Cookie-Einstellungen
NBA

NBA - Brooklyn Nets und der wohl schlechteste Trade der Geschichte: Als die Gier den Verstand vernebelte

Die Brooklyn Nets verspielten 2013 ihre Zukunft.

Brooklyn Nets: Das bittere Ende des Superteams

Hinzu kam auch noch das Verletzungspech bei den Nets, die in Lopez ihren amtierenden All-Star und Hoffnungsträger bereits nach 17 Spielen mit einem gebrochenen Fuß für den Rest der Saison verloren. Dadurch fiel nicht nur ihr Top-Scorer aus, sondern Garnett war auch gezwungen, mehr auf der Fünf zu spielen, was ihm gegen die besseren Bigs der Liga enorme Probleme bereitete.

Auch Williams hatte die gesamte Saison über mit Knöchelproblemen zu kämpfen und wirkte nicht so spritzig wie in der erfolgreichen Vorsaison. Dass die beiden wichtigsten Bankspieler Andrei Kirilenko und Terry zusammen nur 80 Spiele auf dem Feld standen und Terry nur noch ein Schatten seiner selbst war (und noch während der Saison zu den Kings getradet wurde), trug sein Übriges zum Dilemma bei.

So war es schon beinahe ein kleines Wunder, dass die Nets mit ihrem Net-Rating von +0,2 die Playoffs erreichten und sogar die erste Serie gegen die Raptors knapp gewannen (4-3). In den Semifinals gegen die Heat war dann aber Schluss. Mit 1-4 flogen die Nets klar und chancenlos aus den Playoffs und das ausgerechnet gegen das Team, dem sie in der Offseason den Kampf angesagt hatten.

Dieses Aus gegen Miami war gleichbedeutend mit dem Aus des Superteams. Pierce verließ die Franchise in der Offseason nach nur einer Saison und heuerte bei den Washington Wizards an, wo er ironischerweise genau der Leader wurde, den die Nets so händeringend gebraucht hätten. Garnett blieb noch bis Mitte der kommenden Saison, ehe er auf eigenen Wunsch zurück nach Minnesota getradet wurde, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen.

2014/15 erreichte Brooklyn trotz einer negativen Bilanz (38-44) noch die Playoffs, danach stand jedoch der harte Rebuild an. Johnson und Williams wurden entlassen und Brooklyn war mit der drittschlechtesten Bilanz der Liga (21-61) auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Problem nur: Im Trade mit den Celtics hatten die Nets drei Erstrundenpicks und einen Pick-Swap abgegeben.

Brooklyn Nets sorgen für Euphorie bei den Celtics

Rund 300 Kilometer entfernt sorgte die Entwicklung im Big Apple also für große Euphorie. "Ich dachte, dass Brooklyn richtig gut sein würde", sagte der damalige General Manager der Celtics, Danny Ainge, 2016 gegenüber dem Boston Globe. "Ich dachte, dass vielleicht der 2018er Pick die Chance haben würde, ein anständiger zu werden. Aber dass der 2016er Pick so gut sein würde, hätte ich niemals gedacht."

Während die Celtics 2014 an Position 17 ziehen durften (James Young), sprang zwei Jahre später sogar der 4. Pick des Drafts heraus. Die Celtics wählten Jaylen Brown und starteten damit in ihre neue Zukunft. Im Jahr darauf durften sie dank des Pick-Swaps mit den Nets sogar an 1. Stelle ziehen, tradeten bekannterweise aber nach unten und sicherten sich an Position drei Hauptgewinn Jayson Tatum. Ein Glücksfall, der nur aufgrund der Beharrlichkeit von Mehrheitseigner Wyc Grousbeck zustande kam.

Als Ainge am Tag des Drafts 2013 mit dem Angebot aus Brooklyn bei Grousbeck vorstellig wurde, wollte dieser den Nets unbedingt noch mehr Picks aus dem Ärmel locken als die zunächst angebotenen zwei First Rounder. "'Lass uns noch einen dritten Pick holen', sagte ich zu ihm", erinnerte sich Grousbeck im Gespräch mit dem Boston Globe. "[Ainge] ging zu den Nets, fragte nach und kam zu mir zurück: 'Unglaublich. Wir haben einen dritten Pick. Das ist großartig.'"

Brooklyn Nets im "Deal-Wahn"

Grousbeck wollte aber noch mehr. "Ich sagte ihm: 'Großartig, hol uns noch einen vierten Pick. Ich glaube, die Jungs sind ihm Deal-Wahn. Biete ihnen aber einen Pick-Swap an, dann sieht es so aus, als würden sie keinen Pick verlieren." Gesagt, getan, Ainge ging mit dem neuen Angebot zu den Nets und diese nahmen an.

Die ersten drei Erstrundenpicks aus dem Pierce/Garnett-Trade brachten den Kelten also Tatum und Brown ein, den letzten, den 2018er Pick, nutzten die Celtics schließlich, um Kyrie Irving in einem Paket aus Cleveland zu holen. Die erhoffte Championship blieb aber auch für Boston bis dato aus.

Neun Jahre später lässt sich dennoch festhalten, dass der Trade aus Sicht der Nets - entgegen den anfänglichen Erwartungen - als der wohl schlechteste aller Zeiten in die Geschichte der NBA eingegangen ist. Trotzdem muss man der Franchise auch zugute halten, dass sich sich nach Jahren der Bedeutungslosigkeit relativ schnell wieder berappelt hat und sich nun sogar in einer besseren Position als damals befindet. Die Frage ist nur, ob wir das in neun Jahren immer noch so sehen.

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung