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NBA-Kolumne Above the Break: Das Make-or-Break-Team 21/22 - Für diese jungen Spieler wird es ernst

Tyrese Maxey

Jordan Poole (Guard, Golden State Warriors)

Konstanz ist auch bei Poole ein wichtiges Thema. "The Microwave" hat bewiesen, dass er heiß laufen kann, es kann indes auch recht leicht in die andere Richtung gehen. Vergangene Saison etwa kehrte er im März brandheiß nach einem Abstecher in der G-League zurück, nur um dann im April komplett abzurauschen. Im Mai verließ er sein Loch hingegen wieder und war zum Ende der Saison bisweilen der wichtigste Unterstützer für Stephen Curry.

Jordan Poole: Seine Statistiken vor und nach der G-League

SpieleMinutenPunkteFG%3FG%Assists
Vor159,65,542,633,30,9
Nach3623,514,743,335,42,4

Die Warriors haben nun ein paar neue Spieler im Kader, früher oder später soll außerdem auch Klay Thompson endlich zurückkehren und seinen rechtmäßigen Platz an Currys Seite einnehmen. Bis dahin soll jedoch Poole starten - und selbst nach Klays Rückkehr wird der 22-Jährige definitiv weiter gebraucht.

Poole kann auf beiden Guard-Positionen eingesetzt werden, seine mittlerweile deutlich kräftigere Statur dürfte ihn auch zu einem besseren Verteidiger machen. Er kann mit dem Ball in der Hand Würfe kreieren, das unterscheidet ihn von einem Großteil der Warriors-Spieler, die nicht Curry mit Nachnamen heißen.

Und er kann jenem Curry Platz verschaffen. Pooles Wurf ist eine Waffe, auch wenn er es bisweilen fast schon übertreibt - fast 60 Prozent seiner Würfe in der vergangenen Saison waren Dreier. In der Preseason, in der er bis dato richtig gut aufspielte, zeigte er ein neues Interesse am Zug zum Korb.

Poole hat die Chance, sich ein für allemal in Golden State festzuspielen - zumal es auch bei ihm bereits um den nächsten Vertrag geht. "Er hat die Chance, vor allem in Klays Abwesenheit, wirklich einen Eindruck zu hinterlassen", sagte Draymond Green zu The Athletic. "Es besteht die Möglichkeit für eine Vertragsverlängerung. Deswegen weiß ich, worum es für ihn geht und was für einen Druck das bedeutet. Ich erwarte von ihm, dass er einen großen Schritt macht."

Die Warriors würden das sicherlich gerne sehen. Mit den Splash Brothers hofft man in Golden State auf die Rückkehr zum Contender-Status, das ist allerdings keineswegs eine ausgemachte Sache. Und es wird Unterstützung brauchen. Poole ist dafür ein besserer Kandidat als die Lottery-Picks Jonathan Kuminga, Moses Moody und auch James Wiseman.

Jaren Jackson Jr. (Forward/Center, Memphis Grizzlies)

Triple J ist eigentlich schon ein Stück weiter als der Rest der hier aufgeführten Spieler. Er war der Nr.4-Pick 2018, wurde nahezu sofort als neues Einhorn in der Liga aufgenommen und in seiner zweiten Saison als kongenialer Big-Man-Partner für Ja Morant gefeiert.

Es hat jedoch seine Gründe, dass Jackson nicht wie andere Mitglieder seines Draft-Jahrgangs (Luka Doncic, Trae Young, Shai Gilgeous-Alexander, Michael Porter Jr.) längst eine monströse vorzeitige Vertragsverlängerung unterschrieben hat. Jahr drei war ein Seuchenjahr für Jackson, der erst gegen Ende der Regular Season von seinem Meniskusriss aus der Bubble zurückkehrte und bis in die Playoffs hinein nicht wirklich seinen Rhythmus fand.

Vor Jahr vier stellt sich nun also die Frage: Was genau haben die Grizzlies eigentlich an Jackson? Viel hat sich bei ihm bisher nur theoretisch abgespielt: In der Theorie ist er ein ultra-mobiler Ringbeschützer, eine echte Waffe in der Defense, in der Praxis ist er bis dato viel zu foulanfällig und als Rebounder deutlich zu schwach, um als alleiniger Big seines Teams zu funktionieren.

Memphis setzte Jackson bisher überwiegend als Forward neben Jonas Valanciunas ein, der nun für Steven Adams fortgeschickt wurde. Mit Jackson als Center hatten die Grizz in keinem seiner bisherigen Jahre ein positives Net-Rating (vergangene Saison war es richtig düster: -17,6!). Dabei sollte die Fünf langfristig eigentlich die Position sein, auf der er seinem Team am meisten helfen sollte.

Offensiv ist immerhin schon absehbar, wie das funktionieren kann. Jacksons bisher bester NBA-Skill ist sein Distanzwurf: Fast 40 Prozent traf er in Jahr zwei bei 6,5 Versuchen pro Spiel, das ist sensationell für einen jungen Big Man - und es schafft Platz für die Drives von Morant.

Es bleibt zu hoffen, dass Jackson diese Präzision in seiner vierten Saison wiederfindet, und dass er auch defensiv wieder Schritte in die richtige Richtung macht. Diese Saison wird vermutlich darüber entscheiden, ob er in Memphis als legitimer Co-Star für Morant oder als dessen "Gehilfe" angesehen wird. Um viel Geld geht es natürlich auch noch.

Die Statistiken von Jaren Jackson Jr. in der NBA

SaisonSpielePunkteFG%3FG%ReboundsBlocksFouls
18/195813,850,635,94,71,43,8
19/205717,446,939,44,61,64,1
20/211114,442,428,35,61,63,8

Robert Williams (Center, Boston Celtics)

Williams und seinen potenziellen Wert hatten wir hier bereits im April thematisiert. Seither verlief sein Weg ereignisreich: Der Time Lord verletzte sich prompt, verpasste in der Regular Season 12 der letzten 17 Celtics-Spiele und kam auch gegen Brooklyn in den Playoffs nur in drei von fünf Spielen zum Einsatz. Trotzdem hinterließ er noch ein Ausrufezeichen: In Spiel 1 gegen die Nets kratzte Williams mit 11 Punkten, 9 Rebounds und 9 Blocks in 23 Minuten - von der Bank kommend - an einem ungewöhnlichen Triple-Double.

In der Offseason holten die Celtics mit Al Horford einen Altbekannten zurück, dennoch ist Williams der Schlüsselspieler auf der Fünf. Er bekam mit einem Vierjahresvertrag über 54 Millionen Dollar das Vertrauen ausgesprochen, in der Preseason startete er neben Horford, der zumindest vorerst wieder auf Power Forward gerückt ist.

Williams soll zum zukünftigen Kern der Celtics gehören, seinen Platz an der Seite von Jayson Tatum, Jaylen Brown und Marcus Smart einnehmen. Das Talent dafür besitzt er, das ist mittlerweile offenkundig. Völlig unklar hingegen ist, ob sein Körper einer höheren Belastung auf Dauer standhält.

Williams stand in der vergangenen Saison für rund 70 Prozent der Spiele zur Verfügung, das ist schon mit Abstand sein bisheriger Karrierebestwert gewesen. Ein einziges Mal spielte er in seinen bisher 113 (Regular Season-)Spielen für die Celtics mehr als 30 Minuten.

Kurzfristig kann Boston Ausfälle des 23-Jährigen kompensieren, dafür sorgt Horford. Der Oldie ist idealerweise jedoch eher ein Platzhalter, kein fester Bestandteil der weiterführenden Planungen und womöglich sogar ein Trade-Kandidat. Die entscheidende Frage ist, ob Williams ihn tatsächlich entbehrlich machen wird.

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