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MLB: Topteams im Favoritencheck - Geballte Dominanz in West und Ost

Aaron Judge zählt mit den New York Yankees zu den Topfavoriten in der MLB-Saison 2020.

Die MLB-Saison 2020 beginnt (Nationals - Yankees ab 1.08 Uhr live auf DAZN) und verspricht Spannung vom Start weg. Besonders eine Handvoll Teams macht sich große Hoffnungen auf den Titel. SPOX nennt die aussichtsreichsten World-Series-Kandidaten im Favoritencheck.

Das Warten hat ein Ende. Die MLB-Saison 2020 startet heute Nacht mit dem Champion Washington Nationals gegen die New York Yankees (ab 1.08 Uhr live auf DAZN). Anschließend spielen auch noch die Los Angeles Dodgers gegen die San Francisco Giants, wodurch heute gleich zwei Top-Favoriten und ein verheißungsvoller Außenseiter ins Spielgeschehen eingreifen werden.

Die Saison 2020 wird sich stark von den vergangenen unterscheiden, sie wird vor allem mit nur 60 Spielen zum Sprint, anstatt des übichen Marathons. Dennoch lassen sich schon vor dem Start der Spielzeit ein paar Teams herausziehen, die besser positioniert sein dürften als der Rest. Wir nehmen diese unter die Lupe.

National League im Favoritencheck

Los Angeles Dodgers

Die Dodgers standen zweimal in den vergangenen drei Jahren in der World Series und gewannen nun schon siebenmal in Serie die NL West. Auf dem Papier steht einem achten Division-Titel in Serie nur wenig im Weg.

Los Angeles Dodgers: Stärken

Die größte Stärke der Dodgers seit Jahren ist zweifelsohne die enorme Kadertiefe. Dabei haben sie nicht nur einen schier endlosen Quell an Talenten, sondern auch im Kader sehr viele Spieler, die variabel auf mehreren Positionen einsetzbar sind und somit nahezu jede Lücke nahtlos geschlossen werden kann.

Zudem herrscht Ruhe im Kader, zumal auch die größte potenzielle Ablenkung dieser Saison - abgesehen von Corona - noch vorm Start beseitigt wurde: Star-Neuzugang Mookie Betts hat seinen Vertrag um zwölf Jahre und 365 Millionen Dollar verlängert und wird somit für den Rest der Dekade das Right Field in Chavez Ravine patrouillieren.

Die größte Stärke bleibt aber die Tatsache, dass für den hochveranlagten Infielder Gavin Lux anfangs gar kein Platz im Kader ist und er zunächst nur zur Taxi Squad gehört, die auf Abruf bereitsteht.

Los Angeles Dodgers: Schwächen

Nach Schwächen muss man bei dieser Truppe fast schon mit der Lupe suchen. Ein mögliches Problem könnte jedoch durch die Tatsache entstehen, dass die Pitching Rotation ohne Neuzugang David Price, der zusammen mit Betts per Trade aus Boston kam, auskommen muss. Der Linkshänder verzichtet aus gesundheitlichen Bedenken auf die Saison.

Die Rotation ist zwar immer noch tief, aber nach den Abgängen von Hyun-Jin Ryu (Blue Jays) und Kenta Maeda (Twins) ist die Besetzung nicht mehr ganz so imposant. Hinter Walker Buehler und Clayton Kershaw muss sich zeigen, ob die Qualität für den ganz großen Wurf ausreicht, zumal der Bullpen durchaus Lücken aufweist.

Atlanta Braves

Die Braves gewannen zuletzt zweimal in Serie die NL East, scheiterten anschließend aber jeweils in der NLDS. Dennoch scheinen sie gerüstet für eine weitere gute Saison in einer äußerst engen Division.

Atlanta Braves: Stärken

Die jungen Wilden sind immer noch jung und ein weiteres Jahr erfahrener. Angeführt wird das explosive Lineup einmal mehr von RIght Fielder Ronald Acuna Jr., der sich mittlerweile zu einem der Topspieler der Liga entwickelt hat. Seine Kombination aus Power und Speed macht ihn zu einem ganz besonderen Spieler.

Überhaupt ist das Starting Lineup der Braves ein Beispiel für gutes Scouting: Es verfügt über drei frühere Erstrunden-Draftpicks und einen Zweitrundenpick. Zudem sind Acuna und Second Baseman Ozzie Albies frühere internationale Free Agents aus Venezuela respektive Curacao.

Darüber hinaus verfügen die Braves über eine besonders tiefe Bank, die gleich mehrere erfahrene Profis, darunter Yonder Alonso und Adam Duvall, beheimatet, die sofort aushelfen können.

DH, Pinch-Hitter, Perfect Game? Baseball-Begriffe kurz erklärt im MLB-Glossar!

Atlanta Braves: Schwächen

Wer das Salz in der Suppe sucht, wird es allerdings auch schnell finden. Die Pitching Rotation wirkt zwar talentiert, aber auch sehr unerfahren. Einzig Mike Foltynewicz bringt mehr als eine volle Saison als Starter in der MLB mit. Für mehr Erfahrung sollte daher eigentlich Felix Hernandez sorgen, der von den Seattle Mariners kam und einen Minor-League-Deal unterschrieben hatte. Doch er verzichtet wegen der Corona-Gefahr auf die Saison.

Der Bullpen könnte der nächste Stolperstein werden, denn während Neuzugang Will Smith den Start wegen einer Corona-Infektion zu verpassen droht, fehlt insgesamt wohl die große Qualität unter den Relief Pitchern.

Zusätzlich könnte sich die Einführung des universellen Deisgnated Hitters negativ auf dieses Team auswirken. Zwar verfügt Atlanta mit Matt Adams über einen idealen Spieler für diese Position, doch wird dadurch auch die Stärke der Bank abgeschwächt - es gibt schlicht nicht mehr den Pitcher, den man leicht später im Spiel auswechseln kann, um die Bankspieler effektiv ins Spiel zu bringen. Ein Problem, dass aber alle guten NL-Teams haben werden.

Cincinnati Reds

2013 standen die Reds zuletzt in den Playoffs und wurden seither viermal Fünfter und zweimal Vierter der NL Central, so auch im Vorjahr. Allerdings waren sie schon 2019 gar nicht mal so schlecht (76-87). Sie wiesen im Vorjahr ein Run-Verhältnis von Minus-10 auf, kassierten aber nur 4,39 Runs pro Partie. Ein ziemlich guter Wert, der verdeutlicht, dass lediglich die Offense das Problem war.

Cincinnati Reds: Stärken

Die Offense wurde in der Offseason deutlich verbessert. Mit Mike Moustakas (Second Base) und Nick Castellanos (Right Field) kamen zwei gestandene Profis, die mit dem Schläger umgehen können. Zudem wurde Shogo Akiyama als neuer Lead-Off-Hitter aus Japan importiert. Die drei gepaart mit den in Cincy etablierten Größen wie Joey Votto, Eugenio Suarez und Jesse Winker dürften die Reds auf ein neues Level in der Offensive heben.

Hinzu kommt eine Pitching Rotation, die von Sonny Gray, Luis Castillo und Trevor Bauer angeführt wird. Alle drei haben All-Star-Potenzial und können das Team durchaus tragen, ebenso der Bullpen, der von Raisel Iglesias weiterhin mit harten Fastballs angeführt wird.

Cincinnati Reds: Schwächen

Gelingt es, die erhöhte PS-Zahl auch auf die Strecke zu bringen? Die Reds wirken auf dem Papier deutlich verbessert und gelten bei vielen Experten als heißer Playoff-Tipp. Aber bislang hat diese Truppe noch nicht konstant gezeigt, dass man das Zeug zu einem Spitzenteam hat.

Überhaupt muss erwähnt werden, dass ein paar vermeintliche Leistungsträger zuletzt nicht unbedingt Top-Niveau an den Tag legten. Votto etwa steuert auf die 37 zu und spielte 2019 seine wohl schlechteste Saison in der MLB (seit 2007). Top-Talent Nick Senzel (Center Field) wiederum muss den nächsten Schritt machen, um das Lineup der Reds abzurunden.

New York Mets

Letztmals reichte es für die Mets 2016 zu einem Playoff-Platz. Seither spielte man teils passabel, teils fehlte es einfach an Qualität. Lediglich Pitcher Jacob deGrom überzeugte und gewann in den vergangen zwei Jahren jeweils den Cy Young Award für den besten Pitcher der National League.

New York Mets: Stärken

Man mag es kaum glauben, aber die Kadertiefe der Mets ist in diesem Jahr wirklich vorzeigbar. Mit Sorgenkind Yoenis Cespedes ist sogar einer der langjährigen Topverdiener zurück - er fiel seit 2018 durchweg aus - und wird wohl den DH geben.

Angeführt wird die Offense allerdings vom "Polar Bear" Pete Alonso, der im Vorjahr mit 53 Homeruns den Rookie-Homerun-Rekord von Aaron Judge (52 im Jahr 2017) brach und sich zum Rookie des Jahres in der NL krönte. Von ihm ist auch in einer verkürzten Saison wieder Großes zu erwarten.

Weitere Schlüsselrollen spielen die Eigengewächse Jeff McNeil, der vom Outfielder zum Third Baseman umfunktioniert wurde, sowie Michael Conforto und Brandon Nimmo im Outffield.

Ebenfalls hervorzuheben ist deGrom, der die Pitching Rotation standesgemäß anführt. Im Bullpen erhofft sich das Team einen Schub durch Ex-Yankee Dellin Betances, der nach langer Verletzungspause einen Neuanfang versucht und wohl das siebte oder achten Inning übernehmen wird, ehe All-Star-Closer Edwin Diaz zur Tat schreitet.

New York Mets: Schwächen

Verletzungen waren zuletzt immer wieder die Achillesferse der Mets. Stand jetzt sind nahezu alle Top-Feldspieler fit. Doch das gilt nicht für den zweiten Top-Pitcher des Teams, Noah Syndergaard. "Thor" unterzog sich nach einer Ellenbogenverletzung einer Tommy John Surgery und wird frühestens im Sommer 2022 wieder auf dem Mound stehen. Das schwächt die ansonsten imposante Pitching Rotation ungemein. Mit Steven Matz, Rick Porcello und Michael Wacha ist zwar noch genug MLB-Erfahrung vorhanden, die ganz große Klasse fehlt jedoch hinter deGrom.

Offensiv bleibt die Gesundheit von Cespedes ein Thema. In Testspielen lief er auf Anraten der Ärzte nach eigener Aussage nur mit rund 75 Prozent Intensität. Nach Fuß- und Beinverletzungen muss man vorsichtig sein mit ihm. Sportlich betrachtet steht zudem ein Fragezeichen hinter Second Baseman Robinson Cano, der an Position 3 schlagen soll, doch seine beste Zeit liegt schon einige Jahre zurück. Conforto an 3 wäre vielleicht eine bessere Option auf lange Sicht.

Washington Nationals

Die Nationals gewannen etwas überraschend im Vorjahr gegen die Houston Astros ihre erste World Series der Franchise-Geschichte. Anschließend hielten sie das Erfolgsteam weitestgehend zusammen.

Washington Nationals: Stärken

Die größte Stärke der Nationals bleibt die Pitching Rotation. Angeführt von Max Scherzer und Stephen Strasburg kann es dieser Mannschaftsteil mit jedem Gegner aufnehmen und war auch der Hauptgrund, warum es letztlich zum World-Series-Triumph reichte.

Zudem hilft es enorm, dass der Kern zusammengehalten wurde. Allen voran Left Fielder Juan Soto hält das Team offensiv auf Kurs. Durch die Neuzugänge wie Eric Thames und Starlin Castro wurden zudem Lücken auf der rechten Seite des Infields gestopft.

Washington Nationals: Schwächen

Es sieht so aus, als ob sich die Nationals auch hier treu blieben. Der Bullpen kommt immer noch fragwürdig daher. Gerade Will Harris sollte das Niveau erhöhen, aber wirklich verlässlich macht dies die Gruppe nicht.

Zudem wiegt der Abgang von Anthony Rendon (Angels) schwer. Der Third Baseman war neben Soto das Herzstück der Offense und ob Rookie Carter Kieboom ihn adäquat ersetzen kann, muss zumindest mal bezweifelt werden. Zudem fehlt in der Kabine Anführer Ryan Zimmerman, der aufgrund von Corona auf die Saison verzichtet. Für das Urgestein wäre es wohl die letzte Saison gewesen.

National League: Der weitere Kreis

Chicago Cubs

Immer zu nennen sind die Cubs, die allerdings zuletzt schwächelten und die sich auf dem Transfermarkt weitestgehend zurückgehalten haben. Gerade die Rotation wirkt zweifelhaft, während viel davon abhängt, wie das Team den Übergang vom exzentrischen Manager Joe Maddon hin zum eher leiseren David Ross verkraften wird. Die Cubs haben Potenzial, wirkten zuletzt aber uninspiriert.

Philadelphia Phillies

Das Möchtegern-Powerhouse im Osten hat 2019 auch mit Superstar Bryce Harper nicht die Playoffs erreicht. Seither hat sich nicht viel getan. Mit Didi Gregorius kam ein Spieler für die besonderen Momente von den Yankees. Zudem wurde Pitcher Zack Wheeler von den Mets geholt, wobei der vielleicht nicht das erhoffte große Upgrade repräsentiert, das sein Preisschild (5 Jahre/118 Millionen Dollar) suggeriert. Auch hier gab es einen Manager-Wechsel: Weg vom eher lockeren Gabe Kapler hin zum militärisch disziplinierten Joe Girardi, dem in New York mangelndes Verständnis der Jugend nachgesagt wurde.

Milwaukee Brewers

Vielleicht der interessanteste Sleeper-Pick in der NL. Die Brewers flogen in den vergangenen Jahren stets unter dem Radar, fanden aber zumeist einen Weg, erfolgreich zu sein. Bis auf Outfielder und 2018er MVP Christian Yelich fehlt es hier an Star-Power, doch könnte es in einer kurzen Saison zum Vorteil werden, dass Manager Craig Counsell ein Meister des Bullpennings und situativen Managements ist. Er könnte mit aggressiven Pitcher-Wechseln den Unterschied für sein Team ausmachen.

St. Louis Cardinals

Eigentlich stets ein Topteam zeichneten sich die Cardinals zuletzt eher durch solide Leistungen und langfristigen Erfolg aus. Das könnte bei nur 60 Spielen zum Problem werden. Auch problematisch ist, dass Closer Jordan Hicks und sein 105-MPH-Fastball fehlen werden. Gelingt es dem Team, sich auf die ungewöhnliche Situation einzustellen und von Anfang an Gas zu geben? Wenn nicht, könnte es schnell vorbei sein in dieser Spielzeit.

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