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Mehrsport

IOC: mehr Transparenz bei Verbänden

SID
Thomas Bach steht dem IOC vor
© getty

Deutliche Forderungen im Anti-Doping-Kampf, mehr Transparenz bei Sportverbänden und mahnende Worte in Richtung FIFA: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will mit einer ganzen Reihe an Maßnahmen um mehr Glaubwürdigkeit im Sport kämpfen. Allen voran auf der Tagesordnung der dreitägigen Exekutivsitzung in Lausanne: Die Themen Doping und Transparenz.

Konkrete Erwartungen richtete das IOC dabei direkt an Russland und Kenia. Nach den Enthüllungen über weitverbreites Doping und der Suspendierung der russischen Leichtathleten aus dem Weltverband IAAF forderte das Exekutivkomitee beide Länder zu einem stärkeren Engagement im Anti-Doping-Kampf auf. "Es muss ein effizientes System von Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe für alle Athleten aus allen Sportarten gewährleistet werden. Dies ist derzeit nicht der Fall", teilte das IOC mit.

Noch gibt es keine Entscheidung über einen möglichen Olympiastart der russischen Leichtathleten in Rio im kommenden Jahr. "Dies liegt in den Händen der IAAF und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), erklärte IOC-Präsident Thomas Bach. Auch Kenia sieht sich mit weitreichenden Doping- und Korruptions-Problemen konfrontiert.

Der deutsche Fecht-Olympiasieger von 1976 will ohnehin weitreichende Reformen im weltweiten Anti-Doping-System: Es soll unabhängig von den einzelnen Sport-Dachverbänden getestet und sanktioniert werden. Einen konkreten Zeitrahmen für die Reformen gibt es noch nicht, das IOC will seine Dopingtests und -sanktionen bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang bereits nach diesen Prinzipien vornehmen.

Sportübergreifende Harmonisierung

So soll in Zukunft das gesamte Test- und Ergebnismanagement der einzelnen Sportverbände unter dem Dach der WADA zusammengefasst werden. Die Sanktionen für Dopingsünder sollen vom Internationalen Sportgerichtshof CAS ausgesprochen werden. Dies führe zu einer weltweiten und sportartübergreifenden "Harmonisierung".

Finanziert werden soll der weltweite Anti-Doping-Kampf weiterhin zu gleichen Teilen vom organisierten Sport und den Regierungen. Weitere Informationen zum Budget gab es nicht. "Es ist zu früh, dies zu beziffern. Man sollte nicht mit dem vierten oder fünften Schritt beginnen", sagte Bach. Es sei jedoch logisch, dass wenn man Ressourcen zentralisiere, kombiniere und harmonisiere, das System effektiver werde.

Gleichzeitig empfahl das IOC den Sportverbänden, im kommenden Jahr verbindliche, transparente und internationalen Standards und entsprechende Regelungen in puncto Finanzen, Entscheidungsprozessen und Ethik zu verabschieden: "Die jüngsten Vorkommnisse haben gezeigt, dass im Interesse der Glaubwürdigkeit aller Sportorganisationen unverzüglich gehandelt werden muss."

FIFA-Skandal bereitet Sorgen

Sorgen bereitet Bach auch weiterhin der andauernde Skandal im Fußball-Weltverband FIFA. "Viele Menschen machen nicht notwendigerweise eine Unterscheidung. Was man dann hört, ist nicht über einen Verband, sondern über den Sport generell", sagte der 61-Jährige: "Deshalb sind wir besorgt und bleiben besorgt. Besonders, wenn von Woche zu Woche schlechte Nachrichten kommen." Das in der vergangenen Woche von weiteren Verhaftungen überschattete FIFA-Reformprogramm sei, so Bach, allerdings "definitiv" ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Zudem kündigte der Tauberbischofsheimer eine unabhängige Überprüfung der IOC-Zuwendungen an internationale Sportverbände, nationale Olympische Komitees und Olympia-Ausrichter an. "Es soll damit erreicht werden, dass das Geld aus dem Sport auch dem Sport zugute kommt", sagte er. Zudem will sich das IOC beim Thema "Good Governance" einer unabhängigen Überprüfung stellen.

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