Faktor (Athletik, Aggressivität) in der Defense war auf jeden Fall spürbar.

Carlisle wollte auch, dass sein Team heimstärker wird als in der letzten Saison. Auch hier ist ein erster Schritt getan. Was Carlisle allerdings auch als Ziel für die neue Saison ausgab: Die Mavs sollten ihre bemerkenswerte Tiefe im Kader demonstrieren. Die Mavs selbst und einige Experten sprachen bereits von der besten Bank der Liga.

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Davon war Dallas gegen die Bobcats noch meilenweit entfernt. Es ist ein altbekanntes Mavs-Problem, dass die Second Unit Führungen, die die Starter herausgearbeitet haben, nicht halten kann. Und genau so war es auch beim Saisonstart. Aus einer 23:6-Führung wurde plötzlich ein 27:28-Rückstand.

Marion, Barea, Jones und Haywood gleichzeitig auf dem Feld zu haben, funktionierte überhaupt nicht. In der zweiten Hälfte reagierte Carlisle und veränderte seine Rotation dahingehend, dass immer ein Mix aus Startern und Bankspielern gegeben war. Was deutlich besser klappte.

Problem: Carlisle will in dieser Saison eigentlich mit einer 9 bis 10 Mann umfassenden Rotation spielen. Da Rookie Jones kaum Einsatzzeit bekam, bestand die Rotation gegen die Bobcats aber am Ende im Prinzip doch wieder nur aus 8 Spielern. Mindestens solange Beaubois noch ausfällt, sieht es mit der Tiefe im Mavs-Kader noch nicht so rosig aus.

Zumal dann die Frage sein wird, ob Terry wirklich wieder in seine angestammte Sixth-Man-Rolle zurückkehren sollte, wenn er sich als Starter weiter so überragend präsentiert. Auch die vielen Ballverluste (17) werden Carlisle nicht gefallen haben. So bleibt als Fazit ein guter Auftaktsieg für die Mavs gegen eine biedere Bobcats-Truppe. Mehr nicht.

NBA: Der Spielplan der Saison 2010/2011 auf einen Blick

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