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NBA - Bing Bong, die Euphorie ist tot: Warum die New York Knicks schwächeln

Kemba Walker saß in den letzten Vierteln zuletzt mehrfach die gesamte Zeit auf der Bank.

Die New York Knicks gingen nach einer überraschend starken Saison und einigen guten Moves in der Free Agency optimistisch in die Saison. Der Start glückte, doch zuletzt hakte es im Big Apple. Die Starting Five ist bislang ein Desaster. Muss Coach Tom Thibodeau etwas ändern?

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New York ist kein normaler Basketball-Standort, es ist das Mekka mit den womöglich besten und frenetischsten Fans der NBA. Nirgendwo gibt es höhere Höhen und tiefere Tiefs als im Herzen von Manhattan. Halb New York lag sich vor gut einem Monat in den Armen, als die Knicks die Boston Celtics zum Auftakt nach zweifacher Verlängerung niederrangen.

Die Jubelarien der Fans vor der Halle gingen viral, "Bing Bong" war geboren, ebenso das Bild vom voluminösen Fan, der die Finger vor seiner Stirn zu einem "L" formte. Dass die Knicks dann auch noch mit 5-1 starteten, vervielfachte die Euphorie und lud zum Träumen ein.

Gewissermaßen war das auch verständlich. Nach dem überraschenden Playoff-Einzug im Vorjahr wurden mit Kemba Walker und Evan Fournier zwei der besseren verfügbaren Free Agents in den Big Apple gelockt, die beiden Guards sollten Julius Randle entlasten und für mehr Dynamik und Scoring aus dem Backcourt sorgen. Die Euphorie ist für den Moment aber Geschichte.

New York Knicks: Heimniederlagen bremsten die Euphorie

Mit einer Bilanz von 9-8 rangieren die Knicks nur noch auf Platz neun im Osten, die anfangs furiose Offense ist ins Stocken geraten. Gleich zwei Heimniederlagen gegen Kellerkind Orlando sowie weitere Pleiten gegen Toronto oder auch Cleveland haben für Ernüchterung gesorgt.

"Sie haben hart gespielt, wir nicht", grantelte Knicks-Coach Tom Thibodeau nach der zweiten Pleite gegen die Magic. Es waren Worte, die aufhorchen ließen, da man den Knicks dies in der Vorsaison niemals vorwerfen konnte. Diese Knicks waren weniger talentiert, sie erarbeiteten sich meist mit physischer Spielweise ihre Siege. So reichte den New Yorkern Platz 24 (!) im Offensiv-Rating für Platz vier im Osten.

Nun hat sich laut Cleaning the Glass das im vergangenen Jahr elitäre Defensiv-Rating der Knicks nur um 0,4 Punkte verschlechtert, allerdings ist das Offensiv-Rating aller Teams im Schnitt um 4 Zähler gesunken, weswegen die Knicks für den Moment in ihrer Paradedisziplin nur Durchschnitt sind.

New York Knicks: Zankapfel Starting Five

Das große Thema in New York ist aber gar nicht mal die Defense, sondern vor allem die neue Starting Five. Die Kombination aus Walker, Fournier, R.J. Barrett, Randle und Mitchell Robinson spielte ligaweit die meisten Minuten zusammen, ist aber nach der Starting Five der Rockets und Thunder das schlechteste Quintett der Liga mit mindestens 100 Minuten (Net-Rating: -15,5).

Im Prinzip ersetzten die Knicks Elfrid Payton und Reggie Bullock mit Walker und Fournier, wohlwissend, dass dies die Defense schwächen würde. Ein Defensiv-Rating von 117 ist für die Starter jedoch bedenklich. Walkers Schwächen sind bekannt, auch Fournier nimmt sich gerne Ruhepausen, dazu kommt Randle, der sich zwar im Vorjahr steigerte, aber vor allem in Transition immer wieder der Letzte ist.

So werden die Stimmen nach Veränderungen lauter, noch weigert sich Thibodeau aber etwas zu verändern. Auch Barrett gab zuletzt an, dass man schlicht noch keinen Rhythmus gefunden habe. Dass diese Gruppe noch etwas braucht, um sich zu finden, will Thibodeau aber nicht als Ausrede gelten lassen.

New York Knicks: Die Stats der Starter

SpielerMINPTSFG%3P%REBASTON/OFF
Kemba Walker24,711,743,141,72,43,0-27,7
Evan Fournier28,112,140,535,52,91,8-14,6
R.J. Barrett32,814,938,830,56,12,4-19,2
Julius Randle35,420,442,235,310,05,1-26,7
Mitchell Robinson25,77,181,1-7,60,8-16,3

New York Knicks: Wann reagiert Thibodeau?

"Nach zehn Spielen sagen sie, sie brauchen 20 Partien. Nach 20 sagen sie 30 und nach 30 sagen sie 40. Und bevor du dich versiehst, ist die Saison vorbei. Für mich ist dieses Gerede ein Haufen Bullshit", so Coach Thibs. Erste Maßnahmen hat er bereits getroffen, mehrfach verbrachten Fournier und Walker das komplette Schlussviertel auf der Bank, stattdessen waren es Derrick Rose, Immanuel Quickley oder Alec Burks, die die Kohlen aus dem Feuer holen mussten. Nicht selten scheint es, als würde mit dem Bench-Mob erst der Strom im altehrwürdigen MSG angeschaltet werden.

Einen Wechsel in der Starting Five zieht Thibs aber weiter nicht in Betracht. Schon im Vorjahr war es auffällig, wie stur der Coach sein konnte, als ganz New York Rose für Payton sehen wollte. Dieser Wunsch erfüllte sich aber erst, als die Knicks in den Plyaoffs gegen Atlanta mit dem Rücken zur Wand standen.

Die "Misere" nur an den beiden Neuen festzumachen, wäre aber zu kurz gegriffen. Die Knicks haben im stärker gewordenen Osten weiter eine positive Bilanz und trotzdem viel Luft nach oben. Das kann auch an der Personalie Randle anschaulich gezeigt werden. Der Power Forward spielte 20/21 die Saison seines Lebens, wurde Most Improved Player und sogar ins All-NBA Second Team berufen, bevor die Hawks ihm die Grenzen aufzeigten.

New York Knicks: Die Stats der Reservisten

SpielerMINPTSFG%3P%REBASTON/OFF
Derrick Rose22,912,045,041,92,83,4+24,4
Immanuel Quickley18,28,639,036,11,92,1+26,1
Alec Burks21,09,742,343,83,41,7+8,0
Obi Toppin15,07,855,622,23,61,1+25,7

New York Knicks: Julius Randle noch nicht in Form

Randle ist auch in diesem Jahr der Fixstern, an seine vergangene Regular Season konnte aber auch er noch nicht anknüpfen. "Es war noch nicht gut und ich denke, genau so ist bislang auch unsere Saison verlaufen", sagte der 27-Jährige über seine Leistungen. Es fehle weiterhin die Konstanz, hierfür ist Randle das Gesicht. Fünfmal in Folge legte Randle nicht mehr als 16 Zähler auf, am Wochenende in Chicago waren es dann plötzlich wieder 34.

Seine Quoten sind im Keller und die Theorie, dass Randle mit mehr Offensiv-Power um ihn herum leichtere Abschlüsse bekommen würde, hat sich noch nicht verfestigt. Randle isoliert weniger, nimmt weniger lange Zweier und dafür mehr Dreier, all das half seiner Effizienz bislang aber nicht.

Die Würfe aus dem Vorjahr fallen nicht mehr. Waren es 20/21 noch 42 Prozent bei den Zweiern außerhalb der Zone, sind es im Moment nur noch 28 Prozent. Gleichzeitig nahm Randle gegen Orlando nur elf Würfe, wovon zehn von Downtown kamen. So sollte das Wurfbild des Knicks-Stars nicht aussehen, der doch seine Stärken im wuchtigen Drive zum Korb besitzt.

New York Knicks: Die Wahrheit liegt in der Mitte

Und so lahmt das Knicks-Spiel in den vergangenen Wochen, nachdem New York zu Beginn die beste Offense der Liga stellte. 40 Prozent der Abschlüsse kommen inzwischen von Downtown, eine enorme Steigerung um acht Prozentpunkte, wobei die Erfolgsquote nur um zwei Punkte zurückgegangen ist. Dies ist eine gute Formel für Erfolg, nun gilt es auch defensiv, einige Mängel zu beseitigen.

Mit Ausnahme seiner Wolves-Jahre schaffte Thibodeau dies stets, auch in New York entstand umgehend eine Top-10-Defense. Trotz der Situation im Backcourt sollte das auch diesmal die Hoffnung sein. Mit 9-8 stehen die Knicks immer noch stabil da, bei aller Diskussionen um die richtigen Lineups.

Aber so ist das nun einmal im Big Apple. Las Vegas setzte vor der Saison die Over/Under-Line für die Knicks bei 41,5 Siegen, also hauchdünn im Positiven und dort stehen die Knicks nach 17 Partien - also genau da, wo sie zunächst verortet wurden. Die Wahrheit liegt bei all den Höhen (Bankspieler) und Tiefen (Starter) dann doch wie so oft irgendwo in der Mitte.

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