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NBA

Paul Pierce, übernehmen Sie!

Von Philipp Dornhegge
Paul Pierce rettete Boston mit einem Jumper in die Overtime, dort legte The Truth dann richtig los
© Getty

Die Boston Celtics hielten sich im Heimspiel gegen die Chicago Bulls schadlos und gewannen Spiel fünf nach Verlängerung mit 106:104. Auch die Orlando Magic gehen in Führung.

Was ist das für eine unfassbare Serie! Zwischen den Boston Celtics und den Chicago Bulls kam es im TD Banknorth Garden zu einer weiteren Schlacht.

Erstaunlich, wie gut die jungen Bulls im Duell mit dem amtierenden Meister mithalten. Derrick Rose (14 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists), Joakim Noah (11 Punkte, 17 Rebounds) und Ben Gordon (26) hielten ihr Team im Spiel, Chicago schnupperte kurz vor Schluss sogar am zweiten Auswärtssieg.

Bei Boston hatte Scharfschütze Ray Allen nach seinem sechsten Foul auf der Bank Platz nehmen müssen, die Celtics waren auf der Suche nach einem Scorer.

Pierce übernimmt in der Overtime

Und dann kam Paul Pierce. "Da Kevin Garnett verletzt ist und Allen ausgefoult war, habe ich mir gedacht, dass es höchste Zeit wird, dass ich aufdrehe", sagte Pierce (26 Punkte) nach dem Spiel. Obwohl er bisher eine mäßige Serie spielt, fasste sich "The Truth" beim Stande von 91:93 rund 15 Sekunden vor der Schlusssirene ein Herz, zog gegen John Salmons zum Korb und stieg an der Freiwurflinie hoch - drin.

Es ging in die Overtime, übrigens schon zum dritten Mal in der Serie. Das gab es vorher noch nie. In Spiel eins und Spiel vier hatten jeweils die Bulls die Oberhand behalten.

Das wollte Pierce offenbar unbedingt ändern. Der Finals-MVP des letzten Jahres drehte in der Verlängerung erst richtig auf, machte sechs Punkte in den letzten 77 Sekunden und gewann für die Celtics das Spiel.

"Er hat einfach getan, was er immer tut", zeigte sich "Big Baby" Glen Davis wenig überrascht von den Heldentaten seines Kapitäns. "Seit ich hier bin, hab ich solche Leistungen schon gefühlte eine Million Mal von ihm erlebt."

Miller verschenkt Chance zum Ausgleich

Bulls-Center Brad Miller hatte zwei Sekunden vor Schluss die Chance, erneut auszugleichen, doch dem Neuzugang aus Sacramento versagten an der Freiwurflinie die Nerven.

"Unfassbar, was hier los ist", zeigte sich Noah trotz der knappen Niederlage begeistert. "In dieser Serie wird ein verrückter Wurf nach dem anderen verwandelt. Wir hatten wieder unsere Chance, das ist schon ärgerlich. Aber ich glaube immer noch, dass wir die Serie gewinnen können."

Bei Pierces Heldentaten wäre fast untergegangen, dass Rajon Rondo (28, 8 Rebounds, 11 Assists) wieder an einem Triple-Double schnupperte und Kendrick Perkins das vielleicht beste Spiel seiner Karriere machte: Der Celtics-Center verbuchte 16 Zähler, 19 Rebounds und starke 7 Blocks.

Alle Highlights im Video bei ESPN

Orlando Magic - Philadelphia 76ers 91:78: Kommen die Orlando Magic nach holprigem Start in die Playoffs so langsam in Fahrt? Oder lag es einfach an einem überragenden Superman Dwight Howard, dass es die Magic diesmal nicht übermäßig spannend machten?

Howard war mit sagenhaften 24 Punkten und 24 Rebounds der mit Abtand beste Mann auf dem Platz, sorgte jedoch auch für unötige Aufregung, als er Samuel Dalembert im ersten Viertel einen Ellbogen ins Gesicht rammte. Sixers-Coach Tony DiLeo forderte die Liga anschließend auf, über eine Sperre gegen den Magic-Center nachzudenken.

Howard hatte zuvor schon versehentlich Mitspieler Courtney Lee verletzt. "Dann soll sich die Liga diese Szene auch nochmal angucken", machte sich Magic-Coach Stan van Gundy über seinen Kollegen lustig. "Bisher war es eben eine sehr intensive Serie. Ich glaube nicht, dass ich eine Strafe verdient habe", spielte Howard die Szene herunter.

Ohne den Big Man würde es im nächsten Spiel ohne Frage schwer werden. Immerhin zeigte Rashard Lewis mit 24 Punkten, dass auch andere Magic-Spieler noch gute Leistungen zeigen können. Bisher war das gegen die Sixers eher eine Seltenheit.

Portland Trail Blazers - Houston Rockets 88:77: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, werden sich die Rockets nach der zweiten Pleite gegen Portland denken. Mit weiterhin drei Siegen im Gepäck kehren die Texaner in die Heimat zurück und können die Serie nun mit einem Sieg im Toyota Center beenden.

Das war es aber eigentlich auch schon an positiven Erkenntnissen nach Spiel fünf. Dass die Rockets jetzt neun der letzten elf Auswärts-Playoffspiele verloren haben ist ebensowenig ein gutes Zeichen wie die Tatsache, dass Portland mit einem kranken Brandon Roy gewinnen konnte.

Der All Star hatte vor der Partie noch Infusionen erhalten, zeigte sich davon im Spiel aber unbeeindruckt und erzielte ebenso wie LaMarcus Aldridge 25 Punkte.

"Keine Frage, das war unser bisher schlechtestes Spiel", musste Yao Ming (15 Punkte, 12 Rebounds) zugeben. "Wir haben zwar kurze Zeit im letzten Viertel geführt. Aber wir haben zu früh zu viel gefoult. Das hat uns am Ende umgebracht."

NBA: Ergebnisse der Playoffs

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