Pferdesport

Dressur-Kür in Rotterdam: Werth führt historischen EM-Dreier an

SID
Isabell Werth: Die "Queen of Dressage" holte sich bei der Dressur-EM Gold.
© imago images

Sie wusste, dass sie für Gold über 90 Prozent gehen musste, und sie tat es. "Bella Rose wusste es auch", sagte Dressur-Königin Isabell Werth nach ihrem Sieg in der Kür zum Abschluss der Dressur-Wettbewerbe bei der EM in Rotterdam. Hinter der "Queen of Dressage" komplettierten Dorothee Schneider mit Showtime und Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera den ersten deutschen EM-Dreier der Geschichte.

"Ich bin ziemlich sprachlos", sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu mit Freudentränen in den Augen: "Tolle Ritte, tolle Ergebnisse, zwei Pferde über 90 Prozent, das ist schon ganz speziell." Dorothee Schneider, bereits im Grand Prix Special Zweite hinter Werth, sah ihre Silbermedaille "golden glänzen. Das ist ein fantastisches Ergebnis für mich."

Dabei hatte Schneider durchaus mehr in der Hand. Als erste aus dem deutschen Trio war von Bredow-Werndl auf das Viereck gegangen, und sie zeigte mit ihrer Stute Dalera eine makellose Leistung. Danach kam Werth, wohlwissend, dass sie vorlegen musste, denn anders als üblich war sie nicht die letzte deutsche Starterin. Und sie legte vor: Die abschließende Piaffe-Pirouette, in Perfektion dargeboten, gehört zu den allerhöchsten Schwierigkeiten in der Dressur.

Sie übernahm damit die Führung, doch Dorothee Schneider legte mächtig los. Zu den Klängen von Queen und "Show must go on" tanzte Showtime durch das Viereck, ein furioser Start, doch dann schlichen sich erste kleine Fehler ein. Am Ende war alles wie immer. "Das alles in einer Woche so hinzukriegen, ist schon toll", stellte Isabell Werth sehr richtig fest, ehe es noch am Samstagabend nach Hause ging.

EM in Rotterdam: Springreiten zum Abschluss

Zum Auftakt hatte die deutsche Equipe in der Besetzung Werth, Schneider, von Bredow-Werndl und Sönke Rothenberger Gold in der Mannschaftswertung gewonnen. Im Grand Prix Special hatte sich Werth mit einem Prozentpunkt Vorsprung gegen die zweitplatzierte Schneider durchgesetzt. Rothenberger, bei der EM 2017 in Göteborg noch erster Verfolger von Werth, hatte im Grand Prix Special nur Platz sechs belegt und sich damit als Vierter der internen deutschen Rangliste nicht für die Kür qualifiziert.

Am Sonntag beschließt die Einzelentscheidung der Springreiter die EM in Rotterdam. Deutschland wird nach dem Silber im Nationenpreis nur mit drei Reitern im Einzel vertreten sein. Christian Ahlmann entschied nach Rücksprache mit Bundestrainer Otto Becker, auf einen Start zu verzichten.

"Christians Hengst Clintrexo hat das hier mit seinen zehn Jahren auf seinem ersten Championat sehr gut gemacht", sagte Becker: "Die Nullrunde im Nationenpreis war für ihn ein schöner Abschluss." Nun gelte es, Clintrexo in Ruhe auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.

Der erste Umlauf des Einzelfinales beginnt am Sonntag um 13.00 Uhr. Für Deutschland gehen Weltmeisterin Simone Blum mit Alice, Daniel Deußer mit Tobago und Marcus Ehning mit Comme il faut in den Parcours. Die zwölf besten Paare qualifizieren sich für den zweiten Umlauf ab 15.30 Uhr. Die ARD überträgt ab 15.20 Uhr live aus Rotterdam.

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