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Radsport

Prokop: "Bestätigt Ruf nach Hilfe des Staates"

SID
Clemens Prokop sieht sich durch die Dopingfälle in seiner Ansicht bestärkt
© getty

Aus Sicht von Clemens Prokop sind die Enthüllungen um die Tour de France 1998 das beste Argument, den Staat im Kampf gegen Doping im Sport um Hilfe zu rufen.

"Meine Schlussfolgerung ist, dass inzwischen sehr viele Fälle gezeigt haben, dass am Kontrollsystem vorbei gedopt wird. Da ist ein intensiveres Eingreifen des Staates nötig", sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes auf "SID"-Anfrage.

Dies ändere zwar nicht die Qualität der Blut- und Urinkontrollen, sagte Prokop, "doch der Staat hat ganz andere Mechanismen zur Verfügung: Er kann Athleten zur Aussage unter Eid veranlassen, verdeckte Ermittler einsetzen, Telefone abhören."

Prokop kann sich vorstellen, dass Jan Ullrich auch deshalb kein pauschales Doping-Geständnis ablegen will, weil ihm dann möglicherweise eine Gefängnisstrafe droht. Ullrich hatte im November 2008 im Prozess um eine Honorarforderung gegenüber einem Sponsor vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf unter Eid ausgesagt, im ersten Quartal 2003 nicht gedopt zu haben.

Dopingliste der 98er-Tour veröffentlicht

"Wenn er nun einräumen würde, dass dies gelogen war, würde ihm für Meineid eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und 15 Jahren drohen", sagte Prokop, der Direktor des Amtsgerichts Regensburg ist: "Sie könnte beispielsweise auch für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Aber Geldstrafen sind nach dem Gesetz bei Meineid nicht vorgesehen."

Am Mittwoch hatte der Anti-Doping-Ausschuss des französischen Parlaments in Paris eine Liste positiv getesteter Fahrer bei der Tour de France 1998 veröffentlicht. Fast sämtliche namhaften Starter waren vertreten, darunter die ehemaligen deutschen Radstars Jan Ullrich und Erik Zabel.

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