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NBA - Die Unruhen bei den Portland Trail Blazers: Kommt nun doch der Trade von Damian Lillard?

Damian Lillard hat noch einen Vertrag bis 2025 in Portland.

Bei den Portland Trail Blazers brodelt es. Empfindliche Pleiten, eine negative Bilanz, ein entlassener GM, dazu die ständigen Gerüchte um einen Trade von Superstar Damian Lillard - nach Jahren der Konstanz stehen die Zeichen auf Veränderungen im Nordwesten. Die Frage ist, wie diese aussehen werden.

Ein Wechsel des Coaches kann unterschiedlich wirken, unterschiedliche Motive haben. Mal hat sich eine Beziehung zu den Spielern abgenutzt, mal passt es einfach nicht und manchmal ist es schlichtweg auch der letzte Rettungsanker für eine Situation, die womöglich einfach nicht zu retten ist.

In Portland deutet Vieles darauf hin, dass hinter Tor 3 die richtige Antwort versteckt ist. Nach neun Jahren war im Sommer für Terry Stotts bei den Blazers Schluss, mit Chauncey Billups sollte der dringend benötigte frische Wind in die Organisation kommen. Der Druck auf die Franchise ist enorm, mit Damian Lillard (31) besitzen die Blazers einen der besten zehn bis 15 Spieler der Liga und doch hat Portland in diesen neun Jahren gerade einmal vier Playoff-Serien für sich entschieden.

Schon im Sommer rankten sich nach der Enttäuschung über das neuerliche frühe Aus gegen dezimierte Denver Nuggets zahlreiche Gerüchte um einen möglichen Lillard-Trade, der 11-13-Start inklusive aller Probleme hinter den Kulissen um die Anstellung von Billups und die Mobbing-Vorwürfe gegen den inzwischen gegangenen GM Neil Olshey befeuern dies weiter.

Was läuft schief in Oregon? Was sind die Wurzeln der verfahrenen Situation und was bedeutet dies für die Zukunft der Blazers (und damit auch einen möglichen Lillard-Trade)? Mit diesen Fragen setzen wir uns nun auseinander.

Portland Trail Blazers: Die aktuellen Probleme

Das vierte Viertel bei der 117:145-Niederlage gegen die Boston Celtics war eine einzige Vorführung, die Gäste veralberten schlichtweg die Blazers. Hometown-Hero Payton Pritchard traf Wurf um Wurf, die Celtics-Bank feierte es so aufreizend, dass sich Celtics-Coach Ime Udoka nach der Partie sogar bei den Gastgebern entschuldigte.

Für Portland war es ein neuer Tiefpunkt in dieser Saison, weswegen Billups zu einem (erneuten) Rundumschlag ansetzte. Kein Stolz, kein Wille, keine Leidenschaft, so lautete das vernichtende Urteil des früheren Finals-MVPs über seine Mannschaft. Selten hört man so deutliche Worte von einem Rookie-Head-Coach.

Es war bereits die neunte zweistellige Pleite für die Blazers, zum fünften Mal betrug die Differenz mindestens 22 Zähler. Bei drei dieser Niederlagen fehlte zwar Lillard, dennoch war es vor allem die Art und Weise, die bedenklich war. Speziell die Defense bleibt ein Fass ohne Boden, inzwischen sind die Blazers mit großem Abstand Letzter in dieser Kategorie (1,1 Punkte mehr als Platz 29).

Blazers: An jedem Abend zu klein

Dabei war die Verteidigung einer der Gründe, warum sich die Blazers im Sommer von Stotts trennten. Billups, als Spieler einer der Besten in dieser Disziplin, sollte das ändern, erreicht hat der 45-Jährige aber nicht viel. Der Plan war es, aggressiver zu spielen, den Gegner mehr unter Druck zu setzen. Dafür fehlt jedoch schlichtweg das Personal.

So befinden sich die Blazers bei der Verteidigung des Rings als auch bei den zugelassenen Eckendreiern unter den schlechtesten fünf Teams der NBA, eine toxischere Kombination gibt es nicht. Dass Gegner der Blazers fast 40 Prozent ihrer Triples versenken, hilft auch nicht, sollte sich aber zumindest über die Saison etwas ausgleichen.

Aber wo soll Defense herkommen? Die Blazers starten ihre Spiele mit Damian Lillard, C.J. McCollum und Norman Powell, die allesamt maximal 1,93 Meter groß sind. "Abend für Abend sind wir deutlich kleiner als der Gegner", ist sich auch Billups der Problematik bewusst. "Wir müssen Wege finden, wie wir das mit mehr Einsatz ausgleichen können."

Doch genau jenen Einsatz bemängelt Billups seit Wochen und der Coach wird nicht müde, seine Spieler auch öffentlich zu kritisieren. So gab Billups offen zu, dass Robert Covington doch nicht der Kettenhund ist, den Portland in ihm sah, als man in der Offseason 2020 für seine Dienste gleich zwei Erstrundenpicks nach Houston abtrat.

Blazers: "Tiefstes Team" der Lillard-Ära ein Irrglaube

Covington ist exzellent als Hilfsverteidiger, nicht jedoch in direkten Duellen und erst recht nicht gegen schnelle Guards. Billups schien sich dessen nicht bewusst, anders ist es nicht zu erklären, dass er öffentlich bedauerte, dass RoCo nicht auf dem Niveau eines Mikal Bridges von den Phoenix Suns agieren würde.

Larry Nance Jr. sollte ebenfalls Abhilfe auf dem Flügel schaffen, wird aber häufiger als kleiner Center benötigt, da die Leistungen von Jusuf Nurkic seit Jahren - auch aufgrund von Verletzungen - massiv schwanken.

Als "tiefstes Team" seit Jahren bezeichnete Olshey den Kader in der Offseason, zu sehen ist davon wenig. Es fehlt ein geeigneter Backup für die Star-Guards, Anfernee Simons oder auch Dennis Smith Jr. sind keine Lösungen. Auf dem Flügel machte zuletzt Sophomore Nassir Little auf sich aufmerksam, der 20-Jährige wird aber auch noch Zeit brauchen, dennoch passt er mit seiner Athletik noch am besten zu dem Stil, den Billups spielen möchte.

Über Jahre hieß es immer, dass der Kern um Lillard, McCollum und Nurkic sinnvoll ergänzt werden müsse. Allerdings erwies sich keiner der vielen verschiedenen Flügelspieler als langfristige Lösung. Vielleicht ist das Trio auch selbst das Problem, da es aufgrund der hohen Gehälter schwer ist, die passenden Teile zur Gleichung hinzuzufügen. Portland hat zwar trotz allem wieder eine Top-5-Offense, trotzdem hinkt man den Ansprüchen (mal wieder) weit hinterher.

Doch wo genau sind die Blazers falsch abgebogen, warum steckt dieses Team im Treibsand des Mittelmaßes fest und kommt nun seit Jahren nicht voran? Wir begeben uns auf eine kleine Zeitreise.

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