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Olympia

Mutig trotz Gipsarm: Skateboarder Edtmayer verpasst Park-Finale

SID
Skateboarder Tyler Edtmayer hat sich trotz eines gebrochenen Arms seinen Olympia-Traum erfüllt.

Unter dem Motto "dabei sein ist alles" hat sich Skateboarder Tyler Edtmayer trotz eines gebrochenen Arms seinen Olympia-Traum erfüllt. Der 20-Jährige lieferte mit einem Gips um das linke Handgelenk eine couragierte Leistung ab, für das olympische Finale der besten acht Park-Fahrer reichte es jedoch nicht. Edtmayer landete mit 61,78 Punkten auf dem 15. Rang, der Olympiasieg ging an den 18-jährigen Australier Keegan Palmer.

"Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, es war eine extrem harte Woche für mich, vor allem mental", sagte Edtmayer im Anschluss: "Auch mit den Punkten bin ich mehr als zufrieden. Wirklich megacool." Der deutsche Meister aus dem bayerischen Inningen hatte sich in seinem ersten Training auf der riesigen olympischen Anlage die linke Speiche gebrochen.

Zunächst war Edtmayer mit einem soliden Lauf gestartet, beim zweiten Run musste er einen Trick abbrechen und ließ sich kontrolliert in die Bowl fallen. "Ich war zögerlich und hatte etwas Angst, denn ich durfte auf keinen Fall nochmal auf den Arm fallen. Da hätte ich wirklich ein Problem gehabt", sagte Edtmayer. Im letzten Lauf erhöhte er das Risiko und verbesserte sich geringfügig.

Im Finale folgte eine sensationelle Flugshow von Teenager Palmer, der einen Traumlauf im Ariake Urban Sports Park ablieferte und dafür von den Kampfrichtern 95,83 von 100 möglichen Punkten erhielt. Deutlich dahinter landete der Brasilianer Pedro Braros (26) auf Rang zwei, Bronze ging an Cory Juneau (22) aus den USA. Gasteber Japan ging nach drei Olympiasiegen in den bisherigen drei Skate-Entscheidungen erstmals leer aus.

Am Mittwoch hatte Teenagerin Lilly Stoephasius als Neunte das Finale bei den Park-Fahrerinnen ebenfalls knapp verpasst. Sowohl Edtmayer als auch die 14-jährige Stoephasius haben nach ihrem Olympia-Debüt in Tokio die kommenden Spiele in Paris 2024 fest im Blick.

Skateboard: Edtmayer fordert großen Skatepark in Deutschland

Edtmayer erklärte zudem, dass er alles andere als zufrieden ist mit den deutschen Skateparks und sich deutliche Verbesserungen in der Infrastruktur erhofft. "Es ist schon sehr traurig, dass ganz Deutschland nicht eine Anlage hat, wo man sich auf Olympia vorbereiten kann", sagte er nach seinem 15. Platz. "Hoffentlich sehen es durch Olympia ein paar Städte ein und investieren da ein bisschen Geld."

Edtmayer wohnt in Bad Tölz und muss für sein Training eine knappe Stunde über die Grenze nach Österreich fahren. In Deutschland werde zwar "schon teilweise Geld in die Hand genommen, aber die Leute wissen dann nicht wirklich, was sie machen", erklärte der deutsche Meister. Nach seiner Rückkehr aus Tokio werde er "auf meine Stadt zugehen und fragen, ob die mir mal etwas hinstellen können".

Zwischenzeitlich war die Grenze zwischen Deutschland und Österreich coronabedingt gesperrt, für Edtmayer war es deshalb "ein depressiver Winter" ohne Trainingseinheiten im Park. Zur Vorbereitung auf die ersten Olympischen Spiele der Skateboard-Geschichte ist er deshalb auch ins schwedische Malmö gereist. "Die haben extrem gute Parks, da macht die Stadt auch mit", sagte Edtmayer: "Die sind quasi die Hauptzentrale für Skateboarden in Europa."

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