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NBA: Kristaps Porzingis glänzt ohne Luka Doncic - Mehr Einhorn, weniger Big Man

Von Robert Arndt
Beim Sieg bei den Bucks legte Porzingis 26 Punkte auf.

Kristaps Porzingis stand bei den Dallas Mavericks zum Saisonstart im Schatten von Luka Doncic. Ohne den Slowenen machte das Einhorn beim Sieg gegen die Milwaukee Bucks sein vielleicht bestes Spiel für die Mavs, auch weil er an beiden Enden des Feldes überzeugen konnte und für einige Big Plays sorgte.

Es hat nicht viel gefehlt, dass die Mavs eine 15-Punkte-Führung in der Schlussphase verzockt hätten. War es die Angst vor der eigenen Courage? Wer hätte denn geglaubt, dass Dallas ohne Luka Doncic diese Bucks, die zuvor 18 Spiele in Serie für sich entschieden, wirklich schlagen können?

Und Dallas wackelte - und das gewaltig! Die Reservisten der Bucks brachten Milwaukee in der letzten Minute wieder in Schlagdistanz, bevor Giannis Antetokounmpo wieder übernahm. Die Bucks spielten das Freiwurfspiel und setzten dann darauf, dass der MVP mit so wenigen Schritten und so wenig Zeit wie möglich umgehend scoren konnte. Und wie er das tat! 6 Punkte in sechs Sekunden ließen Erinnerungen an Reggie Miller oder Tracy McGrady wach werden.

Porzingis bemängelt Schlussphase der Dallas Mavericks

Am Ende reichte es aber nicht, weil Kristaps Porzingis das Play zum Mavs-Sieg machte. Bei drei Zählern Rückstand vergab Antetokounmpo erst einen Freiwurf, den sich jedoch Sterling Brown schnappte. Der Guard hatte die Chance, auf einen Punkt zu verkürzen, doch der Lette blockte den Versuch weg, Tim Hardaway Jr. machte von der Freiwurflinie endgültig den Deckel drauf.

"Das war unnötig, wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen", ärgerte sich Porzingis auch nach dem Spiel über die Schlussphase. "Wir haben blöde Fehler gemacht, von denen sie profitiert haben." Dank Porzingis spielte es aber letztlich keine Rolle mehr.

Es war nicht das einzige Big Play an diesem Abend für das Einhorn, der im vierten Viertel fast durchgehend den Liga-MVP verteidigte und diesen einigermaßen in Schach hielt, nachdem sich Dwight Powell und Maxi Kleber jeweils fünf Fouls eingehandelt hatten. Auf der anderen Seite tat es Giannis Porzingis gleich und verteidigte den Letten.

Dallas: Tiefe Porzingis-Dreier brechen Milwaukee das Genick

Das jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Porzingis hatte auch in diesem Spiel wieder Probleme im Post, wo er kleinere Gegenspieler weiterhin nicht bestrafen kann. Dafür agierte der Forward wieder vermehrt am Perimeter, wodurch er Antetokounmpo immer wieder aus der Zone zog und damit Platz für die penetrierenden Guards fand.

Auch Giannis zeigte Respekt davor, im vierten Viertel allerdings zu wenig. Bei zwei aufeinanderfolgenden Ballbesitzen drückte der Lette umgehend aus der Distanz ab, obwohl er beide Male über einen Meter hinter der Dreierlinie stand. Bei seinem zweiten Treffer stand der Big Man mit seinem Fuß auf dem Hirsch-Logo auf dem Court. Solche Dinger versenken eigentlich nur Guards à la James Harden oder Trae Young.

"Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einfach werfen sollte", erklärte Porzingis. "Beim zweiten Dreier habe ich gar nicht mehr nachgedacht und schon war das Ding drin."

Aus 92:99 wurde 92:105 und die Siegesserie der Bucks hing so bereits sechs Minuten vor dem Ende am seidenen Faden. Milwaukees Schützen erwischten mit Ausnahme von Kyle Korver (17 Punkte, 5/6 Dreier) keinen guten Abend, wodurch nicht einmal 48 Punkte von Giannis reichten, was dessen zweithöchste Ausbeute in dieser Saison war.

Dallas Mavericks: Kristaps Porzingis glänzt ohne Luka Doncic

Porzingis kam am Ende auf 26 Zähler sowie 12 Rebounds und wies mit +20 das beste Plus-Minus-Rating aller eingesetzten Spieler auf. Der Lette lieferte also ab auf der großen Bühne, die Scheinwerferlichter waren nach dem Doncic-Ausfall auf ihn gerichtet, nachdem es in den vergangenen Wochen immer mal wieder kritische Stimmen zu hören gab.

So wurde viel zu häufig vergessen, was Porzingis eigentlich so wertvoll macht. Das ist nicht das Spiel im Post oder so oft wie möglich zum Korb zu rollen, sondern seine Fähigkeit aus allen Lagen zu werfen und in der Defense ein elitärer Verteidiger zu sein. Gerade Letzteres vermisst man in Dallas, seitdem ein noch junger Tyson Chandler nach der Meisterschaft nicht verlängert wurde.

Eine Meisterschaft wird mittel- oder langfristig das Ziel für die Texaner sein - umso wertvoller sind Erfahrungen wie in dieser Nacht. Dass Milwaukee nach 18 Siegen am Stück geschlagen wurde, war dabei ein netter Nebeneffekt.

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