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Tennis

Federer und Nadal weiter - Djoker raus

Von Martin Jahns / Jöran Landschoff
Sandplatzkönig Rafael Nadal siegte im Viertelfinale in drei Sätzen gegen Landsmann Ferrer
© getty

In einem spannenden und teilweise packenden Match beim ATP-Masters in Rom setzte sich Titelverteidiger Rafael Nadal gegen seine Landsmann David Ferrer in drei Sätzen durch. Roger Federer hatte mit dem Polen Jerzy Janowicz ebenfalls Mühe. Im Viertelfinale ist dagegen Endstation für die Nummer eins der Welt: Novak Djokovic unterlag dem auf sechs gesetzten Tschechen Tomas Berdych.

Roger Federer - Jerzy Janowicz 6:4, 7:6

Roger Federer hat beim ATP-Masters in Rom das Halbfinale erreicht. Gegen den Polen Jerzy Janowicz hatte der Rekord-Grand-Slam-Sieger aber so seine Schwierigkeiten, bevor er schließlich mit 6:4 und 7:6 triumphierte.

Der erste Satz war von schnellen Spielgewinnen geprägt, keiner der beiden Spieler fand ein Mittel gegen das starke Aufschlagsspiel des anderen, allein Federer konnte im ersten Satz fünf Asse verbuchen. Im zweiten Aufschlagsspiel des Schweizers hatte Janowicz einmal zwei Breakchancen nach einem starken Crosscourt-Winner, die er aber nicht nutzen konnte: Federer schloss das Spiel schließlich mit einem Ass ab.

Bis zum Stand von 4:5 war kein Aufschlagsspiel wirklich gefährlich. Zu stark waren die Aufschläge der beiden, lange Ballwechsel waren Mangelware. Federers erster Breakball nach einem leichten Vorhandfehler des Polen war gleichzeitig der Satzball, den er mit einem Vorhand-Passierschlag prompt verwertete.

Im zweiten Satz gelang Janowicz direkt das Break, weil Federer Probleme mit der Vorhand hatte und zwei einfache Bälle weit ins Aus spielte. Im Anschluss ergab sich wieder das Bild aus dem ersten Satz. Federer sah gegen Janowicz' Aufschlag kein Land, wenn der Schweizer den Polen in die Ballwechsel zwang, hatte er meist das bessere Ende für sich.

So blieb es bis zum 5:4 für den Underdog, der dann zum Satzausgleich aufschlug. Seinen Satzball vergab er jedoch mit einem verschenkten Stop, daraufhin holte sich der Schweizer die Breakbälle. Zwei konnte Janowicz noch abwehren, den dritten verwandelte Federer zum 5:5.

Danach sah es nach einem schnellen Ende aus: Federer brachte seinen Aufschlag mühelos durch, drei Fehler von Janowicz brachten ihm dann zwei Matchbälle ein. Die konnte er noch abwehren, im Tiebreak war Federer aber dann doch zu stark. Es war schon nach Mitternacht Ortszeit, als er nach 1:26 Stunden das Match endgültig beendete.

Im Halbfinale trifft Federer nun auf den Franzosen Benoit Paire. Das zweite Halbfinale bestreiten Tomas Berdych und Rafael Nadal.

Rafael Nadal - David Ferrer 6:4, 4:6, 6:2

Im Viertelfinale des ATP-Masters hat Rafael Nadal das Match der beiden Spanier gegen David Ferrer für sich entscheiden. Nach zwei ausgeglichenen Sätzen drehte Nadal im dritten auf und zog verdient ins Halbfinale ein, wo ihn nun der Tscheche Tomas Berdych erwartet, der sich gegen Novak Djokovic durchsetzte.

In einer typischen Sandplatzpartie mit langen Rallyes startete Ferrer im ersten Satz besser, vergab aber in den ersten drei Spielen bereits drei Breakchancen. Im Gegenzug nutzte Nadal seine einzige Breakchance zum 3:2 und holte sich Satz eins. Ferrer konnte aus keiner seiner sechs Breakchancen Kapital schlagen, war aber über lange Strecken durchaus gleichwertig.

Im zweiten Satz wurde das Spielgeschehen auf den Kopf gestellt. Zunächst wehrte Ferrer zwei Breakbälle Nadals im ersten Spiel ab, bevor er mit seinem insgesamt achten Breakball endlich Erfolg hatte. Nach schnellem Spiel zu 15 für Ferrer schenkte Nadal auch sein nächstes Aufschlagsspiel her - 4:0. In dieser Phase des Spiels zeigte Ferrer hochklassiges Tennis, bei Nadal schlichen sich zu viele Fehler ein.

Aber Nadal wäre nicht Nadal, wenn er den Satz so herschenken wurde. Aus dem 0:4 wurde ein 4:5, bei eigenem Service hatte er die Chance auf den Ausgleich. Aber jetzt drehte Ferrer auf, holte sich den Satzball und wehrte im folgenden Ballwechsel gleich drei Schmetterbälle ab, um sich mit einem Passierball die Linie entlang in den entscheidenden Durchgang zu retten.

Den dritten Satz begann Ferrer stark, brachte souverän seinen Aufschlag zum 1:0 nach Hause und ging anschließend mit 40:15 in Führung - zwei Breakbälle. Aber diese wehrte Nadal per Ass und Netzangriff ab, holte sich das Spiel und war danach nicht mehr zu stoppen.

Vor allem Ferrers erster Aufschlag wollte danach gar nicht mehr kommen, während Nadal immer besser wurde und mit teilweise großartigem Tennis auf 5:1 stellte. Ferrer gab sich zwar noch nicht geschlagen und verkürzte souverän auf 5:2. Doch Nadal servierte stark und holte sich mit dem dritten Matchball nach 2:46 Stunden den Sieg.

In der internen Bilanz liegt Nadal damit mit 20:3 vorn, auf Sand hat er in 16 Partien noch nie gegen seinen Landsmann verloren.

Novak Djokovic - Tomas Berdych 6:2, 5:7, 4:6

Zu Beginn sah es noch nach einer klaren Sache für Djokovic aus. Beim Stand von 2:1 nutzte er seinen dritten Breakball zum Spielgewinn. Mit Break Nummer zwei nach einem Vorhandball ins Netz durch Berdych entschied der Serbe dann nach 32 Minuten den ersten Satz klar für sich.

Der Weltranglistensechste fand kein Mittel gegen den Serben, der bei eigenem Service im ersten Satz keinen einzigen Breakball und nur vier Punkte für Berdych zuließ.

Im zweiten Satz begann der Tscheche konzentrierte und ließ bei seinen ersten beiden Aufschlagspielen nichts anbrennen, doch beim Stand von 2:3 hatte der Tscheche Pech, als ihm Djokovic dank eines Netzrollers mit der ersten Breakchance des zweiten Satzes den Aufschlag abnahm

Doch Berdych kam zurück und nahm Djokovic mit seiner allerersten Breakchance der Begegnung per Rückhand auf die Linie den Aufschlag ab, als der beim Stand von 5:3 zum Matchgewinn servierte.

Danach war vom druckvollen Spiel des Serben erst einmal nichts mehr zu sehen. Berdych steigerte sich im Gegenzug und nahm dem Djoker, der als einzige Nicht-Spanier das Masters in Rom in den letzten zehn Jahren gewinnen konnte (2008 und 2011), beim 5:5 erneut den Aufschlag ab. Mit zwei Vorhand-Winnern erzwang er einen Entscheidungssatz.

Djokovic konnte sein erstes Service im dritten Durchgang für sich entscheiden, das zweite musste er aber jedoch abgeben: Zu gut spielte Berdych mittlerweile, dazu kamen ungewohnte Fehler.

Die folgenden Spiele waren fast allesamt hart umkämpft, aber Berdych hielt den Vorsprung und stellte mit einem Smash auf 5:3.

Aber gegen die Aufschläge von Berdych war in diesem Satz kein Kraut gewachsen. Der 1,96 Meter große Tscheche machte im dritten Satz unglaublich 23 von 25 Punkten über den ersten Aufschlag. Djokovic konnte zwar beim 3:5 aus seiner Sicht noch einmal drei Matchbälle abwehren, aber mit Ass Nummer neun machte Berdych die Überraschung perfekt.

Die ATP-Weltrangliste

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