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Wintersport

Sven Hannawald will mit Autobiographie warnen

Von Thomas Gewald
Sven Hannawald (l.) musste seine Karriere im Jahr 2004 beenden
© getty

Der ehemalige deutsche Skispringer Sven Hannawald hat in diesem Monat seine Autobiographie "Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben" veröffentlicht, in der er offen über seine Depressionen spricht und anderen Betroffenen eine Hilfestellung bieten will.

Der 38-Jährige erklärte in einem Interview mit der "Welt", dass er mit seiner Autobiographie anderen Menschen mit den gleichen Problemen helfen wolle. Dabei erinnerte er auch an den früheren Nationaltorhüter Robert Enke: "Wenn ich sehe, wie lange sich Robert Enke mit diesen Gefühlen herumgeschlagen hat, dieser Verzweiflung, die ich auch kenne - ich weiß nicht, ob ich nach einer so langen Zeit nicht auch nur noch diesen einen Ausweg gesehen hätte."

Vor einem Rückfall hat der Sachse aber keine Angst, die Alarmsignale kenne er mittlerweile genau. Auf seine früheren Erfolge ist der Mannschafts-Olympiasieger von 2002 stolz, aber gleichzeitig habe er auch Verzweiflung gespürt und das Gefühl gehabt , nicht mehr "er selbst" zu sein: "Auf einmal wollte ich nur noch das Einzelzimmer, am liebsten dunkel, mich in eine Ecke setzen und niemand hören, niemand sprechen, einfach nur nichts tun."

Hannawald: Sucht euch Ausgleich zum Sport

Damit jungen Sportlern ein solch tiefer Fall erspart bleibt, riet Hannawald auf Alarmsignale zu achten und einen Ausgleich zum Leistungssport zu betreiben. Erst als er 2010 im Motorsport eine neue Aufgabe gefunden hatte, konnte er wieder mit seiner Skisprung-Vergangenheit umgehen und sich die aktuellen Wettbewerbe anschauen.

"Erst seit ich im Rennauto sitze, bin ich wieder ausgeglichen. Die Parallele zum Skispringen ist, dass man sich an die Grenze herantastet und dabei ein körperliches Risiko eingeht. Mein Körper schreit nach diesem Kick", sagte der frühere Spitzensportler.

Vor seinem früheren Kollegen Martin Schmitt, der mit 35 noch aktiv ist, hat Hannawald großen Respekt: "Martin hat immer noch so viel Ehrgeiz, sich zu verbessern, dass er sich nicht wegreden oder wegschreiben lässt. Er wird dann aufhören, wenn er den Zeitpunkt für richtig hält."

Der Skispringen-Termin-Kalender 2013/14 im Überblick

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