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NBA - L.A. Clippers in der Offseason: Eine Klaue und der Griff nach den Sternen

Die L.A. Clippers präsentieren sich beim Media Day in neuer Besetzung.

Die L.A. Clippers haben in der Offseason ihren Traum vom Superteam erfüllt und in Kawhi Leonard und Paul George zwei Top-10-Spieler verpflichtet. Dafür gingen sie viel Risiko ein, trotzdem haben sie noch einen klaren Vorteil gegenüber Teams wie ihrem Stadtrivalen.

L.A. Clippers: Die Transaktionen

Anfang Juli blieb es zunächst ruhig um die Clippers - aus gutem Grund: Da das Team auf die Entscheidung von Kawhi Leonard wartete, konnte bis dahin relativ wenig passieren. Dann kam es jedoch knüppeldick; innerhalb eines Tages sicherten sich die Clippers sowohl die Dienste von Leonard als auch die von Paul George, der aus Oklahoma City losgeeist wurde.

L.A. zahlte dafür eine unheimliche Menge von Draft-Picks, konnte dafür aber wie erhofft ein neues Superstar-Duo präsentieren. Dazu wurde mit einigen Spielern aus dem schon existierenden Kern verlängert und über den Draft etwas Perspektive für die Zukunft nachverpflichtet.

L.A. Clippers: Die Zugänge

  • Kawhi Leonard (Free Agent: 3 Jahre, 103,1 Mio., Raptors)
  • Paul George (Trade, Thunder)
  • Mo Harkless (Trade, Trail Blazers)
  • Patrick Patterson (Free Agent: 1 Jahr, 2,3 Mio.)
  • Mfiondu Kabengele (Draft, Nr.27)
  • Terance Mann (Draft, Nr.48)

L.A. Clippers: Die Abgänge

  • Shai Gilgeous-Alexander (Trade, Thunder)
  • Danilo Gallinari (Trade, Thunder)
  • Sindarius Thornwell (entlassen, Cavaliers)
  • Tyrone Wallace (entlassen, Timberwolves)

L.A. Clippers: Die Vertragsverlängerungen

  • Patrick Beverley (3 Jahre, 40 Mio.)
  • JaMychal Green (2 Jahre, 9,8 Mio.)
  • Ivica Zubac (3 Jahre, 21 Mio.)
  • Rodney McGruder (3 Jahre, 15 Mio.)

Der Gegenwert für Paul George im Detail

  • Shai Gilgeous-Alexander
  • Danilo Gallinari
  • Ungeschützte Erstrundenpicks: 2021 (aus Miami), 2022, 2024, 2026
  • Top-14-geschützter Erstrundenpick: 2023 (aus Miami)
  • Rechte zum Pick-Tausch (der bessere Pick geht an OKC): 2023, 2025

L.A. Clippers: Die wichtigsten Statistiken 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
48-34 (Platz 8 im Westen)111,4 (9.)110,4 (19.)1,0 (13.)

L.A. Clippers: Die Strategie

... ist aufgegangen. Der Fokus der Clippers hatte sich schon länger auf diesen Sommer gerichtet und nun konnte das Management um Michael Winger und Berater Jerry West tatsächlich zwei Superstars nach L.A. lotsen. Nun kann und soll der Angriff auf den ersten Titel der Franchise-Geschichte erfolgen.

Die Clippers gehen volles Risiko und gaben dafür einen erheblichen Teil ihrer Zukunft ab. Außerdem machten sie sich sehr abhängig von den beiden neuen Superstars: Da Kawhi nur einen Dreijahresvertrag inklusive Spieler-Option im dritten Jahr unterschrieben hat, könnten beide schon im Sommer 2021 wieder weg sein. Die Zeit ist also jetzt; L.A. muss sofort liefern.

Dafür spricht immerhin die Tiefe. Abgesehen von Gallinari und Gilgeous-Alexander wurde kein wichtiger Rotationsspieler verloren, verglichen mit etwa dem Stadtrivalen sind die Clippers äußerst tief besetzt. Die wohl größte Stärke aus der Vorsaison, die explosive Bank rund um Lou Williams und Montrezl Harrell, ist intakt geblieben.

Der Kader der L.A. Clippers

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Patrick BeverleyLandry ShametPaul GeorgeKawhi LeonardIvica Zubac
Lou WilliamsRodney McGruderMo HarklessJaMychal GreenMontrezl Harrell
Derrick Walton Jr.Jerome RobinsonTerry LarrierPatrick PattersonMfiondu Kabengele
Terance Mann Donte Grantham

L.A. Clippers: Die Schwachstellen

Trotz der tiefen Besetzung ist die Center-Position ein wenig fraglich, auch wenn einige Spieler diese Position bekleiden können. Ein echter Ringbeschützer ist aber weder Ivica Zubac noch Harrell, Green oder Patterson. Die Clippers haben auf dem Flügel so viel (defensive) Qualität, dass sich das nicht zu sehr auswirken muss, ein kleiner Schritt von Zubac in diese Richtung wäre dennoch Gold wert.

Zudem muss das Thema Verletzungen erwähnt werden. Trotz aller Tiefe sind es natürlich die Superstars, die das Team in den Playoffs tragen müssen. George wurde jedoch im Sommer an beiden Schultern operiert und wird den Saisonstart verpassen, wie schnell er danach wieder sein höchstes Niveau erreichen kann, ist ungewiss.

Auch Leonard hat schon mit einigen Verletzungen zu kämpfen gehabt, nicht zuletzt im Lauf der Playoffs mit den Raptors. Nun sagte der Finals-MVP, dass er sich besser fühle als vor einem Jahr. Will L.A. jedoch den Erfolg der Raptors replizieren, müssen sich die Clippers wohl auch an deren Ruhe-Plan für Kawhi ein Beispiel nehmen.

Zu guter Letzt: Weder die Superstars noch die vorhandenen Guards wie Beverley oder Williams sind elitäre Vorbereiter für ihre Mitspieler. Das muss nicht zwingend problematisch werden, da viele Spieler hier gewisse Qualitäten aufweisen, es ist aber zumindest beachtenswert.

L.A. Clippers: Der Hoffnungsträger

Klingt platt, ist aber so: Die Clippers haben alles für Kawhi investiert, in der Hoffnung, dass er die Form aus den Playoffs konserviert und von nun an der beste Spieler der Welt ist. Deswegen opferte man eine nie gesehene Menge an Erstrundenpicks für George - ohne den einen Star hätte man den anderen nicht bekommen.

Die Clippers haben seit Jahrzehnten einen Ruf als Verlierer-Franchise, Kawhi wiederum hat die höchste persönliche Siegquote unter Stars in der NBA-Geschichte. Der zweimalige Finals-MVP soll die Clippers legitimieren und dazu führen, dass die Franchise zumindest in sportlicher Hinsicht das Zepter von den Lakers übernehmen kann.

L.A. Clippers: Das Fazit

Das Risiko der Clippers ist durchaus real, in mehrerer Hinsicht. Auch zwei Superstars in ihren besten Jahren müssen nicht zwingend harmonieren, fix unter Vertrag stehen beide bloß für zwei Jahre. Wertvolle Draft-Picks haben die Clippers nun auf Jahre nicht mehr, weshalb es sehr viel schwerer sein dürfte, mit Trades noch irgendwie am Kader herumzuschrauben.

Und trotzdem: Die Clippers sind binnen weniger Tage von einem Playoff-Underdog zum vielleicht größten Favoriten auf den Titel 2020 geworden. Genau für solche Situationen geht man diese Risiken ein, zumal man dafür nicht einmal das Team auseinanderreißen musste. Deswegen kann es hier nur die Bestnote geben.

Die Note: 1

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