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Schwimmen

Ratlose Steffen: "Muss Schock verdauen"

SID
Britta Steffen hat kaum Chancen auf eine Einzelmedaille in Barcelona
© getty

Nach dem enttäuschenden Staffelrennen sind für Britta Steffen auch die Chancen auf eine Einzelmedaille gesunken. Verglichen mit der internationalen Top-Konkurrenz schwamm die Weltrekordlerin nur hinterher.

Ratlos, entmutigt und tief enttäuscht wollte Britta Steffen nach der Staffel-Schlappe lieber erst gar nicht über ihre Chancen im Einzelrennen sprechen. "So weit habe ich noch nicht gedacht, ich muss jetzt erstmal diesen Schock verdauen", sagte die Weltrekordlerin nach dem achten und letzten Platz im 4x100-m-Freistil-Finale zum Auftakt der Beckenwettbewerbe bei der Schwimm-WM: "Wir müssen uns wirklich tiefsinnig hinterfragen und hoffen, dass wir irgenwelche Antworten finden."

Vielleicht konnte ihr bei der Suche nach Antworten Freund Paul Biedermann helfen, der am Montag in Barcelona weilte. Direkt nach dem Staffelrennen sah die niedergeschlagene Steffen so aus, als ob sie seinen Trost bitter nötig hätte.

"... nicht weit vorne"

Zwar war die Hallenserin mit 53,59 Sekunden fliegend die mit Abstand Schnellste des DSV-Quartetts, doch der internationalen Konkurrenz schwamm die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 weit hinterher. In der bereinigten Liste (maximal zwei Athletinnen pro Nation) hätte Steffen mit ihrer Staffelzeit als Zehnte das Einzel-Finale über 100 m Freistil am Freitag verpasst.

"Wenn man die Einäugige bei den Leistungen ist", sagte Steffen, "dann weiß ich schon ganz genau, wo ich mich einzuordnen habe - und das ist nicht weit vorne." Sie habe mindestens sechs Zehntelsekunden schneller schwimmen wollen, "das ist jetzt leider nicht gut", sagte Steffen und weckte mit diesen Sätzen böse Erinnerungen an die WM vor zwei Jahren in Shanghai.

Damals hatte die Doppel-Weltmeisterin von 2009 ebenfalls mit ihrem Staffelauftritt gehadert und sich selbst mit einem "Trabi" verglichen. Nach dem desolaten 16. Platz im Einzel-Vorlauf hatte sie dann alle ihre weiteren WM-Starts abgesagt und war nach Berlin geflüchtet. Auch bei Olympia in London folgten auf ein schwaches Staffelrennen das Halbfinal-Aus im Einzel und die Einsicht, dass ihre Zeit auf dieser Strecke wohl zu Ende sei.

Mittelgroßes Wunder muss her

Nach dem schlagzeilenträchtigen Startverzicht auf ihrer Paradestrecke 50 m Freistil, für die sie sich bei der DM krankheitsbedingt nicht qualifizieren konnte, ist die doppelte Distanz nun Steffens einzige Chance auf eine Medaille im Palau Sant Jordi. Doch dafür müsste schon ein mittelgroßes Wunder geschehen.

Der neue Bundestrainer Henning Lambertz ist jedenfalls gespannt, wie Britta Steffen jetzt reagiert, "ob sie das annimmt, ob sie angreift, ob sie wirklich noch mal alles zusammenholt, was sie hat, und sich darauf fokussiert und konzentriert".

Auf die Frage, was er selbst denn dem DSV-Aushängeschild im Einzel zutraue, antwortete der 42-Jährige: "Jeden Zentimeter tasten wir uns ran, aber das sind jetzt teilweise keine Zentimeter, sondern Meter, und die kriegt man auch meistens in den nächsten Tagen nicht mehr aufgeholt. Das wissen wir alle, da brauche ich jetzt nicht irgendeinen vom Pferd zu erzählen."

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