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NBA

"Du bist an der Reihe, Roy!"

Von SPOX
In Abwesenheit von Paul George soll Roy Hibbert die Verantwortung in Indiana schultern
© getty

Was sind die Optionen der Indiana Pacers? Bis wann können sie wieder ein Faktor werden, wie wird die kommende Saison laufen? Und: Welchen Center sollte Mike Krzyzewski mit zur WM in Spanien nehmen - Andre Drummond, Mason Plumlee oder DeMarcus Cousins? Die Experten der internationalen NBA-Destinationen diskutieren.

Du bist Larry Bird. Paul George ist raus, Lance Stephenson ist weg. Wie sehen deine Pläne für die Pacers aus? Wann kann aus ihnen wieder ein Faktor werden?

Steve Aschburner, NBA.com: Ich fürchte, es fehlt den Pacers an Mitteln, um in dieser Saison ein Faktor zu sein. Der Contender, der am meisten ein Upgrade in der Offense gebraucht hätte, wurde seiner Offense sogar noch beraubt, indem er beide Kreativspieler verloren hat. Shawn Marion würde zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere keinen Unterschied mehr machen, C.J. Miles ist C.J. Miles, und Rodney Stuckey wird auch kein Heilsbringer sein, es sei denn er hat in Detroit einiges verheimlicht. David West wird älter und Roy Hibbert bleibt ein großes Rätsel. Mit seiner Defense kann Indiana einen hinteren Playoffplatz im Osten erreichen, mehr ist aber nicht drin. Könnte Reggie Miller nicht ein Comeback starten?

Fran Blinebury, NBA.com: Die Pacers müssen nicht lange suchen, wenn sie ein Vorbild finden wollen. Die Chicago Bulls spielen sogar in ihrer Division. Auch sie hatten in den letzten Jahren große Probleme, haben aber keine Entschuldigungen gesucht und mit Defense und Team-Play die richtige Antwort gegeben. Hallo, Roy Hibbert! Du bist an der Reihe, die Verantwortung zu übernehmen. Die Herausforderung heißt jetzt, einen besseren Supporting Cast aufzustellen, damit die Pacers mit George 2015/2016 wieder zu den Contendern gehören können.

Jeff Caplan, NBA.com: Ich sehe da leider nicht viele Optionen. Sie müssen mit den Karten spielen, die sie in der Hand halten. Vielleicht kann dies ja der David Robinson/Tim Duncan-Moment für Indiana sein. Gibt es da draußen einen Tim Duncan?

Sekou Smith, NBA.com: Auf der Stelle treten. Ernsthaft. Im Osten einfach auf der Stelle treten und irgendwie die Playoffs erreichen mit einem Kader, der im Vergleich zur Vorsaison deutlich dezimiert ist. Das kann als Motivation fungieren. Und diese Pacers werden von vielen schon abgeschrieben, das gibt noch Extra-Motivation. Aber Paul George könnte sogar noch über die kommende Saison hinaus ausfallen, und das bedeutet, dass die Pacers die nächsten beiden Jahre damit verbringen werden, diesen katastrophalen Sommer zu verarbeiten.

John Schumann, NBA.com: Sie werden offensichtlich kein Faktor in der kommenden Saison sein. Bird sollte sich daher Angebote für seine älteren Spieler anhören, wie zum Beispiel David West, der in diesem Monat 34 wird und anderen Teams (Phoenix?) eher helfen könnte als den Pacers. Indiana war ohnehin schon brutal schwach in der Offensive. Es wurde durch Stephensons Abgang noch schlechter, und jetzt könnten die Pacers die mieseste Offense der ganzen Liga haben. Selbst wenn sie ohne ihren besten Flügelverteidiger eine Top-10-Defense stellen würden, wäre eine ausgeglichene Bilanz schon ein großer Erfolg.

Lang Whitaker, NBA.com's All Ball Blog: Du musst deine Stärken einsetzen. Du hast immer noch Roy Hibbert, David West und Luis Scola, also spielst du so langsam wie möglich und gibst den Ball deinen Big Men, immer und immer wieder. Eins von Hibberts Problemen in der letzten Saison war es, dass er die Offense oft dadurch aufhielt, weil er am Zonenrand auf den Ball wartete. Jetzt kann er ihn so oft haben wie er will! Die Pacers werden in dieser Saison nicht um den Titel mitspielen, aber sie können immer noch verteidigen, und da mehr Würfe zu verteilen sind, würde es mich nicht überraschen, wenn auch George Hill statistisch deutlich zulegt. Die Devise heißt also, ohne George so gut wie möglich mit der jetzigen Saison klar zu kommen.

Rubens Borges, NBA Brasil: Die Pacers sind in einer Zwickmühle. Sie haben genau zwei Optionen: Sich an den Spurs 1996/1997 orientieren und alles für einen hohen Draftpick tun, oder die Saison normal zu absolvieren und darauf hoffen, irgendwas aus dieser Saison zu machen. Option A: David West und Roy Hibbert für Picks oder junge Assets traden und auf einen hohen Draftpick hoffen. Option B: Hoffen, dass man im erstarkten Osten trotzdem die Playoffs erreichen kann. Wenn ich Larry Bird wäre, würde ich allerdings Option A wählen.

Ole Frerks, NBA Deutschland: Es gibt kaum eine Möglichkeit, in dieser Saison besser zu werden. Und selbst mit George wären sie in meinen Augen nicht unbedingt ein Contender gewesen, da Lance Stephenson sehr fehlen wird. Dieser Kern hat die Pacers so weit getragen, wie er konnte. Von daher sollte Bird sich Angebote für West, Hibbert und Hill anhören und ein paar Assets einsacken. Derzeit gibt es außer George kaum einen relevanten Spieler unter 25 im Kader, das muss sich ändern, zumal sich junge Spieler in so einer Saison gut entwickeln könnten. Diese Saison sollte ein Übergangsjahr sein, um mit einem hoffentlich komplett fitten George wieder voll anzugreifen.

Akshay Manwani, NBA India: Ich glaube, Larry Bird sollte Roy Hibbert herausfordern. Der Big Man hat dramatisch schlechte Playoffs gespielt und hat nun die Chance, dies wiedergutzumachen. Wenn Bird ihn dazu bekommt, wäre das eine Win-Win-Situation für beide. Gleichzeitig muss Bird aber noch ein paar Optionen besorgen und Shawn Marion wäre dafür schon mal ein guter Anfang. Ein echter Faktor werden sie aber erst, wenn George wieder dabei ist.

Seite 1: Was sollte Larry Bird tun?

Seite 2: Coach K's Dilemma: Boogie, Drummond oder Plumlee?

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