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Handball

Berliner Füchse fühlen sich pudelwohl

SID
Ivan Nincevic und die Berliner Füchse haben derzeit allen Grund zur Freude
© Getty

In der Rolle als FSV Mainz 05 des Handballs fühlen sich die Füchse Berlin längst pudelwohl. Sieben Spiele, sieben Siege, große Euphorie und rosige Aussichten.

Der Tabellenführer aus der Hauptstadt mischt die Bundesliga auf - ohne das berühmte M-Wort in den Mund zu nehmen. "Der Traum geht eine Woche weiter. Wir wissen, dass das derzeitige Tabellenbild eine schöne Momentaufnahme ist. Auf die sind wir sehr stolz", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning nach dem 27:24 (14:11) gegen den TV Großwallstadt.

9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle feierten ihre neuen Helden bereits Minuten vor dem Schlusspfiff mit Standing Ovations. Und auch der Glamour hat längst im Füchse-Bau Einzug gehalten: Schauspielerin Simone Thomalla jubelte ihrem Freund, Nationalkeeper Silvio Heinevetter, am Sonntag zum wiederholten Mal von der Tribüne aus zu.

Hanning: "Im zweiten Jahr haben wir 17 Dauerkarten verkauft"

Hanning denkt in solchen Momenten grinsend an die Anfänge des Berliner Handball-Abenteuers zurück. "Als wir vor fünf Jahren anfingen, haben wir 10.000 Freikarten verteilt. In die Halle kamen dann 400 Besucher", berichtete der 42-Jährige: "Im zweiten Jahr haben wir 17 Dauerkarten verkauft. 15 an den Fanklub und zwei an meine Eltern, die im Ruhrgebiet leben."

Vier Jahre später haben sich die Füchse mit ihrem erfrischenden Stil zu einem der Zuschauermagneten gemausert und fordern inzwischen die arrivierten Spitzenklubs heraus.

Rekordmeister THW Kiel (26:23) wurde ebenso vom Berliner Überraschungsteam besiegt wie Champions-League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt (26:25). "Sie haben wirklich einen großen Schritt nach vorne gemacht", lobte jüngst Kiels Coach Alfred Gislason.

Auswärtsspiel beim HSV Hamburg

Am Sonntag wartet beim Auswärtsspiel bei Vize-Meister HSV Hamburg, wo Hanning zwischen 2002 und 2005 als Coach gearbeitet hatte, die nächste Reifeprüfung auf die Mannschaft des jungen isländischen Trainers Dagur Sigurdsson. Der 37 Jahre alte Ex-Nationalspieler gilt in Berlin derzeit als Erfolgsgarant.

Als "Bob, der Baumeister" darf sich in der Hauptstadt aber Hanning feiern lassen. Der frühere Co-Trainer der Nationalmannschaft lebt Handball 24 Stunden am Tag und hat in den vergangenen fünf Jahren eine schlagkräftige Truppe geformt - ohne finanzielle Drahtseilakte.

"Unser größter Hauptsponsor ist die Einsparung. Wir sind die Sparfüchse und machen keine Schulden. Das steht über allem", sagt der gebürtige Essener Hanning, der sein Büro am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte hat.

"Spieler haben Riesenmoral"

Gegen Großwallstadt stellten die Gastgeber ihre Qualität erneut unter Beweis. Obwohl sie nach ständiger Führung Mitte der zweiten Halbzeit den Faden verloren hatten und 22:23 (51.) zurücklagen, brachten sie den Heimsieg doch noch ins Ziel. "Das verdient allergrößten Respekt, die Spieler haben eine Riesenmoral gezeigt", meinte Hanning.

Auch der mit elf Treffern überragende Torschütze Ivan Nincevic war erleichtert, wollte aber noch nichts von der Meisterschaft wissen. "Das war ein Vier-Punkte-Spiel. Aber wir schauen weiter nur von Partie zu Partie", sagte der Kroate.

Einer der Matchwinner war auch Torhüter Petr Stochel, der den schwach beginnenden Heinevetter zunächst ablöste. Der kurz vor Schluss eingewechselte Nationaltormann sicherte seiner Mannschaft dann aber auf der Zielgeraden den Erfolg.

"Du musst nicht viel halten, nur die entscheidenden Bälle", sagte Heinevetter augenzwinkernd. Baumeister Bob wird es gerne gehört haben.

Füchse Berlin behalten "weiße Weste"

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