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Tennis

"Der Tennissport hat so viel zu geben"

SID
Mats Wilander feiert am Wochenende einen runden Geburtstag
© getty

Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt Mats Wilander die Sportart. Am Freitag wird der ehemalige Weltranglistenerste 50 Jahre alt. Die Party steigt natürlich in New York. Wo, wenn nicht hier, sollte der große Mats Wilander seinen 50. Geburtstag feiern?

Dort, wo der Schwede vor fast 26 Jahren den siebten und letzten Grand-Slam-Titel seiner brillianten Tennis-Karriere gewann - und dort, wo der ehemalige Weltranglistenerste ab kommenden Montag bei der 133. Auflage der US Open als TV-Experte vor den Kameras stehen wird.

Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt Wilander den Tenniszirkus. Wenn er über seinen geliebten Sport spricht, gerät der Mann aus der Universitätsstadt Växjö ins Schwärmen. "Der Tennissport hat so viel zu geben", sagte er einst: "Wenn du ihn richtig behandelst und respektierst, kannst du durch ihn zu einem besseren und reiferen Mensch werden."

Profidebüt 1981

Wenn am Freitag also die Korken knallen, gibt es viel zu erzählen. Schließlich hat Wilander seit seinem Profidebüt 1981 einiges erlebt. Nach seinem Sieg bei den US Open 1988 zog der Lebemann mit Keith Richards, dem Gitarristen der Rolling Stones, um die Häuser. 1983 holte Wilander mit gerade 19 Jahren den Titel bei den damals noch auf Rasen ausgespielten Australian Open - bis heute hat es in Melbourne keinen jüngeren Champion gegeben.

Doch auch abseits des Platzes sorgte der smarte Schwede, der auf dem Court immer ein wenig verwegen daher kam, für Schlagzeilen: Bei den French Open 1995 wurde Wilander positiv auf Kokain getestet und vom Tennisweltverband ITF für drei Monate gesperrt. 1987 heiratete er das südafrikanische Topmodel Sonya Mulholland. Mit ihr und den vier Kindern lebt er in Idaho in den USA, "weil dort das Leben für meinen Sohn einfacher ist als in Schweden." Erik Wilander leidet an Epidermolysis bullosa, einer genetisch bedingten Hautkrankheit.

Unvergessen sind Wilanders Duelle, die sich der perfekte Grundlinienspieler in den 80er-Jahren mit Boris Becker, John McEnroe, oder Ivan Lendl lieferte. Wilander hat Majors auf Rasen, Asche und Hardcourt gewonnen. Nur der Titel in Wimbledon blieb ihm verwehrt.

Sieg bei US Open 1988

Der Karrierehöhepunkt folgte am 11. September 1988, als er im Finale der US Open Lendl entzauberte und sich erstmals an die Spitze der Weltrangliste setzte. "Endlich habe ich dieses Turnier gewonnen. Ich habe das beste Match meiner Karriere gespielt", sagte Wilander damals: "Ich wusste gar nicht, dass ich das Zeug habe, die Nummer eins zu sein."

Wilander war gerade 24 Jahre alt und schon auf dem Gipfel angekommen - er nahm eine Auszeit und entdeckte seine Liebe zur Musik. Seine Frau Sonya erzählte, er habe damals mehr Zeit im Tonstudio als auf dem Tennisplatz verbracht.

Kein Wunder also, dass er sich nur 20 Wochen an der Spitze des Rankings hielt. Als er schließlich 1996 seinen Rücktritt erklärte, hatte er in der Zwischenzeit lediglich noch zwei kleine Turniere gewonnen.

Eigene Sendung im TV

Seinem guten Ruf tat dies aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Wilander genießt bei ehemaligen und aktiven Profis ein großes Ansehen, seit 2006 steht er beim Sportsender "Eurosport" in der eigens nach ihm benannten Sendung "Game, Set and Mats" als Experte vor den TV-Kameras.

Und der Vielfach-Millionär ist ein bodenständiger Zeitgenosse, dem sein Sport wirklich am Herzen liegt: Vor ein paar Jahren rief der Südschwede seine mobile Tennis-Akademie ("Wilander on Wheels") ins Leben. Insgesamt zwölf Wochen im Jahr fährt der Ex-Profi mit einem Freund quer durch die USA, um Anfänger, Fortgeschrittene, Hausfrauen und Manager zu unterrichten.

Am Freitag feiert der große Schwede in New York also seinen 50. Geburtstag. Dem Tennissport, dem er so viel zu verdanken hat, will Wilander noch einiges mehr zurückgeben.

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