FC Bayern, FC Liverpool, Real Madrid, Barça und Co.: Das sind die größten Baustellen der Topklubs

Von Falko Blöding
Mauricio Pochettino
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Auf dem Transfermarkt geht es rund. In den kommenden Wochen dürfte das Treiben sogar noch hektischer werden. Hektisch geht es auch noch bei einigen Topklubs zu. Das sind die größten Baustellen der besten Teams Europas.

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Einen knappen Monat ist das Transferfenster noch geöffnet. Und so langsam aber sicher wird die Zeit zum Faktor bei der Kaderplanung. Schließlich beginnt in den Top-Ligen bereits Mitte des Monats die neue Saison, und Trainer haben es traditionell gerne, wenn sie dann ihren Kader so gut es geht beisammen haben.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, zumindest bei einigen Renommierklubs. Während es Vereine wie Arsenal oder Manchester United gibt, die ihre Transfervorhaben bisher weitgehend umgesetzt, beziehungsweise sich auf den gewünschten Positionen bereits verstärkt haben, klaffen bei anderen Top-Vereinen mindestens punktuell noch Lücken.

SPOX zeigt, wo die größten Baustellen der europäischen Spitzenklubs liegen.

klopp
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FC Liverpool: Innenverteidigung

Die Offensive und das zentrale Mittelfeld der Reds sind glänzend besetzt. Nach den Abgängen von Jordan Henderson und Fabinho gen Saudi-Arabien soll demnächst ein neuer Abräumer, am liebsten Roméo Lavia vom FC Southampton, verpflichtet werden. Darüber hinaus ist der Kauf eines Innenverteidigers essenziell - und die Zeit läuft hier gegen Trainer Jürgen Klopp und seinen neuen Sportchef Jörg Schmadtke. Denn am 13. August startet die Premier League in ihre neue Saison und bis dahin soll eigentlich der neue Mann, der links an der Seite des neuen Kapitäns Virgil van Dijk spielen soll, präsentiert sein.

Nach 47 Gegentoren in der Vorsaison hat Klopp seit Beginn der Vorbereitung beinahe mantra-artig betont, dass man wieder besser verteidigen müsse. Frisches Personal ist auch in der Defensivzentrale dafür nötig und einige Kandidaten sind mittlerweile vom Markt. Min-Jae Kim wechselte zum FC Bayern, Jurrien Timber heuerte bei Arsenal an und Levi Colwill möchte bei Chelsea bleiben. Leipzigs Josko Gvardiol, der aber ohnehin wohl zu teuer gewesen wäre, ist gerade Gegenstand der Verhandlungen zwischen RB und Man City.

Als mögliche Neuzugänge in der Innenverteidigung gelten an der Anfield Road aktuell:

  • Jarrad Branthwaite (Everton)
  • Marc Guéhi (Crystal Palace)
  • Goncalo Inácio (Sporting CP)
  • Nayef Aguerd (West Ham)

Zu ihnen gab es in den vergangenen Wochen jeweils Gerüchte. Konkret wurde davon bisher nichts. Dass der Bedarf aber besteht, unterstrich am Mittwoch nochmal das 3:4 im Testspiel gegen die Bayern.

Xavi, Barcelona
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FC Barcelona: Rechtsverteidigung

Barça hinterlässt in der Vorbereitung einen prächtigen Eindruck. Einen Test-Clasico gegen den Erzrivalen Real und das Duell mit Champions-League-Halbfinalist Milan in den USA gewann Xavis Truppe jeweils zu Null. Der Kader wirkt auch ohne Sergio Busquets und den vor einem Wechsel nach Paris stehenden Ousmane Dembélé glänzend besetzt.

Einzig auf der defensiven rechten Außenbahn besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Das ist seit einigen Jahren nun traditionell der Fall. Transferflop Sergiño Dest oder der mittlerweile an Betis abgegebene Héctor Bellerín lösten das Personalproblem dort ebenso wenig wie der aus den USA verpflichtete Julián Araujo. Letzterer wurde nun erstmal auf Leihbasis an Las Palmas abgegeben.

Bleiben also der ewige Sergi Roberto und der gelernte Innenverteidiger Jules Koundé für die Position rechts in der Viererkette. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Ex-Bayer João Cancelo soll von Manchester City kommen, am liebsten erstmal auf Leihbasis. Der Portugiese war bereits im Winter ein Thema, zum Grund für das Scheitern eines Transfers gibt es von den Trainern Xavi und Pep Guardiola allerdings unterschiedliche Versionen. Nun berichtet Transferexperte Fabrizio Romano, es gebe zwischen dem Spieler und Barcelona bereits eine mündliche Einigung.

Neben Cancelo wird Top-Talent Iván Fresneda von LaLiga-Absteiger Real Valladolid genannt.

FC Bayern, Sechser, Thomas Tuchel, Aurélien Tchouaméni, Pierre-Emile Höjbjerg, Edson Álvarez
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FC Bayern München: Sturm (und defensives Mittelfeld)

Vieles fokussiert sich bei der Berichterstattung um den FC Bayern gerade auf das Werben um Wunschstürmer Harry Kane von Tottenham Hotspur. Das verwundert wenig, schließlich ist das Schließen der Lewandowski-Lücke im Sturmzentrum mit einem Jahr Verspätung die wichtigste Aufgabe des Transferkomitees beim deutschen Rekordmeister.

Victor Osimhen, Randal Kolo Muani, Dusan Vlahovic und noch einige mehr: Viele Torjäger wurde bei den Roten gehandelt, Kane aber ist die Wunschlösung. Sollten die zähen Verhandlungen mit den Spurs scheitern, wäre das ein herber Rückschlag in der Kaderplanung und würde eine erneute Umorientierung bedeuten.

Trainer Thomas Tuchel will trotz der starken Vorbereitung Konrad Laimers zudem noch einen echten Abräumer für die Mittelfeldzentrale holen. Das ließ er bei einer Pressekonferenz am Dienstag durchblicken: "Was wir nicht haben, ist ein defensiver Sechser, der die Position hält, defensiv denkt, verstärkt auf die Absicherung achtet und darauf, was im hinteren Drittel des Platzes passiert." Man suche zwar nicht händeringend nach einem neuen Spieler, aber: "Wenn es aber eine Möglichkeit gibt, dann sind wir offen dafür."

Ex-Wunschkandidat Declan Rice entschied sich vor einigen Wochen für einen Wechsel von West Ham United zum FC Arsenal. Der ebenfalls einst gehandelte Moisés Caicedo (Brighton) dürfte viel zu teuer sein und will angeblich ohnehin lieber zu Chelsea.

Es wird spannend, wie sich die Situation entwickelt. Geht noch jemand wie Leon Goretzka oder Ryan Gravenberch, der frisches Geld in die Kassen spülen und Platz im Kader schaffen könnte? Wie viel Geld steht nach einem möglichen Kane-Deal überhaupt noch zur Verfügung? Welche Kandidaten kommen noch auf den Markt beziehungsweise sind es bis dahin noch?

Als mögliche Neuzugänge gelten aktuell Aurélien Tchouameni (Real Madrid) und Edson Álvarez (Ajax Amsterdam).

Mauricio Pochettino
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FC Chelsea: Sturm

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch beim FC Chelsea sind nach den Shoppingtouren der letzten beiden Transferfenster nicht alle Positionen nach Wunsch besetzt. Ein echter Top-Stürmer fehlt noch im Kader des neuen Trainers Mauricio Pochettino. Villarreals Senkrechtstarter Nicolas Jackson (22) kam für 37 Millionen Euro Ablöse, genügt aber noch nicht allerhöchsten Ansprüchen.

Christopher Nkunku kann in der Spitze aufgeboten werden, die Paradeposition des Ex-Leipzigers ist dies aber nicht. Romelu Lukaku, zuletzt an Inter ausgeliehen, hat an der Stamford Bridge keine Zukunft mehr.

Pochettino ließ zuletzt offen, ob sein Klub einen weiteren Stürmer holt und meinte, er wolle seinen Kader im Laufe der Vorbereitung noch besser kennenlernen.

Klubbesitzer Todd Boehly dagegen zögert wohl nicht und plant den absoluten Coup: Laut L'Équipe erwartet man bei PSG nach einem Telefonat Boehlys mit Klubchef Nasser Al-Khelaifi ein Angebot der Blues für Kylian Mbappé. Zweite heiße Spekulation rund um Chelseas Angriff: Lukaku soll im Tausch für Serbiens Nationalstürmer Dusan Vlahovic an Juventus abgegeben werden.

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Manchester City: Rechtsaußen

Der Luxuskader des Champions-League-Siegers soll unbedingt um den eben schon angesprochenen Josko Gvardiol erweitert werden. Führen die Verhandlungen mit RB Leipzig zum Ziel, wird der Kroate mutmaßlich der teuerste Abwehrspieler der Geschichte.

Dazu kommt Bedarf auf der rechten Offensivseite: Riyad Mahrez wechselte nach Saudi-Arabien und um Bernardo Silva halten sich trotz des Bestrebens, ihn zu halten, Wechselgerüchte. Zwei junge Top-Talente sind daher aktuell in den Eastlands im Gespräch: Michael Olise (21) von Crystal Palace und der gleichaltrige Jeremy Doku von Stade Rennes soll Pep Guardiolas Interesse geweckt haben.

Eine zusätzliche Baustelle könnte sich eine Position weiter hinten auftun, sollte Kyle Walker zum FC Bayern wechseln. Dann würde gewiss noch ein neuer Rechtsverteidiger verpflichtet.

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Real Madrid: Sturm

Trotz des Abgangs von Ballon-d'Or-Gewinner Karim Benzema zu Al-Ittihad wird man bei den Blancos nicht müde, zu betonen, dass nach dem Transfer von Joselu kein neuer Stürmer mehr kommen soll. Stattdessen plant Carlo Ancelotti wohl mit einer ultra-flexiblen Offensive rund um seine herausragenden offensiven Mittelfeldspieler. Aber reicht das, um die Kronen in LaLiga und der Königsklasse zurückzuerobern?

Die Personalie Kylian Mbappé (PSG) schwebt dabei über allem. Spätestens 2024 soll er im Santiago Bernabéu aufschlagen. Diese Personalie dürfte im Laufe der nächsten Wochen aber gewiss nochmal an Fahrt aufnehmen und womöglich kommt der Superstar schon in diesem Sommer.

Luis Enrique
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PSG: Sturm

In der Abteilung Attacke des neuen Trainers Luis Enrique dominieren die Fragezeichen. Das liegt vor allem an Kylian Mbappé. Bleibt er noch ein Jahr und wechselt dann ablösefrei? Falls ja, muss er zur Strafe auf die Tribüne? Oder kommt ein Klub und holt ihn für eine Unsumme, die PSG dann gewiss in einen neuen Starstürmer investieren würde?

Es ist Geduld gefragt, wenngleich auch Frankreichs Meister langsam aber sicher eine Vorstellung davon haben sollte, wie die neu formierte Offensive aussehen soll. Schließlich ist mit Lionel Messi (Inter Miami) bereits ein absoluter Leistungsträger weg.

Ousmane Dembélé soll aus Barcelona kommen, dazu werden Frankfurts Randal Kolo Muani, Juve-Star Dusan Vlahovic und auch immer wieder noch Harry Kane gehandelt.

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