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DOSB strafft Zügel bei Doping-Bekämpfung

SID
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© Getty

Frankfurt/Main - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) strafft die Zügel im Anti-Doping-Kampf: Nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main wurde einstimmig eine unabhängige Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundes-Verfassungsrichters Udo Steiner einberufen.

Die Kommission soll Trainer und Offizielle mit Doping-Vergangenheit überprüfen. Zusammen mit der ehemaligen Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl und dem Mitglied des Deutschen Bundestages, Steffen Reiche, hat Steiner bereits die Arbeit aufgenommen hat. Geschäftsführer ist DOSB-Justiziar Holger Niese.

"Diese Kommission soll den DOSB nach dem Vorbild der Gauck-Kommission im Hinblick auf die Bewertung von Trainern und Trainerinnen und anderen Offiziellen beraten, die in ihrer eigenen sportlichen Vergangenheit als Athleten ein Dopingvergehen begangen haben", erklärte DOSB-Präsident Thomas Bach (im Bild).

Sie soll einen unabhängigen Rat geben, wenn es wie um die Nominierung von Trainern für Olympische Spiele gehe.

Kontrollen nach erster Nominierungsphase

Zudem wurde bekannt, dass sich die knapp 450 Athleten und 300 Betreuer nach der ersten Nominierungsphase des Olympia-Teams am 29. Mai bis zur Abreise nach China noch einmal strengsten Kontrollen unter der Leitung der Nationalen Antidoping Agentur (NADA) unterwerfen müssen.

Nach den "Dopinggeständnissen des vergangenen Jahres, verschiedenen Ermittlungsverfahren, Enthüllungen und Verdächtigungen und nach den intensiven Debatten über Dopingpraktiken in Ost und West", so Bach, habe das Präsidium auch beschlossen, "ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur historisch-soziologischen Aufarbeitung des Themenkomplexes 'Doping in Deutschland' auf den Weg zu bringen".

"Dass es in der DDR ein flächendeckendes, staatlich organisiertes Doping gegeben hat, ist eine gesicherte Erkenntnis. Die Strukturen der Dopingpraktiken in Westdeutschland sind systemisch bislang nicht untersucht. Dies wollen wir mit diesem Projekt angehen. Es soll Aufschlüsse bringen über die Vorbedingungen des Dopings und weitere Ansätze zur Bekämpfung des Dopings", betonte Bach.

Gespräch mit Lechner

In dem Zusammenhang wies der Jurist aus Tauberbischofsheim darauf hin, dass der frühere Bahnradfahrer Robert Lechner zu einem Gespräch eingeladen worden ist.

Der einstige Kaderathlet im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hatte freiwillig Ende Februar Einnahme von unerlaubten Mitteln gestanden, dies aber als "Automatismus" beschrieben.

Dazu gehöre auch die weitere Aufarbeitung in dem Zusammenhang mit dem strittigen Fall des früheren Olympia-Arztes Georg Huber, der Lechner betreut haben soll.

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