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UFC

UFC 252 - Daniel Cormier gegen Stipe Miocic III: Die Analyse mit UFC-Octagonsprecher Bruce Buffer

Von Max Schrader
Stipe Miocic wird zum dritten Mal gegen Daniel Cormier kämpfen.

In der UFC entscheidet sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 4 Uhr live auf DAZN), sofern man UFC-Präsident Dana White glauben schenken mag, die Frage nach dem besten Schwergewichtskämpfer aller Zeiten. SPOX nimmt beide Kämpfer unter die Lupe und analysiert das Geschehen mit UFC-Octagonsprecher Bruce Buffer.

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Miocic vs. Cormier? Das sind Schlachten für die Geschichtsbücher. Bei UFC 226 krönte sich erst Cormier zum Champion, den Rückkampf bei UFC 241 entschied dann Miocic für sich. Jetzt kommt es zu Teil 3.

"Ich konnte sehen, dass sie mit ihrem individuellen Kampfhintergrund ein erstaunliches Potenzial hatten", erklärt Bruce Buffer im Gespräch mit SPOX, dass der Karriereweg der beiden früh absehbar war. Beide Kämpfer seien trotz ihrer unterschiedlichen Vita in gewisser Hinsicht gleich: Zunächst unbekannt und unterschätzt.

SPOX stellt beide Kämpfer vor und geht auf die Eigenschaften hinsichtlich des Strikings und des Wrestlings ein. Im dritten Schritt folgt die Analyse mit Bruce Buffer.

  • Stipe Miocic:

Der Sohn kroatischer Einwanderer wurde am 19. August 1982 im Bundesstaat Ohio geboren. In seiner Kindheit merkte er früh, was es bedeutet, sich etwas erkämpfen zu müssen. Da sich die Eltern trennten und er größtenteils bei seinen Großeltern lebte, musste er viel alleine machen. "Im Nordosten von Ohio wird nichts gegeben. Alles wird verdient", sagte einst NBA-Superstar LeBron James über Leute wie Miocic. Aufgrund seiner Wurzeln hatte Miocic keinen leichten Stand in seiner Kindheit und suchte seine Ablenkung beim Sport.

Während seiner College-Zeit probierte er fast jede Sportart aus - in allen soll er nicht schlecht gewesen sein. Als Miocic einmal nebenbei auf dem Baseball-Feld mit Kumpels zockte, so sagt es die Legende, wurde er prompt von Scouts der Major League Baseball angesprochen. Er spielte danach ein wenig im Team und erzielte dort unter anderem sieben Homeruns. Aber irgendwie gaben ihm Teamsportarten nicht so viel. Er probierte sich mal im Tennis und merkte, dass ihm das alleinige Motivieren viel besser gefiel. Tennisspielen konnte er dafür nicht, also musste ein Ersatz her und er landete beim Ringen. Letztendlich entschied sich Miocic dann für eine Karriere im Kampfsport.

UFC - "Ein Typ wie Stipe Miocic ist weniger vermarktbar"

Nach vielen Siegen in unterklassigen Ligen schaffte er 2011 schließlich den Weg in die UFC. Als er sich fünf Jahre später zum Champion kürte, spaltete er sogar die UFC. Auf der einen Seite waren die Vermarkter, die nach spektakulären Pressekonferenzen ala Conor McGregor oder nach einem Hype wie bei Ronda Rousey lechzten. Auf der anderen Seite standen diejenigen, die genau das nicht mehr wollten. "Wie gut jemand ist, reicht nicht aus", sagte damals der Sportwirtschaftsanalyst Darren Rovell gegenüber ESPN. "Ein Typ wie Stipe ist weniger vermarktbar als ein Typ, der schon einmal Champion war und derzeit kein Champion ist".

Das Cleveland Magazin titelte dagegen: "Miocic mag ein knallharter Käfigkämpfer mit einer Vorliebe für F-Wörter sein, aber sein breites Lächeln und sein albernes Wesen machen ihn locker und zugänglich. Er ist der Champion, den die Stadt braucht, der unwahrscheinliche Favorit, der weder prahlt noch sich brüstet und sich in den Reihen der UFC hochgearbeitet hat." Seiner Popularität half zudem, dass er seine Wurzeln nicht vernachlässigte. Während er es in die UFC schaffte, übte er immer noch zwei Teilzeitjobs bei der Feuerwehr in seinem Heimatort aus.

Seine ehrlichen Worte und die andere Herangehensweise an die Dinge der UFC waren erfrischend. Schnell erlangte er den Status des Fanlieblings. Und das nicht nur, weil er regelmäßig mit seinen Anhängern auf der Konsole zockte. Das Zocken war eigentlich auch das einzige, was er gerne in der Öffentlichkeit machte. "Die Kamera und die Aufmerksamkeit ist mir scheißegal", sagte er einst. "Ich mag es, etwas zu haben, das ich mit meiner Familie und meinen Freunden teilen kann."

Striking:

  • Miocic hat körperlich enorme Stärken. Stolze 203 cm beträgt seine Reichweite.
  • Er schlägt nicht wild und unbedacht zu. Er ist bereit, sich mit seinem Striking-Style seinem Gegner anzupassen.
  • Sein Jab ist eine herausragende Waffe. Im Gegensatz zu vielen anderen Kämpfern weiß Miocic ganz genau, dass ein Jab (die Führhand) nicht jedes Mal Schaden anrichten muss. Er schlägt gerne einfach nur auf die Handschuhe - eine Art Verwirrungstaktik. Erst wenn er merkt, dass sein Gegner müde wird, schlägt er einige Kombinationen
  • Als Miocic noch ein unbekannterer Kämpfer war, wahrte er die Distanz und richtete von dort aus Schaden aus. Mittlerweile (und das ist für die Top 5 auch notwendig) kann er seine Gegner lange Zeit unter Druck setzen, bis seine starke Rechte das Ziel findet.
  • Ebenfalls berüchtigt sind seine tiefen Kicks. Normalerweise ist dieser Kick dafür da, damit der Gegner seine Haltung aufgibt und sich so die Deckung öffnet. Bei Miocic dagegen soll es meist einfach nur wehtun. Eine Taktik, die sich beispielsweise Alexander Volkanovski für seinen ersten Kampf gegen Max Holloway abgeschaut hatte.
  • Körpertreffer: Im zweiten Kampf gegen Cormier setzte er vor allem viele Körpertreffer an und laugte somit seinen Kontrahenten aus.

Wrestling:

  • Halbherzige Takedowns: Miocic täuschte in der Vergangenheit immer wieder einen Takedownversuch an, nur um den Gegner zu lesen.
  • Auch wenn Miocic mehr Zeit fürs Boxen aufbringt, gilt er immer noch als guter Wrestler. Gegen Cormier wird er dennoch versuchen, in so wenige Wrestling-Situationen wie möglich zu kommen.

Stipe Miocic: Statistiken

Größe193 cm
Gewicht230.5 lb (104,6 kg)
Armlänge203 cm
Bilanz19-3
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