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Olympia

Kohlschreiber sauer auf DOSB

SID
Philipp Kohlschreiber steht derzeit auf Rang 34 der Weltrangliste
© Getty

Viermal haben deutsche Tennisspieler seit der Rückkehr ihrer Sportart ins Programm der Olympischen Spiele Medaillen gewonnen. In diesem Jahr drohen sie leer auszugehen, weil der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) keinen Akteur für London nominiert hat.

Die Anforderungen der nationalen Organisation sind deutlich härter als die der International Tennis Federation (ITF). Sie lässt bei den Olympischen Spielen auf der Anlage in Wimbledon im Einzel die besten 56 Spieler der Welt zu. Stichtag war der 11. Juni. Damit wären Florian Mayer (Bayreuth) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) in London dabei gewesen.

Der DOSB aber hat beide nicht auf die Liste der Olympia-Teilnehmer gesetzt. Der Verband fordert in der ersten Nominierungsstufe mindestens Rang 24 in der Welt. Mayer hätte dieses Kriterium noch Anfang Mai erfüllt.

Kohli hofft auf Nachnominierung

Kohlschreiber stand Ende Mai auf Rang 26 im Ranking, und reagierte am Rande des Turniers in Halle mit Unverständnis auf die Entscheidung.

Er wisse nicht, warum der DOSB so harte Kriterien anlege. Außerdem habe es zunächst geheißen, dass "man davon abweichen würde, weil sich schon so viele andere Ballsportarten nicht qualifiziert haben", behauptete er.

Der Augsburger zeigte sich enttäuscht: "Ich weiß nicht, ob es Nachnominierungen geben wird, ich hoffe es sehr." Auch Tommy Haas, am Sonntag in Halle im Endspiel, könnte nur noch durch diese Hintertür auf den Olympiazug aufspringen.

Kohlschreiber hofft auf Nachnominierung

In den Grundsätzen des DOSB ist von einer "begründeten Endkampfchance" der Teilnehmer die Rede. Im Tennis aber gibt es keinen Endkampf. Alle 64 Spieler treten in einem Turnier an. Grund ist der Turniermodus mit seinem K.o.-System.

Auch die zweite DOSB-Nominierungsstufe (eine Viertelfinalteilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier) hat kein Deutscher erfüllt. Im Doppel ist ebenfalls kein Vertreter für Olympia gemeldet. Hier gilt als Mindestanforderung sogar Rang zehn der Welt. Damit bliebe auch Wimbledonsieger Philipp Petzschner zu Hause.

Kohlschreiber träfe eine Nichtnominierung doppelt hart: 2008 war er für Peking qualifiziert, musste aber verletzt absagen. Damals sorgte der DOSB für Aufregung: Er nominierte Rainer Schüttler nach, als der wenige Wochen vor den Spielen beim Turnier in Wimbledon das Halbfinale erreichte. Die Kriterien der ITF erfüllte er jedoch nicht.

Die ITF klagte vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS - und verlor. Auch 2004 hatte es Ärger um die deutschen Tennis-Nominierungen gegeben. Das damalige Nationale Olympische Komitee (NOK) hatte versäumt, Florian Mayer auf die Liste zu setzen. Er profitierte von einer Härtefallregelung und durfte in Athen doch antreten.

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