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Tennis

Tennis: Novak Djokovic gewinnt Cincinnati Masters, schreibt Geschichte und mischt New York auf

SID
Novak Djokovic hat die Western & Southern Open gewonnen.

Titel gewonnen, neue Spielergewerkschaft geplant und immer wieder der Hinweis auf körperliche Beschwerden: Novak Djokovic macht in New York von sich reden. Nicht alle sind begeistert vom Verhalten der Nummer eins.
 

Auf dem Tennisplatz präsentiert sich Novak Djokovic in Topform - und auch abseits des Courts dreht sich unmittelbar vor dem Start der US Open ziemlich viel um den Weltranglistenersten. Zwei Tage vor dem Start des Grand-Slam-Turniers untermauerte der Serbe seine Position als Nummer eins der Welt und gewann seinen nächsten Titel bei den Western & Southern Open - trotz anfänglicher Schwierigkeiten.

Im Finale setzte er sich gegen Milos Raonic (Kanada) mit 1:6, 6:3, 6:4 durch und bleibt somit in diesem Jahr ungeschlagen. Mit seinem 35. Masters-Titel zieht der 33-Jährige zudem mit Rekordhalter Rafael Nadal (Spanien) gleich. Djokovic gewann zudem jedes der derzeit neun Masters-Turniere mindestens zweimal - das gelang zuvor keinem anderen Tennisspieler.

Nach dem durchwachsenen Halbfinale gegen Roberto Bautista Agut (Spanien) tat sich Djokovic am Samstag zu Beginn auch gegen Raonic schwer. Die drei Stunden Schwerstarbeit am Vortag waren ihm deutlich anzumerken. Doch wie bereits beim Match gegen den Spanier gab sich Djokovic nach verlorenem ersten Satz nicht geschlagen und entschied das Spiel schließlich verdient für sich.

Und auch abseits des Platzes zeigt sich Djokovic kämpferisch. Mit der von ihm angeschobenen Gründung der neuen Spielergewerkschaft PTPA (Professional Tennis Players Association) sorgt er für Aufregung. Die Organisation, die sich angeblich nicht in Konkurrenz zur ATP sieht, will den Spielern aber zu mehr Einfluss und Entscheidungsgewalt verhelfen. Per Mail wurden alle Profis über die Planungen informiert, der Rücklauf war zunächst angeblich eher spärlich.

Federer und Nadal gehen auf Konfrontationskurs zu Djokovic

Djokovic sieht sich laut einer Meldung der New York Times selbst als Präsident der PTPA. Ihm zur Seite stehen die potenziellen Gründungsmitglieder John Isner (USA), bekennender Anhänger von US-Präsident Donald Trump, und Vasek Pospisil (Kanada), der dem wegen Körperverletzung rechtskräftig verurteilten früheren US-Profi Justin Gimelstob einst viel zu lange den Rücken stärkte.

Pospisil verkündete in New York seinen sofortigen Rücktritt aus dem Spielerrat der ATP: "Bei den gegenwärtigen Strukturen der ATP ist es dem Spielerrat unmöglich, Einfluss auf die wirklich wichtigen Entscheidungen zu nehmen." In dem ATP-Gremium, dessen Präsident Djokovic laut NY Times ebenfalls bereits zurückgetreten ist, war Pospisil Vertreter der Spieler zwischen Position 51 und 100 der Weltrangliste.

Die ATP hingegen betonte, dass es gerade jetzt auf "Einheit, statt interne Spaltung" ankomme und erhielt Unterstützung von den Organisatoren der Grand-Slam-Turniere, dem Weltverband ITF, der WTA - sowie auch von Djokovics sportlichen Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal.

"Die Welt ist derzeit in einer schwierigen Situation. Ich persönlich denke, dass wir in diesen Zeiten gemeinsam in die gleiche Richtung gehen sollten", teilte Nadal bei Twitter mit. Wenig später unterstützte Federer seinen sportlichen Dauerrivalen. "Dies sind unsichere und herausfordernde Zeiten. Aber ich glaube daran, dass es sehr wichtig für uns ist, als Spieler zusammenzustehen", schrieb der Schweizer.

Boris Becker zweifelt an US-Open-Sieg von Novak Djokovic

Djokovic wird die Kritik an der Auswahl seiner Mitstreiter vermutlich ebenso wenig grämen wie die an seiner umstrittenen Adria-Tour. Er will in Abwesenheit von Federer und Nadal die US Open gewinnen, wovon ausgerechnet sein ehemaliger Trainer Boris Becker nicht ganz überzeugt ist.

Gerade Djokovic, so Becker im Gespräch mit Eurosport, sei ein Spieler, der den Dialog mit den Zuschauern brauche: "Wenn dann das größte Tennisstadion der Welt menschenleer ist, muss sich auch einer wie Novak erstmal zurechtfinden. Ohne Zuschauer ist es dort fast ungemütlich." Dass trotzdem mit ihm zu rechnen ist, hat er bei der Generalprobe unter Beweis gestellt.

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