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Handball

Historische Chance für die Verfolger

SID
Patrick Groetzki kann in Hamburg mit den Rhein-Neckar Löwen Pokalsieger werden
© getty

Ein Showdown mit Schönheitsfehlern: In Abwesenheit der beiden deutschen Top-Teams wittert die zweite Handball-Reihe beim Final Four eine historische Chance. Erstmals seit acht Jahren wird der deutsche Pokalsieger nicht THW Kiel oder HSV Hamburg heißen.

Nie war das Teilnehmerfeld ausgeglichener, nie war eine Prognose schwieriger - nur das Fehlen eines Hauptsponsors muss den Verantwortlichen des prestigeträchtigen Turniers Sorgen bereiten.

"Alle vier Teams können in diesem Jahr den Titel gewinnen. Jede Mannschaft hat ihre Stärken und ihre Schwächen, deswegen gibt es für mich diesmal keinen Favoriten", sagt Bundestrainer Martin Heuberger vor dem Finalwochenende in Hamburg. Im ersten Halbfinale trifft der Bundesliga-Dritte SG-Flensburg-Handewitt auf den Zweiten Rhein-Neckar Löwen, danach treten die Füchse Berlin (5.) und die MT Melsungen (6.) gegeneinander an. Bei Flensburgs Steffen Weinhold ist die Vorfreude groß, wie er im Interview mit SPOX bestätigte.

Flensburg mit großen Ambitionen

Vor allem die Flensburger rechnen sich ohne den ungeliebten Rivalen aus Kiel Chancen auf den ganz großen Wurf aus. Drei Mal hintereinander erreichte das Team von Trainer Ljubomir Vranjes zuletzt das Finale - und scheiterte drei Mal am THW. "Wir sind zum vierten Mal in Folge dabei, da wollen wir natürlich auch endlich mal gewinnen", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Es wäre nach 2003, 2004 und 2005 der vierte Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Der Triumph von 2005 war zudem der letzte nationale Titel, der nicht an Kiel oder Hamburg ging.

Viele sehen in dem Duell mit den Löwen schon das vorweggenommene Finale, doch davon wollen die Protagonisten nichts wissen. "Für mich sind alle vier Teilnehmer gleich stark. Beim Final Four entscheidet nicht die Bundesliga-Tabelle, sondern die Tagesform", sagte SG-Nationalspieler Holger Glandorf dem NDR. Die Liga-Spiele gegen die Löwen, die im Achtelfinale den THW ausgeschaltet hatten, gingen in dieser Saison beide verloren.

Premiere für Füchse

Für die Füchse Berlin ist das Turnier in Hamburg eine Premiere. Der Hauptstadtklub stand zwar schon drei Mal im Halbfinale des Pokals, beim Final Four waren die Berliner aber noch nie. "Ich glaube, wir sind auf Augenhöhe mit Melsungen. Es wird auf die Tagesform ankommen. Die Rhein-Neckar Löwen und Flensburg sind eine Stufe höher", sagte Berlins Trainer Dagur Sigurdsson. 30 Jahre nach dem verlorenen Pokalfinale gegen den TV Großwallstadt wollen die Füchse erneut ins Endspiel.

Dorthin strebt auch die MT Melsungen. Nach der Halbfinal-Packung gegen Kiel (23:35) im vergangenen Jahr schlägt Trainer Michael Roth forsche Töne an. "Damals waren wir krasser Außenseiter, das ist diesmal anders. Wir wollen ins Finale", sagte Roth.

Kein Titelsponsor

Für schlechte Stimmung beim Veranstalter sorgte im Vorfeld indes der fehlende Hauptsponsor. Erstmals seit zehn Jahren findet das Prestigeobjekt des deutschen Handballs ohne Titelsponsor statt. Die Deutsche Lufthansa hatte den Vertrag fristgerecht auslaufen lassen, ein Nachfolger wurde nicht gefunden.

"Wir haben es nicht geschafft, in der Kürze der Zeit einen adäquaten Nachfolger zu finden", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Er sei aber "sehr zuversichtlich" ab dem kommenden Jahr wieder einen neuen Partner zu haben.

Der DHB-Pokal im Überblick

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