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Wintersport

DSV-Adler greifen nach zweiter Medaille

SID
Für Michael Uhrmann ist der WM-Abschluss in Oslo das letzte große Springen seiner Karriere
© Getty

Im letzten großen Wettkampf von Michael Uhrmann peilen die DSV- Skispringer noch einmal eine WM-Medaille an. Gold scheint am Holmenkollen vergeben, doch dahinter ist alles möglich.

Alleine nur Mitflieger, gemeinsam Mitfavoriten: Nachdem für die deutschen Skispringer der Traum von einer Einzelmedaille geplatzt ist, soll zum WM-Abschluss zumindest mit der Mannschaft ein erneuter Podestplatz her. "Unsere Chancen sind sehr gut. Wir werden für diese Medaille bis zum Ende fighten", sagt Shootingstar Severin Freund vor der letzten WM-Entscheidung auf der legendären Holmenkollen-Schanze am heutigen Samstag.

Überflieger Freund wird dabei ausnahmsweise nicht im Mittelpunkt stehen. Denn der Abschied von Oslos Hausberg wird auch zum Abschied von Michael Uhrmann. Nach über 16 Jahren im Skisprung-Zirkus tritt der Routinier zu seinem letzten großen Wettkampf an - und hat dabei ein letztes großes Ziel. "Es wäre toll, wenn ich mit einer weiteren Medaille nach Hause käme. Danach kann ich mich dann auf meine Frau und meine Kinder freuen", sagt der 32-Jährige.

Chancen auf eine Medaille sind da

Die Chancen auf eine Heimkehr mit Edelmetall um den Hals stehen durchaus gut. Zwar war Uhrmanns sechster Platz am Donnerstag das beste deutsche Einzelergebnis auf der Großschanze, doch in seiner Geschlossenheit überzeugte das DSV-Quartett, dem auch Martin Schmitt und Richard Freitag angehörten.

In der Summe kamen die deutschen "Adler" auf 1006,7 Punkte, nur die alles überragenden Österreicher (1086,6) und Gastgeber Norwegen (1028,3) waren erfolgreicher. "Das war eine sehr gute Leistung. Dieses Ergebnis zeigt unser Potenzial, noch eine Medaille zu holen", sagt Bundestrainer Werner Schuster.

Uhrmanns letzte große Vorstellung

"Die Mannschaftsleistung war gut, auch wenn wir keinen ganz vorne dabei hatten. Das stimmt uns positiv für Samstag", meint auch der zweimalige Saisonsieger Freund, der auf der Großschanze nur Zwölfter wurde. Doch mit vier Deutschen unter den ersten 16 hat Schuster keinen Grund zur Beunruhigung, erst recht nicht zu personellen Maßnahmen: "Diese vier Starter haben heute ein Empfehlungsschreiben abgegeben", sagte der Coach am Donnerstagabend.

Somit wird auch Uhrmann zu seiner letzten großen Vorstellung kommen. "Ich werde versuchen, das Springen zu genießen und noch einmal eine Medaille zu machen. Dann werde ich mich verabschieden", sagt der Team-Olympiasieger von 2002. Ob er die letzten Weltcups noch springt, lässt der Polizeihauptmeister aus Rastbüchl vorerst offen. Vielleicht ist also schon am Samstag endgültig Schluss mit einer Karriere, die vor über 16 Jahren begann.

Erfolgreiche Karriere geht zu Ende

Als Uhrmann am 30. Dezember 1994 in Oberstdorf sein Weltcup-Debüt gab, stand noch ein Jens Weißflog auf dem Treppchen, auch Dieter Thoma mischte noch vorne mit. Begonnen hatte der immer bescheidene Bayer einst als Langläufer, über die Kombination landete er schließlich bei den Spezialspringern.

Dort feierte er besonders mit dem Team Erfolge: Neben dem Olympiasieg 2002 holte er den WM-Titel 2001 und Olympiasilber 2010 in Vancouver. Weltcupsiege im Einzel gab es nur zwei: 2004 in Zakopane sowie 2007 beim Heimspiel in Oberstdorf.

"Ich habe das so viele Jahre lang gemacht. Es war eine schöne Zeit und ich bin froh, dass ich dem Sport erhalten bleibe", sagt Uhrmann, der künftig als Trainer am Stützpunkt Bad Endorf arbeiten will. Doch zunächst gilt es, im letzten Wettkampf noch einmal eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Es wäre das perfekte Abschiedsgeschenk.

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