Olympia

Anti-Doping-Experte Sörgel äußert sich kritisch

SID
Olympia steht ganz im Zeichen vom Dopingskandal

Der Pharmakologe Fritz Sörgel hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für Versäumnisse und eine lückenhafte Satzung kritisiert, die viel kritisierte Entscheidung über die Olympia-Teilnahme Russlands sei nun das Ergebnis.

"Auf jeden Fall müssen die IOC-Charta neu geschrieben und aus dem gegenwärtigen Desaster Konsequenzen gezogen werden", sagte der Anti-Doping-Experte dem SID.

Das IOC unter Führung von Präsident Thomas Bach hatte im Anschluss der Veröffentlichung des McLaren-Reports, der Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem nachwies, auf einen Ausschluss aller Russen von den Spielen in Rio de Janeiro verzichtet. Stattdessen beauftragte die Ringe-Organisation die Weltverbände mit einer Einzelfallprüfung, letztlich starten nun mindestens 271 Athletinnen und Athleten aus Russland in Rio.

"Das ist ein Sieg für Bach"

Auf einen Komplett-Ausschluss verzichtete das IOC, um nicht auch vermeintlich saubere Athleten zu sperren. "Man kann es drehen und wenden, wie man will, das ist ein Sieg für Bach, aber nicht für den fairen Sport", sagte Sörgel dazu: "Er sprach immer von juristisch sauberen Lösungen. Das Problem der Doppelbestrafung hat man seit vielen Jahren im Sport, und die Diskussionen wurden ja auch im Fußball geführt. Man hat es versäumt, sich dieses Problems zu widmen."

Bach habe zudem "jahrelang gegen das Anti-Doping-Gesetz gewettert, gegenwärtig funktioniert es ganz geräuschlos. Die Frage stellt sich, ob nicht auch das IOC, wenn es tatsächlich wollte, eine wasserdichte Charta verabschieden kann."

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