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Olympia

"Weckruf" für deutsche Schwimmer

SID
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© Getty

Peking - Ein "Weckruf" soll Deutschlands gefrustete Schwimmer bei Olympia wieder in die Erfolgsbahn bringen. Lediglich Europameister Paul Biedermann aus Halle/Saale hat am dritten Tag der olympischen Wettbewerb in Peking als erster Deutscher ein Einzel-Finale erreicht.

Der 22-Jährige erzielte über 200 Meter Freistil in 1:46,41 Minuten die fünftbeste Zeit der Vorschlussrunde und blieb dabei 4/100 Sekunden über seinem deutschen Rekord. Schnellster war der Amerikaner Peter Vanderkaay in 1:45,76. Weltrekordler Michael Phelps gelang in 1:46,28 lediglich die viertbeste Halbfinal-Leistung.

Cheftrainer Örjan Madsen appellierte nach dem zweiten Tag ohne deutsche Final-Beteiligung und einer Leistungsexplosion der Konkurrenz in der Mannschaftsbesprechung mit einer "deutlichen und klaren Ansprache an den Ehrgeiz und den Stolz" der Athleten.

Madsen: "Sie lassen sich die Butter vom Brot nehmen. Das ist ja traurig anzusehen. Sie sollen sich endlich den Mut nehmen, rausgehen und zeigen, was sie können." Britta Steffen soll die Wende zum Guten schaffen.

Aus für Buschschulte und Meeuw

Antje Buschschulte (Magdeburg) schied im Halbfinale über 100 m Rücken als 15. aus. 1:01,15 Minuten, langsamer als im Vorlauf am Vortag, waren zu wenig für die WM-Zweite von 2005 und Weltmeisterin von 2003.

Der bereits im Vorlauf ausgeschiedene Helge Meeuw aus Frankfurt/Main hat bei den olympischen Wettbewerben seinen Europarekord über 100 Meter Rücken verloren. Der Russe Arkadi Wjatschanin schlug im Halbfinale nach 53,06 Sekunden an und war mit dieser Leistung 4/100 schneller als Meeuw am 19. April in Berlin. 54,88 hatten bei Meeuw nur für den 19. Platz gereicht. Der Medizinstudent galt als Medaillenhoffnung.

Große Ratlosigkeit

Die Ratlosigkeit im deutschen Team ist angesichts des eigenen Leistungseinbruchs groß. "Ich kann ja nichts dafür, dass uns die Weltelite derart enteilt ist", sagte Antje Buschschulte nach ihrem Halbfinal-Aus über 100 m Rücken.

Fest steht für die Magdeburgerin, WM-Zweite 2005 und Weltmeisterin 2003, nur eines: "Anzüge machen nicht diese Dimensionen aus." Sie hatte eine schlechte Nacht hinter sich: "Ich war auch nicht in der Lage, andere zu trösten, den Nachtschlaf zu finden und dann am Morgen noch schnell zu schwimmen." Im Vorlauf (1:00,48) hatte sie gezeigt, dass sie auch schneller sein kann.

Paul Biedermann hat einen möglichen Grund für das schlechte Abschneiden der deutschen Schwimmer in mangelnder Wettkampfpraxis und Wettkampfhärte ausgemacht. "Du musst dich mit den Besten messen. Wenn ich viele Wettkämpfe schwimme, dann macht mich das hart", sagte der Europameister. "Da müssen wir noch einiges machen."

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