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NBA

Kidd: "Dirk wäre ein großartiger Coach"

Von Interview: Florian Regelmann
Jason Kidd gewann mit Dirk Nowitzki 2011 die Meisterschaft
© getty

Jason Kidd beendete nach der letzten Saison seine Spielerkarriere und bekam innerhalb von kürzester Zeit den Head-Coaching-Job bei den Brooklyn Nets. Im SPOX-Interview spricht der 40-Jährige über sein neues Leben als Trainer, die Mavs-Zeiten mit Dirk Nowitzki und Streit mit Mark Cuban.

SPOX: Jason, Glückwunsch zum neuen Job als Head Coach bei den Brooklyn Nets.

Jason Kidd: Vielen Dank!

SPOX: Das ging vielleicht mal schnell. Normalerweise wird man nicht kurz nach dem Rücktritt als Spieler sofort Head Coach. Wann wussten Sie, dass es auf jeden Fall in diesen Bereich gehen soll?

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Kidd: Dass ich unbedingt Head Coach werden will, war mir klar ein Jahr bevor wir in Dallas die Meisterschaft gewannen. Damals begann ich damit, mir Notizen zu machen. Ich beobachtete, was Rick Carlisle und der gegnerische Coach in verschiedenen Situationen machten, wie sie reagierten, welche Plays sie laufen ließen. Das war die Zeit, als es mit der Coaching-Geschichte bei mir so richtig losging.

SPOX: Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die neue Aufgabe?

Kidd: Ich bin mir sehr bewusst, dass es nicht leicht für mich wird. Alles ist neu für mich. Aber ich bin hier, um zu lernen. Ich freue mich riesig, dass ich von den Nets diese Chance bekommen habe und weiß das auch sehr zu schätzen. Ich bin einfach heiß! Ich bin einfach heiß darauf, Coach zu sein. Ich habe 19 Jahre lang in der NBA gespielt, jetzt ist die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen.

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SPOX: Sie waren während Ihrer Zeit als Spieler eine Art Coach auf dem Feld. Jetzt wird Deron Williams Ihr verlängerter Arm, was erwarten Sie besonders von ihm?

Kidd: Ich erwarte von Deron Williams, dass er Deron Williams ist. Ich erwarte, dass er unser Point Guard ist, unser Leader. Er muss das Team anführen. Und meine Aufgabe ist es, ihn in Positionen zu bringen, in denen er erfolgreich sein kann.

SPOX: Spätestens nach dem Blockbuster-Trade für Paul Pierce und Kevin Garnett steht fest, dass Sie mit den Nets sofort gewinnen und die Meisterschaft angreifen müssen. Spüren Sie den Druck?

Kidd: Natürlich werden wir unter Beobachtung stehen, aber das ist okay. Ich hätte Ihnen schon vor dem Trade gesagt, dass wir nahe dran sind, um die Championship zu spielen. Wir haben die Puzzleteile dafür. Wir werden in der nächsten Saison eine tolle Mannschaft haben. Klar, unser Ziel ist es, um den Titel zu spielen. Hoffentlich können wir nächstes Jahr Ende Juni feiern. Es ist auch eine tolle Chance für KG und Paul, gegen Ende ihrer Karrieren noch mal die Chance zu haben, um eine Meisterschaft zu kämpfen. Das ist nicht selbstverständlich, dass du so spät in deiner Karriere noch mal so eine Chance hast.

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SPOX: Wenn Sie auf Ihre Spielerkarriere zurückblicken, was waren für Sie die größten Highlights?

Kidd: Es geht schon los, wenn du gedraftet wirst. Dieser Moment, wenn du es in die NBA schaffst, ist etwas ganz Besonderes. Teil von zwei Olympia-Teams gewesen zu sein, dabei zweimal die Goldmedaille gewonnen zu haben - das waren große Erlebnisse. Auch die Finals-Teilnahmen mit den Nets stachen heraus, aber das beste Gefühl überhaupt hatte ich, als wir mit den Mavs die Championship gewannen. Der Titel mit Dallas ist meine klare Nummer eins.

SPOX: Ich muss Sie natürlich auf Dirk Nowitzki ansprechen...

Kidd: Ich habe in meiner Karriere mit niemandem lieber zusammengespielt als mit Dirk. Und damit meine ich nicht nur Dirk, den Teamkollegen. Sondern vor allem auch Dirk, den Freund. Dirk ist ein Krieger auf dem Feld und abseits des Courts bekommen viele Leute seine wirkliche Persönlichkeit leider nur selten zu sehen. Dirk kann sehr lustig sein.

SPOX: Dirk hat noch ein paar Jahre vor sich, aber vielleicht schlägt er ja dann auch eine Trainerlaufbahn ein?

Kidd: Es gibt mit Sicherheit jede Menge Leute, die sich gerne von ihm das Werfen beibringen lassen würden. Dirk wäre sicher ein guter Shooting-Coach, das wäre sein Ding. Ob er das eines Tages machen will, weiß ich nicht. Das muss er natürlich entscheiden. Aber eins weiß ich: Wenn er sich dafür entscheiden würde, wäre er großartig darin.

SPOX: Die Mavs gehen Jahr für Jahr leer aus im Werben um einen neuen Superstar. Wie enttäuscht waren Sie, dass man das Meister-Team nicht zusammengehalten hat?

Kidd: Ich hätte es geliebt, wenn das Team zusammengeblieben wäre und wir die Chance bekommen hätten, eine weitere Championship ins Visier zu nehmen. Leider ist es anders gekommen. Aber dennoch wird diese Mannschaft für immer miteinander verbunden bleiben, es war eine spezielle Gruppe.

SPOX: Mavs-Besitzer Mark Cuban war wütend auf Sie, als Sie Dallas in Richtung New York verließen. Wie ist Ihr Verhältnis heute?

Kidd: Wir sind Freunde. Er war sauer und verärgert, als ich zu den Knicks gegangen bin, aber inzwischen sprechen wir wieder miteinander. Mark ist einer der besten Owner, die es im Sport gibt.

SPOX: In Brooklyn haben Sie es jetzt wieder mit einem interessanten Owner zu tun: Mikhail Prokhorov. Wie haben Sie ihn bis jetzt kennengelernt?

Kidd: Ich habe mit ihm gesprochen und bin begeistert, ihn als Boss zu haben. Er will gewinnen - das merkt man sofort.

SPOX: Wer gewinnen will, muss die Heat bezwingen. Irgendwie.

Kidd: Absolut. Miami bleibt das Team, das es zu schlagen gilt. Die Heat haben zweimal in Folge die Meisterschaft geholt, fast wären es sogar drei Titel in Serie gewesen - und sie haben den besten Spieler auf der Welt in ihren Reihen. Wenn du den Titel gewinnen willst, musst du Miami schlagen, das wird auch nächste Saison für uns gelten. Der Schlüssel ist, dass du eine Mannschaft hast, die es mit Miami aufnehmen kann. Und die haben wir jetzt in Brooklyn.

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