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NBA: Kawhi Leonard überragt, LeBron James wacht spät auf - Clippers gewinnen Battle of L.A. gegen Lakers

Von Philipp Schmidt
Ein bärenstarker Kawhi Leonard hat die Clippers im Battle of L.A. zum Sieg geführt.

In einem über weite Strecken zähen, aber spannenden Spiel haben sich die Clippers (23-10) im Battle of L.A. gegen die Lakers (24-7) mit 111:106 durchgesetzt und deren Niederlagenserie verlängert. Für die Clippers lieferte der überragende Kawhi Leonard ab, während LeBron James spät aufdrehte und Unterstützung von Anthony Davis und Kyle Kuzma erhielt.

Leonard erzielte 35 Punkte bei starken Quoten (11/19 FG, 5/7 3FG, 8/8 FT) und kam zudem auf 12 Rebounds. Während mit Paul George der zweite Superstar einen enttäuschenden Abend erwischte (17, 5/18 FG), lieferte Montrezl Harrell wichtige Punkte von der Bank (18, 8/12), Patrick Beverley glänzte vor allem in der Defense (8 Punkte, 9 Rebounds, +26!).

Für die Lakers kam James nach lange unauffälliger Leistung auf 23 Punkte, 10 Assists und 9 Rebounds, wobei der Dreier gar nicht fiel (9/24 FG, 2/12 3FG). Bereits im ersten Viertel verletzte er sich allerdings erneut an der Leiste. Davis (24, 8/17 FG) und Kuzma (25, 8/17) spielten ordentlich, ansonsten scorte jedoch nur Kentavious Caldwell-Pope zweistellig (13).

Bei den Clippers waren erstmals in der gesamten Saison alle Spieler einsatzfähig, auch Beverley und Patrick Patterson, die an der Seite von George, Leonard und Ivica Zubac starteten. Auf der anderen Seite galt dies auch für James (Rippen/Leiste) und Davis (Knie), die vor dem Spiel als fraglich gelistet wurden. Gemeinsam mit Danny Green, Avery Bradley und JaVale McGee bildeten sie eben jenes Starting Lineup, das auch im ersten Spiel der Saison auf dem Feld stand, als die Lakers mit 102:112 gegen die Clippers verloren.

Für die Lakers, die ihre vergangenen drei Spiele verloren - eines davon ohne James, eines ohne AD -, erzielte Davis die ersten Punkte der Partie, Leonard hatte für die "Gäste" eröffnet. In einem Spiel auf Augenhöhe wollte James offensiv nichts gelingen (0/4 3FG), dafür sprangen die Braue und ein brandheißer Kuzma (15 Punkte im ersten Viertel) von der Bank in die Bresche. Für die Clippers hatte Kawhi nach zwölf Minuten schon 14 Punkte gesammelt: 33:31 Lakers.

Kawhi Leonard überragt bei Sieg gegen Los Angeles Lakers

Ein Dreier von Rajon Rondo stellte auf +7 für die Lakers, Dwight Howard räumte George spektakulär ab, aber das Bench-Lineup der Clippers um Lou Williams (nur 6 Punkte, 1/6 FG), Harrell und Landry Shamet hielt Schritt. Beverley brachte LAC am Ende eines 8:0-Laufes wieder in Front und holte sich dabei sein traditionelles technisches Foul ab. Die Defenses zogen merklich an, die Quoten wurden schlechter, da LeBron zumindest aus Korbnähe scorte und seine Mitspieler stark einsetzte (3/11 FG, aber schon 7 Assists), nahmen die Lakers eine 12-Punkte-Führung mit in die Kabine: 63:51.

Nach der Pause gingen die Clippers in der Verteidigung mit höherer Intensität zur Sache und generierten dadurch einfache Körbe, meist durch Leonard sowie an der Freiwurflinie. James haderte weiter mit seinem Wurf, die Führung schrumpfte nach einem 16:3-Run der Clippers auf +2, ehe James und Davis konterten. Die Braue war (ohne Kuzma) die einzige verlässliche Scoring-Option und wurde nahezu durchgehend gedoppelt. Es war in dieser Phase kein attraktives Basketball-Spiel, ein Distanztreffer von Shamet sorgte dafür, dass es beim Stand von 86:86 in den Schlussabschnitt ging.

James versenkte im achten Versuch seinen ersten Dreier und legte schnell fünf Punkte nach (101:94). Doch die Clippers - oder besser gesagt Leonard - hatten die passende Antwort parat und glichen innerhalb einer Minute wieder aus. In einer hektischen Schlussphase brachte Williams die Gäste nach einer Ewigkeit wieder in Führung, die Lakers ließen mehrere offene Dreier liegen, James traf 40 Sekunden vor Schluss nur einen Frewurf (106:109).

Nachdem Williams einen Distanzwurf danebensetzte, schlug Beverley LeBron vier Sekunden vor der Sirene beim Dreier den Ball aus der Hand. James berührte den Ball zuletzt, George stellte den 111:106-Sieg für die Clippers an der Linie sicher. Damit haben die Lakers nun vier Spiele in Folge verloren.

Die wichtigsten Statistiken

Los Angeles Lakers vs. L.A. Clippers 106:111 (BOXSCORE)

  • Die Clippers nahmen im ersten Abschnitt nur drei Dreier, versenkten diese aber allesamt, bei den Lakers waren es bereits neun Versuche (fünf Treffer, 55,6 Prozent). Diese hochprozentigen Quoten konnten beide Teams nicht halten, die Wurfverteilung blieb aber weitestgehend gleich. LAL traf nur 12 seiner 45 Dreier (26,7 Prozent), LAC versenkte 9 von 25 (36 Prozent).
  • Mit 51,3 Punkten pro Spiel gingen die Clippers als die mit Abstand beste Bank der Liga in die Partie, während die Lakers nur auf Platz 22 standen (34,3). Diesen Wert hatten die Hausherren schon zur Halbzeit erreicht (35). Dank Kuzma, KCP und Rondo kamen die Lakers insgesamt auf 49 Zähler, während die Clippers es bei 36 Punkten beließen. Im ersten Duell der beiden Teams hatte die Bank der Clippers einen glasklaren Vorteil (60:19).
  • "Das Team, das verteidigt, wird heute gewinnen. Bisher verteidigt keines von beiden", sagte Clippers-Coach Doc Rivers nach einem Viertel und bereits 64 Punkten. Damit behielt er recht. Die Clippers ließen im zweiten Viertel nur noch 20 Punkte zu, insgesamt trafen die Lakers über die vollen 48 Minuten nur 40,6 Prozent aus dem Feld.
  • LeBron James absolvierte sein insgesamt 14. Christmas Game: Damit zog er an Earl Monroe, Dwyane Wade, Dolph Schayes und Shaquille O'Neal (alle 13) vorbei und belegt nun Rang zwei. Vor ihm steht nur noch Kobe Bryant, der bereits 16-mal an Weihnachten im Einsatz war.

Der Star des Spiels

Kawhi Leonard. Abgesehen von Harrell bekam die Klaue offensiv kaum Hilfe, dennoch führte er die Clippers gegen die beste Mannschaft der Western Conference zum Sieg. War zu jeder Zeit zur Stelle, traf stark aus der Distanz, zudem alle seine Freiwürfe und arbeitete gut am Brett. Auch stark: Kyle Kuzma, der jedoch im vierten Viertel völlig abtauchte.

Der Flop des Spiels

Paul George. Auch wenn er sich defensiv bemühte und offensiv zumindest zeitweise aufwachte, war das zu wenig. Während Leonard konstant ablieferte, versenkte PG-13 nur 5 seiner 18 Würfe für 17 Punkte und blieb auch bei den weiteren Statistiken (5 Rebounds, 3 Assists) unauffällig. Der schlechteste Plus-Minus-Wert aller Clippers (-8) bestätigt den schwachen Eindruck. Auch enttäuschend: Der Starting Backcourt der Lakers um Danny Green (6, 2/8 FG) und Avery Bradley (2, 1/5 FG).

Die Szene des Spiels

Kentavious Caldwell-Pope hat sich wohl etwas von seinem Teamkollegen LeBron abgeschaut. Als alles nach einem offenen Layup für Landry Shamet im Fastbreak aussah, sprintete KCP hinterher und räumte Shamet mit einem sauberen Chasedown-Block ab.

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