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NBA Rookie Watch: Wie Ja Morant die Memphis Grizzlies zum aufregendsten Team der Liga transformiert

Ja Morant ist der Top-Favorit auf den Award des Rookie des Jahres.

Die Rookie Watch ist zurück und steht ganz im Zeichen von Ja Morant, der im Moment gehyped wird wie wohl kein anderer Spieler in der Historie der Memphis Grizzlies. Doch der Point Guard ist mehr als nur ein Mann fürs Spektakel, sondern ein Spieler, der eine herausragende Basis besitzt. Zudem blickt SPOX-Redakteur Robert Arndt wie immer auf die aktuelle Top 10.

Nur zwei Teams gewannen seit dem 9. Dezember mehr Spiele als die Memphis Grizzlies, das sind die heißen Utah Jazz (15) sowie das beste Team der kompletten NBA, die Milwaukee Bucks (16). Danach kommen schon die Grizzlies, die zwar mit 19-22 weiterhin eine negative Bilanz vorweisen, inzwischen aber dennoch auf Platz acht der Western Conference stehen.

Ist es Zufall, dass ausgerechnet an jenem 9. Dezember Ja Morant von seiner Knieverletzung zurückkehrte? Wohl nicht, auch wenn dieses Memphis-Team im Kollektiv brilliert, ein Offensiv-Rating von 114,9 verbucht und nebenbei die zweithöchste Assist-Percentage in diesem Zeitraum hinlegt.

Der Kopf der Schlange ist zweifelsohne Morant, der eine der besten Spielmacher-Rookie-Saisons aller Zeiten auflegt. Die Zahlen schreien niemanden an a la Trae Young - 17,8 Punkte, 6,9 Assists und Quoten von 48,4 Prozent aus dem Feld sowie 39 Prozent von Downtown sind aber solide und gleichzeitig erstaunlich, da Frischlinge zumeist wenig effizient sind. 17/6/45 legten bisher nur zwei andere Rookie-Guards über eine Saison in der NBA-Geschichte auf - Oscar Robertson und Magic Johnson.

Ja Morant: Der Meister der Ball-Fakes

Im Gegensatz zu Morant waren sie große, bullige Spieler, der schmächtige Grizzlies-Guard muss andere Wege finden, um in diesem frühen Stadium seiner Karriere ein Plusspieler zu sein.

Und wie er das macht: Morant ist spektakulär, clever und kontrolliert zugleich (abgesehen von seinen Landungen, die sind oft gefährlich und müssen dringend besser werden), sein Spiel strotzt vor einer Leichtigkeit, die ansteckend ist und die Grizzlies von einer grauen Maus zu einem Must-Watch-Team transformiert hat.

Nahezu täglich gibt es neue Highlight-Clips von Morant und das in unterschiedlichen Variationen. Mal dunkt er über alles, was sich ihm in den Weg stellt, mal täuscht er mit einer simplen Finte eine komplette Verteidigung. Seine Fakes sind selten brotlose Kunst, stattdessen fallen selbst ausgewiesene All-NBA-Defender wie Kawhi Leonard regelmäßig auf die Täuschungen des Rookies herein.

Ja Morant: Der Pull-Up als nächster Schritt

Auch James Harden und die Houston Rockets wurden erst kürzlich das nächsten Opfer von Morant. Der Point Guard narrte Harden nicht nur mit seinem schon jetzt tödlichen Crossover (Hallo, Jerome Robinson!), sondern drückte dem früheren MVP zuvor auch einen Dreier ins Gesicht, als dieser keinen Respekt für den Wurf des 20-Jährigen zeigte.

Es ist Harden nicht zu verdenken, dass er Morant diesen Platz ließ, schließlich ist das neben der Defense die größte Baustelle in seinem Spiel. 39 Prozent klingen zwar sehr gut, aber einerseits nimmt Morant bisher nur 2,3 Versuche pro Spiel, andererseits sind es auch erst 20 Pull-Ups über die komplette Spielzeit (30 Prozent).

Der Pull-Up-Sprungwurf wäre der nächste Schritt für den Youngster, damit sich das Feld noch weiter für ihn öffnet, aber auch ohne diese Fähigkeit kann er das Spiel auf unterschiedliche Weise positiv beeinflussen. Das Pick'n'Pop mit Jaren Jackson Jr. wurde in den vergangenen Spielen immer häufiger genutzt, auch die Chemie mit Memphis' anderen Bigs Jonas Valanciunas und Rookie-Kollege Brandon Clarke funktioniert bereits bestens.

Ja Morant: Der neue Superstar der Grizzlies

Hier sticht die Geduld von Morant ins Auge, der Rookie-untypisch nichts erzwingt und auf den richtigen Moment wartet, sodass Plays Erfolg haben können. Auch dafür war die Partie gegen die Rockets bestes Anschauungsmaterial.

"Er hat zum Ende des Spiels viele gute Entscheidungen getroffen, obwohl Houston mehrfach die Defense umgestellt hat", lobte Coach Taylor Jenkins. "Er hat das fantastisch gelöst und es ist toll, mit welchem Selbstvertrauen er in der Crunchtime spielt." 7,7 Punkte erzielt Morant durchschnittlich im vierten Viertel, nur Harden, Trae Young, Giannis Antetokounmpo und Kyrie Irving sind in dieser Hinsicht besser.

Morant liefert die Zutaten, aus denen Superstars gemacht sind. Noch agieren die Grizzlies recht konservativ mit ihrem Point Guard, halten ihn bei lediglich 30 Minuten pro Spiel. Spätestens in der kommenden Spielzeit dürfte Morant dann komplett die Zügel in der Hand halten - so wie das Franchise-Spieler eben machen.

Austin Rivers von den Rockets brachte es treffend auf den Punkt: "Er hat Superstar-Potenzial, er ist ein besonderer Spieler. Memphis ist ein Glücksgriff gelungen. Dank ihm spielt diese Mannschaft gut. Sie haben uns geschlagen und stehen derzeit in den Playoffs. Das ist unglaublich und er ist der Hauptgrund dafür."

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