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NBA

NBA Playoffs, Dallas Mavericks vs. Utah Jazz - Erkenntnisse zu Spiel 5: Der eigentliche Star war nicht Luka

Von Philipp Jakob
Luka Doncic erlegt die Jazz in Spiel 5 mit 33 Punkten.

Die Ausgangslage nach Spiel 5 könnte kaum besser sein für die Dallas Mavericks, es fehlt nur noch ein Sieg, um die zweite Playoff-Runde zu erreichen. Beim Blowout gegen Utah wischt Luka Doncic endgültig alle Sorgen um seine Wade weg. Doch der eigentliche Star des Spiels findet sich woanders. Die Erkenntnisse zum Spiel.

1. Mavs vs. Jazz: Wer soll dieses Backcourt-Duo stoppen?

Die Jazz hatten wohl befürchtet, dass es so oder so ähnlich kommen wird nach der Rückkehr von Luka Doncic. Schon in den ersten drei Partien ohne den Mavs-Superstar war die Perimeter-Defense ein Grund, warum zwei Spiele in die Binsen gingen. Bei dessen Comeback im vierten Duell profitierte Utah noch davon, dass für Dallas eine Menge schieflief. Nun aber war Utah gegen den Backcourt der Mavs hoffnungslos unterlegen.

Jazz-Fans mögen einmal kurz wegschauen, wenn wir die Zahlen der beiden Starting-Backcourts gegenüberstellen. Da sind Doncic und Jalen Brunson auf der einen Seite mit zusammengerechnet 57 Zählern und 9 Assists - und dem gegenüber stehen Donovan Mitchell und Mike Conley mit 13 Punkten und 6 Vorlagen. Auch hier, das sind bereits die kumulierten Zahlen.

Das Mavs-Duo schaffte es fast nach Belieben, die Defense des Gegners per Drive auseinanderzunehmen. Bojan Bogdanovic, der auch in Spiel 4 die defensive Hauptlast gegen Doncic schulterte, war meist auf verlorenem Posten. In 57,5 Possessions, die Bogdanovic den Slowenen in Spiel 4 und 5 verteidigte, brachte Dallas 68 Punkte aufs Scoreboard, was einem Offensiv-Rating von 118,3 entspricht.

Wirklich besser sah es für Utah nicht aus, wenn Doncic und Brunson die anderen Perimeter-Verteidiger attackierten, seien es Mitchell, Conley, Jordan Clarkson oder auch Royce O'Neale. Viel zu oft fanden die Mavs-Guards den Weg per Dribble Penetration in die Zone, wo sie entweder keine Angst vor Abschlüssen gegen Rudy Gobert hatten oder aber zum Beispiel auf Dwight Powell für leichte Dunks ablegten. Letzterer kam in den Anfangsminuten auf drei Dunks und einen Korbleger.

Wie leicht es Dallas manchmal hatte, zeigte unter anderem diese Szene gegen Ende des Spiels, als Brunson seinen Verteidiger Conley einfach wegschubste und mit einem Bank-Shot zwei leichte Punkte besorgte. Mit seinen Auftritten hat er sich nicht nur einen kräftigen Zahltag in der Offseason, sondern sogar MVP-Rufe in Spiel 5 verdient - und dabei wollte noch nicht mal der Dreier fallen (1/7).

Auch Doncic war aus der Distanz lange nicht im Rhythmus, bis dann im dritten Viertel alle Dämme brachen. Er versenkte drei Dreier kurz hintereinander (seine einzigen in der Partie bei 3/10), packte den Shimmy Shake aus und ließ die Party in Dallas komplett eskalieren. "Das war großartig. Solche Gefühle kannst du nicht beschreiben", sagte der 23-Jährige. "Die ganze Arena feuert dein Team an, das ist unglaublich."

Es sollte den Jazz auf der Rückfahrt nach Salt Lake City einiges an Kopfzerbrechen bereiten, dass Dallas mit 25 Punkten Vorsprung gewann, obwohl die Texaner insgesamt nur 27,9 Prozent von Downtown trafen. Dafür fand Utah aber eben keine Mittel gegen die Drives von Doncic und Co. in die Zone - wie schon fast die gesamte Serie über.

2. Luka Doncic: Weg mit der Problemwade

Kleine Geschichtsstunde am Rande: Doncic hat in seiner jungen Karriere nun 15 Playoff-Partien auf dem Buckel, mit 499 erzielten Punkten ballerte er sich auf Platz 5 der besten Playoff-Scorer aller Zeiten in den ersten 15 Auftritten. Seine neunte und zehnte Performance mit 30+ Punkten kamen nach seiner Verletzung, die ihn noch die ersten drei Spiele gekostet hatte. Aber der Problemwade scheint es gut zu gehen.

Das bestätigten nicht nur die gezeigten Leistungen, sondern auch Doncic selbst auf der Pressekonferenz: "Ich habe mich großartig gefühlt. Im ersten Spiel nach der Verletzung habe ich mich noch ein wenig minderwertig gefühlt." Dafür gab es nach Spiel 5 nun wirklich keinen Grund mehr.

Coach Jason Kidd verzichtete allerdings noch darauf, Doncic in seine gewohnte Rotation zu schicken. In der Regular Season spielte er meist das komplette erste Viertel durch, in seinen ersten beiden Playoff-Einsätzen ging es bereits nach etwa acht Minuten auf die Bank. Er scheint aber schon verdammt nah an 100 Prozent zu sein.

"In seinem zweiten Spiel sieht es so aus, als würde er schon die komplette Serie spielen", freute sich Coach Kidd. "Seine Kondition, sein Einsatz in der Defense oder auch beim Rebounding. In dieser Hinsicht ist er einer der besten bei uns und das hat er heute gezeigt."

Tatsächlich hatte Dallas über weite Teile der Serie Probleme beim Rebounding gegen Gobert, Doncic' Gespür für die Abpraller half (13 Rebounds), dass das in Spiel 5 kein Faktor war. Und die 33 Punkte waren natürlich auch nicht schlecht.

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