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Radsport

Tadej Pogacar gewinnt 107. Tour de France - Bennett siegt in Paris

SID
Pogacar hat das Gelbe Trikot im Zeitfahren am Samstag ergattert.
© imago images / Belga

Tadej Pogacar hat als erster Slowene die Tour de France gewonnen. Einen Tag vor seinem 22. Geburtstag brachte der Radprofi vom UAE Team Emirates das Gelbe Trikot sicher nach Paris ins Ziel und krönte sich damit bei der 107. Austragung zum jüngsten Toursieger seit 116 Jahren. Attacken im Gesamtklassement gab es auf der "Tour d'Honneur" wie üblich nicht mehr.

Wunderkind Tadej Pogacar nahm die Schulterklopfer auf seinem knallgelben Rad mit einem schelmischen Grinsen entgegen und absolvierte die letzten Meter in Paris tiefenentspannt. Während der zweitjüngste Sieger in der Geschichte der Tour de France seine slowenische Heimat endgültig in einen Freudentaumel stürzte, fand auch Kumpel Primoz Roglic nach dem spektakulären Verlust des Gelben Trikots das Lächeln wieder.

Im Kampf um den prestigeträchtigen Sieg auf den Champs-Elysees standen beim Finale der 107. Großen Schleife dagegen andere im Mittelpunkt. Im erwarteten Massensprint setzte sich der Ire Sam Bennett durch und brachte zugleich das Grüne Punkte sicher ins Ziel. Für seinen Herausforderer Peter Sagan vom deutschen Team Bora-hansgrohe reichte es zum dritten Platz, Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark wurde Zweiter.

Emanuel Buchmann mit durchwachsenem Fazit

Deutsche Fahrer spielten im Schlusssprint wie letztlich auch im Gesamtklassement keine Rolle. Lennard Kämna, der auf der 16. Etappe für den einzigen deutschen Tagessieg in diesem Jahr gesorgt hatte, belegte in der Endabrechnung als bester Deutscher den 34. Rang. Bora-Teamkollege Emanuel Buchmann hatte den Kampf um das Gelbe Trikot nach seinem Sturz vor der Tour schnell aufgeben müssen.

"Allzu viel Positives nehme ich nicht mit", sagte Buchmann, der nach seinem 38. Rang im Gesamtklassement vollmundig ankündigte: "Ich versuche es nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Ich bin davon überzeugt, dass ich deutlich mehr kann, als ich dieses Jahr gezeigt habe. Es werden wieder bessere Zeiten kommen."

Pogacar stellt Radsportwelt auf den Kopf

Die erlebte zweifelsohne Pogacar, der als erster Fahrer überhaupt in einem Jahr neben dem Gelben auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis sowie das gepunktete Berg-Trikot gewann. Im Gesamtklassement war in der Geschichte der Grande Boucle nur ein Sieger jünger als der Tour-Debütant. 1904 triumphierte der damals 19-jährige Henri Cornet aus Frankreich.

Senkrechtstarter Pogacar war in einem denkwürdigen Zeitfahren erst am Samstag ins Gelbe Trikot geschlüpft und hatte seinem Landsmann Roglic den sicher geglaubten Sieg noch abgejagt. Auf den schwierigen 36,2 km von Lure zur La Planche des Belles Filles verwandelte er seinen 57 Sekunden großen Rückstand auf Roglic in einen 59 sekündigen Vorsprung - und stellte die Radsportwelt kurzerhand auf den Kopf.

Roger Kluge "verteidigt" die Rote Laterne

Am Sonntag geschah auf den letzten der insgesamt 3490 Tour-Kilometer dann zunächst wenig, Attacken auf das Gelbe Trikot gab es auf der "Tour d'Honneur" wie üblich nicht mehr. Pogacar posierte daher fleißig für Fotos und erntete Lob seiner Kollegen, auch mit Roglic hielt er ein Pläuschchen. Sekt oder Champagner flossen dagegen nicht.

Als die verbliebenen 146 Fahrer Paris erreichten, war das Rennen um den Sprintsieg eröffnet. Allerdings bot sich dem Feld ein ungewohntes Bild. Auf den zu pandemiefreien Zeiten prall gefüllten Champs-Elysees waren in diesem Jahr lediglich 5000 Zuschauer zugelassen.

Auf dem abschließenden Rundkurs im Herzen der französischen Hauptstadt parierten die Teams der Topsprinter zunächst vereinzelte Ausreißerversuche. Auch eine Vierergruppe mit Bora-Profi Maximilian Schachmann wurde in der letzten Runde gestellt, so dass es zum erwarteten Massensprint kam.

Roger Kluge vom Lotto-Soudal-Rennstall blieb in diesem ohne Chance und behielt auch auf der 21. und letzten Etappe die Rote Laterne. Damit ist er der erste Deutsche nach Willy Kutschbach im Jahr 1935, der im Gesamtklassement den letzten Platz belegt. Sein Rückstand auf Pogacar - mehr als sechs Stunden - ist der größte eines Schlusslichts seit 1955.

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