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Wintersport

Friedrich gewinnt Auftakt im Zweier

SID
Francesco Friedrich gelang der Sieg auf seiner Heimbahn
© getty

Neun Monate nach der triumphalen Heim-WM hat Doppelsieger Francesco Friedrich (Oberbärenburg) den deutschen Bobs einen goldenen Weltcup-Auftakt beschert. In Altenberg holte der 25-Jährige beim deutschen Dreifach-Erfolg im Vierer völlig überraschend seinen ersten Sieg in der "Königsklasse". Schon am Samstag hatte er im kleinen Schlitten gewonnen.

Neun Monate nach der erfolgreichen Heim-WM in Winterberg hatte Friedrich auf der ihm bestens bekannten Bahn unter Druck gestanden, diesem hielt er jedoch souverän stand.

"Ich freue mich, dass es endlich im Vierer geklappt hat. Mein erster Doppelsieg, das ist ein genialer Auftakt in die Saison", sagte ein glücklicher Friedrich, "und es war ein sehr spezielles Rennen." Denn eigentlich waren ihm kaum Siegchancen eingeräumt worden. Mitten in der Vorbereitung war die Anschieber-Crew des früheren Leichtathleten verletzt ausgefallen, in Altenberg ging er nun mit einer Notbesetzung an den Start und hatte sich zudem einen Helfer aus dem Team von Konkurrent Maximilian Arndt (Oberhof) "ausgeliehen".

"Das war ein sehr gelungener Auftakt, wir haben das Verletzungspech gut kompensiert", sagte Langen: "Es waren zudem sehr schwierige Witterungsbedingungen, daher sollten wir die Ergebnisse auch nicht überbewerten."

Für alle Piloten erschwerte am Sonntag heftiger Schneefall die Fahrt auf der ohnehin tückischen Bahn. "Wenn der Bob hier nicht perfekt aus der Kurve kommt, dann kriegt man ihn kaum noch in den Griff", sagte Friedrich. Der Sachse kam eindeutig am besten mit den Widrigkeiten zurecht.

Entscheidender Vorteil

Im zweiten Lauf hatten beide Piloten mit den widrigen Bedingungen zu kämpfen und nahmen sich in der Eisrinne wenig. Doch Friedrichs um sechs Hundertstel besserer Start brachte den entscheidenden Vorteil.

Sein Vereinskollege Nico Walther (mit Christian Poser) und Vierer-Weltmeister Maximilian Arndt (Oberhof) mussten sich indes zeitgleich mit Rang vier begnügen. Vor allem Walther hatte sich im kleinen Schlitten bereits mehr erhofft. Der 25-Jährige hatte vor der Saison in Abwesenheit der beiden Platzhirsche die deutschen Meistertitel im Zweier und Vierer geholt.

Für Arndt war der vierte Platz im kleinen Schlitten derweil durchaus ein Erfolg, in der gesamten vergangenen Saison hatte er nicht so gut abgeschlossen.

"Für mich war das die perfekte Vorbereitung für morgen, im Vierer wollen wir angreifen", sagte Arndt, der in diesem Winter wieder auf seinen zuletzt langzeitverletzten Star-Anschieber Kevin Kuske zurückgreifen kann. Auch Walther werden beim Vierer-Rennen am Sonntag bessere Chancen als Friedrich eingeräumt.

"Habe überall kleine Fehler gehabt"

Am Samstag schnappte sich das südkoreanische Duo Won Yunjong/Seo Youngwoo den dritten Platz und stand damit erstmals auf einem Weltcup-Treppchen. Mit Blick auf die Winterspiele 2018 in Pyeongchang baut Südkorea derzeit auch sein Bob-Programm auf, Won gilt als großes Talent.

Am Freitag waren die deutschen Bob-Pilotinnen am Podium vorbeigefahren. Vize-Weltmeisterin Anja Schneiderheinze (Erfurt) musste sich mit dem fünften Platz zufrieden geben, Sandra Kroll (Königssee) rutschte nach einem guten ersten Lauf noch auf den sechsten Rang ab.

Der Sieg ging an die kanadische Olympiasiegerin Kaillie Humphries, Weltmeisterin Elana Meyers Taylor (USA) enttäuschte dagegen als Achte.

"Ich habe überall kleine Fehler gehabt, es ist einfach nicht gut gewesen", sagte Schneiderheinze. Kroll war nach ihrem ersten Weltcup-Einsatz glücklich: "Für das Debüt in Altenberg bin ich mit dem sechsten Platz sehr zufrieden."

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