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NBA

Das Vorspiel zum All-Star-Game

Von Martin Gödderz
LeBron James (l.) und Kobe Bryant (r.) gehören zu den besten Spielern der NBA
© Getty

Small Forward: LeBron James vs. Metta World Peace

James (26,9 Punkte, 8,1 Rebounds): Das wandelnde Missmatch, der vielseitigste Spieler der Liga, der derzeit wohl beste Spieler der Welt. LeBron James ist alles zusammen.

Er setzt in diesem Jahr sogar noch einen auf die überragende MVP-Saison 2011/2012 drauf. Der 28-Jährige hat mittlerweile auch einige Post-Moves entwickelt, kann so nun noch problemloser als Power Forward agieren und trifft folgerichtig so gut wie noch nie. 56 Prozent seiner Feldwürfe verwandelt er im Schnitt, mehr als 40 Prozent seiner Dreier.

In seinem dritten Jahr in Miami ist James der völlig unumstrittene Anführer. Er leistet sich so wenige Ballverluste (2,9 Turnovers pro Spiel) wie noch nie in seiner Karriere und zeigt auch unter den Brettern Karrierebestwerte (8,1 Rebounds). All das sind noch einmal Steigerungen auf oberstem Niveau. Auch defensiv ist James ein Phänomen, das von Center bis Point Guard wirklich jede Position verteidigen kann.

World Peace (13,0 Punkte, 5,7 Rebounds): Altersmilde ist World Peace mit 33 Jahren sicher noch nicht. Der Name ist bei Metta World Peace nicht immer Programm. Was für ein Hitzkopf dieser noch immer ist, zeigt sich auch an der jüngsten Suspendierung seitens der Liga, nachdem World Peace Gegenspieler Brandon Knight von den Detroit Pistons in den Nacken gepackt und geschlagen haben soll.

Davon abgesehen spielt der Small Forward seine vielleicht beste Saison für die Lakers. Er hat sich gerade in der Defensive gefangen. Auch wenn der Veteran an Schnelligkeit und Spritzigkeit eingebüßt hat, ist er noch immer einer der besten Eins-gegen-Eins-Verteidiger und gehört zu den wenigen Spielern, die es in der Verteidigung teilweise mit James aufnehmen können.

Fazit: Auch wenn World Peace defensiv zu den besten Spieler auf seiner Position zählt, bleibt es ein mehr oder weniger unmögliches Unterfangen, James zu stoppen. Während sich World Peace in der Offensive über einen wackeligen Jumper, mehr oder minder sichere Dreier aus der Ecke und eine eher schlechte Wurfauswahl definiert, kann James auf alle Arten und Weisen punkten. Vorteil Miami.

Power Forward: Earl Clark vs. Udonis Haslem

Clark (7,8 Punkte, 6,2 Rebounds): Das kleine Märchen des 25-Jährigen geht weiter. Derjenige, der nach den Sommer-Verpflichtungen der Lakers prophezeit hätte, dass zur Hälfte der Spielzeit Earl Clark in der Starting Five des Serien-Champions steht, der wäre für verrückt erklärt worden. Erst die vielen Verletzungen ließen ihn in die erste Fünf rutschen. Doch Clark macht sich mit seinem unermüdlichen Einsatz, insbesondere unter den Brettern, und dem soliden Wurf von der Mitteldistanz und der Dreierlinie immer unentbehrlicher für die Lakers.

Clark hat alle Anlagen, ein noch besserer Verteidiger zu werden. Er ist lang, er ist schnell und athletisch. Insbesondere hat er offensiv aber einen Schritt nach vorne gemacht. Letzte Saison traf er noch 36 Prozent aus dem Feld, jetzt sind es 48 Prozent. Wohl kein anderer Spieler hat von D'Antoni so profitiert.

Haslem (3,8 Punkte, 5,6 Rebounds): Das Heat-Urgestein stand in seiner NBA-Karriere nie zuvor so wenige Minuten auf dem Feld. Spoelstra lässt ihn nur noch 19 Minuten pro Partie ran, was auch daran liegt, dass James mittlerweile häufiger auf die Vier rückt. Haslem holt verhältnismäßig viele Rebounds und agiert auch relativ sicher aus dem Feld (50,7 Prozent), insgesamt ist er aber offensiv limitiert und mit 2,03 Metern auch ein wenig zu klein für einen Power Forward.

Aus diesem Grund beschränkt sich Haslems offensive Produktion auf ein Minimum. Abgesehen von freien Layups und Anspielen nach dem Pick and Pop fällt wenig für Haslem ab. Doch der 32-Jährige geht sehr professionell mit seiner Rolle um und ist ein absoluter Team-Player.

Fazit: Haslem weist deutlich mehr Erfahrung auf und ist gemeinsam mit Wade der einzige Spieler, der zwei Meisterschaften mit den Heat holte. Die aktuelle Form und das Talent sprechen aber für Clark, der im System der Lakers eine größere Rolle einnimmt als Haslem bei den Heat. Wichtig wird für beide sein, möglichst viele Rebounds zu holen. Hier ist Haslem vielleicht noch der etwas bessere Mann. Ausgeglichenes Matchup.

Center: Dwight Howard vs. Chris Bosh

Howard (16,2 Punkte, 11,8 Rebounds): Der Center feierte gegen Boston sein Comeback, wobei ihm zum Feiern eher nicht zumute war. Howard erwischte einen rabenschwarzen Tag und traute sich aufgrund seiner Schulterverletzung wenig zu. Schon die gesamte Saison über kämpft er mit den Problemen. Geht es nach Teamkollege Bryant, soll sich Howard aber zusammenreißen.

"Wenn du eine Verletzung hast, die weh tut, mit der du aber noch immer spielen kannst, dann ist das etwas, was du bewältigen und ausschalten musst. Das musste er noch nie tun", so der Lakers-Guard zu Howards Verletzungsproblemen.

Die Message ist eindeutig. Die Lakers brauchen Howard nach Gasols Verletzung umso mehr. Wenn der 27-Jährige fit ist, kann ihm kein anderer Center das Wasser reichen. Es gibt nicht einmal ansatzweise einen besseren Verteidiger in der Zone. Offensiv stagniert er allerdings. Weil er aufgrund einer Rücken-OP in dieser Offseason nicht trainieren konnte, arbeitete er auch nicht an seinen Schwächen. Von der Freiwurflinie trifft er nicht einmal 50 Prozent im Schnitt. Howard lebt auch von seinem Körper, funktioniert der nicht richtig, ist Howard auch schwächer.

Bosh (17,5 Punkte, 7,1 Rebounds): Die Rolle des 28-Jährigen hat sich seit seiner Ankunft in Miami stetig geändert. Dass der mittlerweile zum Center umgeschulte Bosh als Stretch-Five, also als von außen agierender Center, offensiv enorm wichtig für das auf Penetration basierende Spiel von James und Wade ist, das ist den meisten bekannt. In der Offensive erledigt Bosh seine Aufgaben sehr gut. Er erhält zwar durchschnittlich nur noch 12 Würfe pro Spiel und taucht teilweise gänzlich ab, trifft aber so sicher wie noch nie in seiner Karriere (54,6% FG) und hat sich insbesondere aus der Halbdistanz enorm gesteigert.

Ein Problem bleibt allerdings weiter sein Reboundverhalten. Bosh ist absolut in der Lage zweistellige Reboundzahlen im Durchschnitt aufzulegen, er tut es aber nicht. Das lässt natürlich Fragen an seiner Einstellung hinsichtlich der Arbeit am Brett aufkommen. 7,1 Rebounds pro Spiel bedeuten jedenfalls einen karrieretechnischen Tiefstwert.

Fazit: Unter den Brettern ist und bleibt Howard eine Macht. Er würde das Reboundduell gegen Bosh wohl auch mit einer zertrümmerten Schulter gewinnen. Dennoch wird ein halbfitter Howard Probleme mit Bosh bekommen, der den Big Man aus der Zone rauszieht. Normalerweise ist Howard hier ein Stück vorne, angesichts der Tatsache, dass er am Sonntag, aber nicht richtig fit sein wird, ist dieses Duell wohl ausgeglichen.

Teil I: Die Guard-Positionen

Teil III: Die Bank, die Coaches und die Prognose

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