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Olympia

Fußball: Argentinien demütigt Brasilien 3:0

SID
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© Getty

Peking - Lionel Messi wirbelte und jubelte, Ronaldinho trabte und trauerte - Olympiasieger Argentinien hat Rekord-Weltmeister Brasilien beim erneut gescheiterten Anlauf zum ersten Olympia-Gold gedemütigt.

Angetrieben von Dribbel-König Messi avancierte Sergio Aguero zum Matchwinner beim hochverdienten 3:0 (0:0) der Gauchos gegen die blassen Ballkünstler vom Zuckerhut im Giganten-Halbfinale des olympischen Turniers.

Der Torjäger von Atletico Madrid traf doppelt (52./58. Minute) und holte beim Spaziergang des Athen-Siegers ins Endspiel gegen Nigeria vor der euphorischen Kulisse von 52.968 Zuschauern im Pekinger Arbeiterstadion auch noch den Foulelfmeter heraus, den Kapitän Roman Riquelme zum Endstand verwandelte (76.).

Nach dem dritten Gegentor erwiesen sich die Brasilianer auch noch als schlechte Verlierer. Lucas (81.) und Thiago Neves (85.) sahen nach rüden Frust-Fouls jeweils die Rote Karte. Standfußballer Ronaldinho trat bei der Selecao nur mit einem Freistoß an den Pfosten (65.) in Erscheinung.

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Wie die drei Bundesliga-Profis Diego (Werder Bremen), Rafinha (Schalke 04) und Breno (Bayern München) kann er nur noch auf den Gewinn der Bronzemedaille hoffen.

Obasi traf doppelt für Nigeria

Im Spiel um Platz drei treffen die Brasilianer in Shanghai auf Belgien, das im anderen Halbfinale gegen Nigeria mit 1:4 (0:1) unterlag. Bundesliga-Profi Chinedu Obasi vom Aufsteiger 1899 Hoffenheim war mit zwei Treffern der überragende Mann.

"Ich bin glücklich, dass ich zwei Tore gemacht habe, aber es zählt nur das Teamwork", sagte Obasi. Wie der Hoffenheimer wird auch der Herthaner Solomon Okoronkwo mindestens mit der Silbermedaille nach Hause zurückkehren.

Im Finale im Nationalstadion von Peking kommt es damit zur Neuauflage des Endspiels von Atlanta 1996, das Nigeria damals gegen die Argentinier mit 3:2 gewann.

Nach einer innigen Umarmung der Kumpel Ronaldinho und Messi beim Händeschütteln der Akteure war es auf dem Platz mit Herzlichkeiten vorbei. Die südamerikanischen Erzrivalen schenkten sich in den Zweikämpfen nichts, im fast voll besetzten Arbeiterstadion herrschte mehr als nur ein Hauch von WM-Atmosphäre.

Das Publikum kreischte bei jedem Trick und Dribbling auf, La-Ola-Wellen schwappten durchs Rund - und auch Argentiniens Fußball-Legende Diego Armando Maradona wurde begeistert bejubelt.

Aguero eröffnete Torreigen

Deutlich inspirierter und zielstrebiger ging der Olympiasieger zu Werke, bei dem Bayerns Jose Sosa nur eingewechselt wurde. Die wendigen und dribbelstarken Messi und Aguero von Schalkes Champions-League-Qualifikationsgegner Atletico Madrid sorgten ständig für Gefahr.

Dennoch dauerte es bis kurz nach der Pause, ehe Brasiliens Keeper Renan nach 441 Turnierminuten erstmals bezwungen war: Aguero beförderte einen Schussversuch von Angel Di Maria mit dem Oberkörper ins Netz.

Brasilien erwachte prompt aus der Lethargie: Rafael Sobis nagelte den Ball aus 25 Metern an den Pfosten. Das Signal des Rekord-Weltmeisters verpuffte aber, über Messi und Ezequel Garay landete der Ball wieder bei Aguero, dessen Torriecher Schalke im Rückspiel um den Königsklassen-Einzug in der nächsten Woche fürchten muss.

Jetzt brodelte es im Stadion-Kessel. Die aufgeschreckte Selecao haderte mit dem Schusspech, als Ronaldinhos Freistoß aus 24 Metern ans Aluminium klatschte. Alles klar machte Riquelme.

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