Wintersport

Biathlon-WM: DSV-Team wartet weiter auf Medaille - Loginov gewinnt Sprint

SID
Alexander Loginov blieb im Schießen fehlerfrei.
© getty

Arnd Peiffer trifft die Scheiben, ist in der Loipe aber zu langsam. Die deutschen Biathleten müssen bei der WM in Antholz deshalb weiter auf ihre erste Medaille warten. Alexander Loginov düpierte dagegen die Konkurrenz und schnappte sich den Sieg im Sprint.

Arnd Peiffer jagte seine Patronen zielsicher in die schwarzen Scheiben, für den ersten Coup der deutschen Biathleten fehlte ihm aber die Spritzigkeit: Bei der WM in Antholz sind im Sprint der Männer auch Peiffer und Co. ohne die erhoffte Medaille geblieben. Der Olympiasieger musste sich als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit dem siebten Rang begnügen - 20,2 Sekunden fehlten zum Podest.

"Man muss einfach einen optimalen Tag erwischen, um nach ganz vorne zu laufen. Ich habe das Bestmögliche herausgeholt", sagte Peiffer, der sich aber immerhin eine ansprechende Ausgangslage für das Jagdrennen am Sonntag verschafft hatte, im ZDF: "Man muss in Top-Form sein und dazu noch eine gute Tagesform erwischen."

Die hatte der Russe Alexander Loginov. Der 28-Jährige, schon einmal wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt, schnappte sich nach einer fehlerfreien Vorstellung die Goldmedaille und lag im Ziel 6,5 Sekunden vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet. Bronze gewann dessen Landsmann Martin Fourcade, der nach einer fehlerfreien Leistung 19,5 Sekunden langsamer als Loginov war. Der norwegische Titelverteidiger und Top-Favorit Johannes Thingnes Bö musste sich nach einem Schießfehler mit dem fünften Rang zufrieden geben.

Die Konstellation auf dem Podest barg besondere Brisanz: Der fünfmalige Olympiasieger Fourcade gilt als lautester und entschiedenster Vorkämpfer gegen Dopingmissbrauch in der Biathlon-Szene, vor allem Loginov war ihm nach dessen Sperre ein Dorn im Auge. Nach dem Triumph des Russen hielt sich der Franzose aber zurück.

"Wenn es um Doping geht, erwarten immer alle von mir, dass ich meine Stimme erhebe. Alle wissen, wie wichtig dieses Thema für mich ist und wie sehr es mich schmerzt", sagte Fourcade, der nicht weiter auf Loginov eingehen wollte: "Wir haben eine wundervolle WM hier in Antholz, und wir sollten uns auf die sportlichen Themen konzentrieren."

Arnd Peiffer über Doping-Sünder Loginov: "Verdacht schwingt mit"

Deutlicher wurde da Peiffer. Es schwinge "natürlich ein gewisser Verdacht mit, weil der Kollege Loginov schon einmal wegen Epo-Missbrauchs gesperrt war. Und jetzt ist er wieder auf einem Niveau wie zu den Zeiten, als er diesen Epo-Missbrauch durchgeführt hat. Da ist natürlich schon immer ein bisschen ein Geschmäckle dabei", sagte er. Andererseits müsse "man die Unschuldsvermutung walten lassen. Das fällt nicht immer leicht."

Deutschlands bester Skijäger Benedikt Doll, der in dieser Saison bereits im Weltcup einen Sprint gewonnen und vor drei Jahren in dieser Disziplin auch den WM-Titel geholt hatte, verabschiedete sich indes schon im ersten Schießen aus dem Medaillenrennen. Der 29-Jährige ließ die erste und die letzte Scheibe stehen, auch nach dem zweiten Anschlag musste er eine Strafrunde drehen.

"Ich habe schnell gemerkt, dass ich richtig gute Ski habe und schnell unterwegs bin. Es ist umso ärgerlicher, dass es am Schießstand nicht geklappt hat", sagte Doll, der 14. wurde und zum gesamten Abschneiden des deutschen Teams meinte: "Es ist irgendwie blöd gelaufen."

Denn auch der laufstarke WM-Debütant Philipp Horn (Frankenhain/2) sowie Johannes Kühn (Reit im Winkl/4) blieben am Schießstand nicht ohne Fehler, Horn vergab dadurch sogar die Chance auf eine Medaille. "Es hat richtig Spaß gemacht", sagte der achtplatzierte Horn dennoch, "es war ein richtig cooler Tag."

Die beiden Verfolgungsrennen am Sonntag (13.00/15.15) schließen die erste Woche der Titelkämpfe ab, bei den Frauen geht Titelverteidigern Denise Herrmann als Fünfte mit einem Rückstand von einer halben Minute auf die norwegische Sprint-Weltmeisterin Marte Olsbu Röiseland aussichtsreich in die Loipe. "Das ist ein neues Rennen, die Ausgangsposition ist gut, und es gibt ja auch was zu verteidigen", sagte Herrmann und versprach: "Ich greife wieder an."

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