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NBA - Kings-Star Bogdan Bogdanovic weckt Trade-Interesse der L.A. Lakers: Nur verrückt ist gut genug

Die Los Angeles Lakers haben angeblich ein Auge auf Bogdan Bogdanovic von den Kings geworfen.

Die Sacramento Kings laufen nach gut der Hälfte der Saison 2019/20 den eigenen Erwartungen hinterher. Verletzungspech hat den Kaliforniern immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Bogdan Bogdanovic haben die Kings aber einen aufstrebenden Star, der kurz vor der Trade Deadline eine Menge Interesse weckt.

Es brauchte nur einen Tweet, um die NBA-Welt kurz nach dem Jahreswechsel erstmals im neuen Jahrzehnt so richtig aufzurütteln. Ziemlich genau einen Monat vor der Trade Deadline vermeldete Marc Stein von der New York Times, dass unter anderem die Sacramento Kings zu einer Gruppe an Teams gehören, die Interesse an Kyle Kuzma gezeigt hätten.

Gerüchte um dessen wacklige Stellung innerhalb der Lakers-Organisation gab es bereits zuvor. An der Seite von LeBron James und Anthony Davis kam der 24-Jährige bisher nicht so richtig ins Rollen. Neu war aber das Interesse der Kings - und dass sie wohl mindestens Bogdan Bogdanovic in einem potenziellen Deal für Kuzma Richtung Hollywood schicken müssten.

Diese Info sorgte für einen regelrechten Aufschrei unter Beobachtern der Liga. Bill Simmons, Chef von The Ringer und passionierter Celtics-Fan, fühlte sich sogar an den Pau-Gasol-Trade von 2008 erinnert. Damals erhielten die Grizzlies für den späteren sechsfachen All-Star einen als lachhaft erachteten Gegenwert in Person von Kwame Brown, Javaris Crittenton, die Rechte an Paus Bruder Marc (das sollte sich immerhin auszahlen) und zwei Erstrundenpicks.

"Bogdanovic ist nicht so gut wie Pau Gasol, aber ernsthaft: [Die Lakers] würden Bogdanovic für Kuzma bekommen?", fragte Simmons in seinem Podcast ungläubig. "Wollt ihr mich verarschen?" Der Vergleich der Personalie Kuzma/Bogdanovic mit dem Gasol-Deal hinkt auf mehreren Ebenen, es veranschaulicht aber sehr gut, welchen Ruf der Serbe mittlerweile in der NBA genießt.

Sacramento Kings 2019/20: Enttäuschender Start

Nach fast der Hälfte der Spielzeit 2019/20 laufen die Kings ein wenig ihren eigenen Erwartungen hinterher. Nach der Überraschungssaison im vergangenen Jahr, als Sacramento lange Zeit an den Playoffs schnupperte, sollte nun der nächste Schritt in der Entwicklung des jungen Teams folgen.

Nach 14 Jahren Abstinenz hofften die Fans in der kalifornischen Hauptstadt endlich mal wieder auf die Playoffs. Die Hoffnung existiert immer noch, derzeit liegen die Kings nur 3,5 Spiele hinter dem Achtplatzierten in der Western Conference, den Memphis Grizzlies. Doch im engen Playoff-Rennen im Westen haben die Kings aktuell mit 15 Siegen und 25 Niederlagen auf Platz 13 eine eher suboptimale Ausgangssituation.

Vor allem zahlreiche Verletzungen haben dem Team einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Trio De'Aaron Fox, Marvin Bagley III und Buddy Hield, die potenzielle Zukunft der Franchise, stand in dieser Spielzeit aufgrund von verschiedenen Blessuren in gerade einmal 7 der 40 Partien gemeinsam auf dem Parkett.

Verletzungspech bei den Kings: "Next guy up"

"Wir müssen uns an Jesus wenden. Wir müssen ihn fragen, ob er uns ganz schnell heilen kann", beschrieb Hield vor wenigen Tagen die aus seiner Sicht letzte Hoffnung auf göttlichen Beistand. Head Coach Luke Walton präferierte eine andere Herangehensweise, nachdem es vor Kurzem auch Richaun Holmes erwischt hatte.

"Das ist ein weiterer Schlag", sagte der 39-Jährige. "Aber das ist schon die gesamte Saison über das Hauptthema bei uns: Next guy up." Als sich Point Guard Fox Mitte November am Knöchel verletzte und gut vier Wochen pausieren musste, fiel diese Aufgabe, für den Teamkollegen in die Bresche zu springen, unter anderem auch Bogdanovic zu.

Der 27-Jährige kurbelte in 16 Partien ohne den 5. Pick von 2017 seinen Punkteschnitt in die Höhe (von 12 auf 16,4), verteilte mehr Assists (von 3,3 auf 4,3) und steigerte seine Feldwurfquote (von 37,6 auf 45,3 Prozent). Über die komplette Saison gesehen legt er mit 14,5 Punkten einen Karrierebestwert in seinem dritten Jahr in der Association auf.

Playmaker und Shooter: Bogdanovic überzeugt offensiv

Bogdanovic, den es mittlerweile ebenfalls mit Knöchelproblemen erwischt hat, besticht gerade offensiv mit seiner Vielseitigkeit. Abgesehen von Fox ist er wohl der beste Playmaker in den Reihen der Kings, von Point Guard bis Small Forward kann er alles spielen, auch wenn er gerade auf der drei ab und an Probleme in der Defense mit kräftigeren Gegenspielern bekommt.

Auf der anderen Seite des Courts überzeugt der 27. Pick vom Draft 2014, der nach einem Abstecher bei Fenerbahce aber erst drei Jahre später in die NBA kam, sowohl als Ballhandler im Pick'n'Roll und Kreateur als auch als Schütze. Dass er nicht ständig den Ball in den eigenen Händen braucht, beweist seine starke Dreierquote von 38,3 Prozent (bei 6,9 Versuchen pro Partie).

Auch als Spot-Up-Shooter mit 1,16 Punkten pro Ballbesitz aus im Schnitt 3,8 solcher Possessions rangiert er in elitären NBA-Kreisen. Kein Wunder, dass die Lakers bei diesem Talentpaket bei Kings-GM Vlade Divac ob eines möglichen Trades nachhakten, würde Bogdanovic doch gleich mehrere Probleme der Traditionsfranchise aus der Stadt der Engel adressieren.

Die Karrierestatistiken von Bogdan Bogdanovic

SaisonSpiele / MinutenPunkteReboundsAssistsFG%3FG%
2017/1878 / 27,911,82,93,344,639,2
2018/1970 / 27,814,13,53,841,836,0
2019/2030 / 28,115,43,03,642,638,3

Sacramento Kings: Wird Bogdanovic zu teuer?

Ebenfalls wenig verwunderlich ist, dass im Sommer wohl ein kräftiger Zahltag auf Bogdanovic wartet. Im Anschluss an die laufende Saison wird er Restricted Free Agent, Bemühungen der Kings, noch im vergangenen Sommer - nach dessen hervorragender WM - vorzeitig zu verlängern, liefen ins Leere.

Zwar boten die Kings eine Max-Verlängerung (4 Jahre und 51,4 Mio. Dollar), doch das reichte offenbar nicht, um Bogdanovic zu einer Unterschrift zu bringen. Der Grund ist simpel: In der Free Agency wird er einiges mehr einstreichen können. Entsprechend steht den Kings eine schwierige Entscheidung bevor.

Mit dem Deal für Harrison Barnes (4 Jahre/85 Millionen Dollar) und der lukrativen Verlängerung für Hield (4 Jahre/86 Mio.) haben die Kings bereits beachtliche Summen in ihren Kader investiert, in absehbarer Zeit kommen voraussichtlich neue Verträge für Fox (2021) und Bagley (2022) hinzu. Gibt es also eine Schmerzgrenze, an der Sacramento Bogdanovic irgendwann ziehen lassen muss?

Bogdanovic zu den Lakers? Nur mit "verrücktem Angebot"

Falls ja, wäre das ein gutes Argument für einen Trade noch vor der Deadline am 6. Februar, um den Guard nicht im Sommer ohne Gegenwert zu verlieren. Aktuell scheinen jedoch alle Anzeichen für eine andere Lösung zu sprechen.

Laut Sam Amick (The Athletic) gehen die Kings unbesorgt in den Sommer. Sie haben das Recht mit allen Angeboten für Restricted Free Agent Bogdanovic gleichzuziehen und offenbar sind sie gewillt, dies zu nutzen. Außerdem hat Sacramento das Playoff-Ziel noch lange nicht aus den Augen verloren.

Bogdanovic wird nach Amicks Informationen innerhalb der Franchise als integraler Bestandteil des Teams geschätzt. Er soll helfen, die längste Postseason-Durststrecke der Liga zu beenden - und langfristig ein Teil des jungen Kerns der Kings bleiben. Auch Bogdanovic selbst will angeblich "einfach nur gewinnen" und könnte sich einen langfristigen Verbleib in Sac-Town vorstellen.

Entsprechend schnell wurden in den vergangenen Wochen die Trade-Gerüchte relativiert. Statt Bogdanovic scheint ein Trade um den unzufriedenen Dewayne Dedmon viel wahrscheinlicher. Bei Bogdanovic könnten die Kings wohl nur bei einem "verrückten Angebot" (Jason Jones, The Athletic) schwach werden. Kyle Kuzma alleine wird also definitiv nicht reichen.

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