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Fussball

1860 zittert, Lautern will "angreifen"

SID
Schiri Gräfe stand im Spiel zwischen 1860 München und Kaiserslautern des öfteren im Mittelpunkt
© Getty

Es war schon sehr spät geworden in München, doch Trainer Milan Sasic vom 1. FC Kaiserslautern wollte gar nicht mehr aufhören, über dieses "tolle Fußballspiel" zu reden. "Es gab ja so viele schöne Szenen, so Vieles, über das man streiten kann, so viel Freude, so viel Ärger", sagte er und fasste das vor allem zum Ende turbulente 1:1 (1:1) zum Abschluss des 28. Spieltages in der 2. Bundesliga bei 1860 München zusammen.

Was Sasic ob seiner Schwärmerei vergaß: Das Remis war schön anzusehen - doch es half keinem der beiden Klubs weiter. Der FCK ist zwar weiter Fünfter, liegt aber jetzt zwei Punkte hinter Relegationsplatz drei zurück.

"Wir sind weiter dabei", sagte Vorstandschef Stefan Kuntz leidlich zufrieden, doch er wusste auch: "Einer von den Großen muss schwächeln, damit wir noch eine Chance bekommen."

Hofmann: "Es überwiegt die Enttäuschung"

Bei 1860 war die Gemütslage finsterer. "Es überwiegt die Enttäuschung, der eine Punkt bringt uns nicht ins Ziel. Wir müssen in Oberhausen gewinnen, um sicher zu sein", sagte Torhüter Michael Hofmann angesichts von nun sieben Zählern Vorsprung auf Rang 16.

Hofmann hielt den einen Punkt für die Löwen fest, als er fünf Minuten vor Schluss den (vertretbaren) Handelfmeter von Anel Dzaka parierte. Michael Schick (6.) hatte Sechzig vor 25.100 Zuschauern in der Arena in Führung gebracht, Lauterns Erik Jendrisek glich mit seinem elften Saisontor aus (27.).

Als Hofmann dann gegen Dzaka hielt, schien die Partie gelaufen - doch der Schlusspunkt dieser aufregenden Begegnung war den Löwen vorbehalten. In der 88. Minute traf Fabian Johnson die Unterkante der Latte, von wo aus der Ball hinter die Torlinie sprang.

Grfäfe erkennt 1860-Tor nicht an

Doch der bis dahin ordentliche Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) versagte dem Treffer die Anerkennung - und sorgte so für wilde Diskussionen. Vor allem Sechzig-Trainer Uwe Wolf, Pfälzer und bekennender FCK-Fan, echauffierte sich, obwohl er eigentlich schweigen wollte.

"Ich habe 4000 Euro Geldstrafe bekommen in dieser Saison, da halte ich mich mit Schiedsrichter-Kritik zurück", sagte er, und rügte stattdessen Assistent Markus Häcker: "Schade, dass der Linienrichter nicht die Schnelligkeit von Fabian hat, sonst hätte er gesehen, dass der Ball drin war. Das zeigt, dass der DFB wieder mehr Wert auf die Fitness der Schiedsrichter legen sollte."

Was folgte, war ein Plädoyer des von einigen Münchner Medien nurmehr als "Übergangscoach" bezeichneten Fußballlehrers in eigener Sache. "Ich mache meinen Job so gut ich kann und versuche, fleißig zu sein. Der FCK hat mit Kuntz und Sasic im vergangenen Jahr den Klassenerhalt geschafft und spielt jetzt um den Aufstieg. Da sieht man, was mit Kontinuität möglich ist", sagte er.

Lienen steht als Wolf-Nachfolger bereit

Ein solches Happy End wird ihm wohl versagt bleiben, Ewald Lienen soll ihn beerben. Zuvor soll Wolf den Absturz verhindern. Und Verteidiger Torben Hoffmann, einer der letzten "Überlebenden" des Bundesliga-Abstieges 2004, mahnte: "Damals waren wir in einer vergleichbaren Situation, da dachten wir auch, wir sind bereits gerettet. So naiv dürfen wir nicht wieder sein."

Schließlich wollen die Löwen 2010 aufsteigen - in die Bundesliga. Die Weichen dafür werden beim stets klammen Klub derzeit gestellt. Bis Freitag müssen die Lizenzauflagen erfüllt und in drei Wochen soll ein neuer Hauptsponsor vorgestellt werden.

Der FCK ist da schon weiter. "Durch die Lizenzerteilung haben wir Planungssicherheit und glauben, dass wir gute Spieler finden", sagte Kuntz. Und Sasic meinte, als er aus seiner Schwärmerei wieder erwacht war: "Jetzt greifen wir noch einmal richtig an."

1860 München - Kaiserslautern: Alle Daten & Fakten

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